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Leserbericht Getriebeöl-Wechsel bei ZF in Dortmund

Bericht von Forumsmitglied Tom Rader (alias "Kermit Frog") vom 23.02.06

Am Mittwoch, den 22.02.06 bin ich nach langem Hin- und Herüberlegen zu ZF Dortmund gefahren, um einen Getriebeölwechsel durchführen zu lassen.

Mein Fahrzeug: BMW 750iA, Bj. 11/98, Kilometerstand: 95.000 km

Ich gehöre zu den Leuten, die bei Anschaffung eines "neuen" Gebrauchten grundsätzlich sofort Motoröl, Getriebeöl, Zündkerzen, Luft- und Mikrofilter etc. wechseln lassen, weil man ja nie weiß, was WIRKLICH gemacht wurde.

Ankunft bei ZF in Dortmund, vorne der BMW 750i, bei dem das Getriebeöl gewechselt wird
Ankunft bei ZF in Dortmund, vorne der BMW 750i, bei dem das Getriebeöl gewechselt wird

Das Für- und Wider ist ja hier im Forum bereits ausführlich besprochen worden. Ich gehörte von jeher zu den Befürwortern eines Getriebeölwechsels, aber war mir aufgrund der damit verbundenen Risiken immer unsicher, die Arbeiten beim Freundlichen ausführen zu lassen.

Ein Glück, wie sich jetzt bei meinem Besuch bei ZF herausstellte!

BMW 750i auf der Hebebühne von ZF in Dortmund

BMW 750i auf der Hebebühne von ZF in Dortmund

 

So viel im voraus, die Jungs sind echte Profis! Wer hierhin fährt macht nichts verkehrt! Nachdem ich den Termin am Montag für Mittwoch zwischen 8 und 9 Uhr vereinbart hatte, kam ich am Mittwoch gegen halb zehn dort an (auf der A1 ging es ein wenig langsamer voran als erwartet).

Herr Jörg Sagert ist - wie von allen hier beschrieben - ein super netter Typ, der sich viel Zeit nimmt. Er empfängt mich freundlich und fährt erst mal meinen Fuffy auf die Bühne.

Vereinbart wurde ein Getriebeölwechsel mit allen Schikanen. Berühmte Kügelchen wollte ich auch gleich wechseln lassen, daher mussten der Getriebedeckel und das eigentliche Schaltgehäuse abmontiert werden.

Das abgelaufene Altöl wurde später von Hr. Sager genauestens untersuchtDas abgelaufene Altöl wurde später von Hr. Sagert genauestens untersucht

 

Diese Arbeiten erledigte ein sehr netter Kollege, während mich Herr Sagert durch das Werk führte und mir super viele Sachen zeigte und erklärte. Meine Laien-Fragen hat er mir dabei sehr geduldig und ausführlich beantwortet. Es folgten interessante Ausführen über ZF Getriebe, die Fahrzeuge, in denen diese verbaut werden und er zeigte mir Austauschgetriebe, wie sie vor der Auslieferung an die Kunden aussehen. Alle Verschleißteile werden getauscht und ich sage euch nachdem ich so ein ATG gesehen habe, habe ICH meine Vorurteile gegen Austauschgetriebe verloren. Die Dinger werden gesandstrahlt und sehen aus WIE NEU vom Fließband!

Blick in das offene Getriebe

Blick in das offene Getriebe

 

Nach ca. 15 Minuten bereits kam der Kollege mit Teilen meines Getriebes. Die Jungs hier sind wirklich schneller als die Polizei erlaubt! Alle Teile waren akkurat auf einem Wägelchen angeordnet.

Herr Sagert roch an dem Öl und stellte einen ganz leichten thermischen Schaden fest, der aber durchaus noch im Rahmen lag. Auch die Verschlammung der Magneten und der sonstige Verschleiß lagen absolut innerhalb der Norm. Kein Grund zur Sorge also.

Der Kollege erhielt das OK für die Demontage und Reinigung während Herr Sagert und ich ins Büro gingen. Auftrag schreiben und weiter erzählen. Jetzt wurde mir auch der genaue Ablauf erklärt. Die Teile werden gereinigt und die berühmten Kügelchen werden durch neue, aus einem verschleißunempfindlicheren Werkstoff, ersetzt. Der Verschleiß der Kügelchen beruht darauf, dass diese während der Schaltvorgänge "hin- und hertitschen" und dadurch einen Abrieb erfahren, der sie verkleinert. Ist der Abrieb zu groß, sind die Kügelchen irgendwann so klein, dass sie in die kleinen "Gänge" geraten und dadurch Schaden anrichten können.

GetriebeteileGetriebeteile

 

Meine waren zwar noch in Ordnung aber ich wollte lieber auf Nummer sicher gehen. Wenn ich nur einen Ölwechsel hätte machen lassen, wäre die Demontage entfallen und die Rechnung ca. 50 Euro billiger ausgefallen. So habe ich 235,- Euro bezahlt. Aber das war es mir Wert. MEIN Freundlicher hätte für dieses Geld noch nicht einmal das Öl gewechselt!

Die Demontage erfolgte übrigens in einer unglaublichen Geschwindigkeit und sagenhaften Routine, die ihresgleichen sucht. Hier sieht man wieder, dass absolute Profis am Werk sind. Jeder Handgriff sitzt!

„Operationstisch” bei ZF in Dortmund

"Operationstisch" bei ZF

 

Nun hieß es warten. Die ausgebauten Getriebeteile sind durch die Reinigung derart stark abgekühlt, dass sie nicht ohne weiteres sofort wieder anmontiert werden können. Der Temperaturunterschied zum eigentlichen Getriebe könnte dazu führen, dass sich Teile verziehen. Also warten, bis der Wagen runtergekühlt ist. Das dauert ca. 4 Stunden.

Mir machte das nichts. Ich hatte mir mein Polierzeug mitgenommen und in der Zeit meinen Lack bearbeitet. Die Halle war warm und die Kollegen, die alle halbe Stunde meinen Weg kreuzten warfen mir allesamt ein super nettes "Hallo" entgegen oder wiesen mich darauf hin, dass ich doch gleich bei Ihrem Fahrzeug weitermachen solle ;-)

Nach der Mittagspause etwa war es dann soweit. Die bereits lose vormontierten Teile wurden endgültig befestigt. Nun wurde auch der Deckel, der nunmehr aussah, wie eine auf Hochglanz polierte Edelstahlspüle, wieder verschraubt.

Hochglanz-Deckel

Hochglanz-Deckel

 

Auch hier merkte man wieder, WIE professionell die Leutchen bei ZF arbeiten. Die Schrauben wurden zunächst nur lose von Hand eingedreht, dann in einer genau vorgeschriebenen Reihenfolge mit einem Luftdruck-Schraubendreher angezogen und schliesslich mit einem Drehmoment-Schraubenzieher auf das richtige Drehmoment gebracht und anschliessend noch einmal mit dem Drehmoment-Schraubenzieher kontrolliert.

Ist selbstverständlich denkt ihr jetzt vielleicht. Mag sein, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass MEIN "Freundlicher" derart gründlich vorgegangen wäre.

die „berühmten” Kügelchen - Nr. 2

die "berühmten" Kügelchen - Nr. 1

 

Jetzt hieß es wieder ca. eine Stunde warten bis das gesamte Getriebe auf 30 Grad runtergekühlt war. Als Herr Sagert mit einem elektrischen Messgerät genau die 30 Grad gemessen hatte, stieg er ins Fahrzeug und ließ die Bühne hochfahren.

Der Kollege füllte das Öl VON UNTEN (!) nach - eine ziemliche Sauerei.

Dabei wird zunächst etwas Öl mit Druck eingefüllt. Dann Motor an. Nun wird weiter Öl "reingedrückt", während das Getriebe sich quasi das Öl "saugt". Dann Motor aus. Im Getriebe befindet sich unten eine Wanne, wo sich das Öl sammelt. Wenn diese Wanne voll ist, ist der Ölstand richtig. Das überflüssige Öl kommt unten wieder raus, wenn der Kollege den "Ölpumpen-Schlauch" wieder aus dem Getriebe herauszieht. Der arme Kollege unter dem Wagen hat quasi eine "Öldusche" genommen, es ist ihm bis zu den Schultern hoch gelaufen.

die „berühmten” Kügelchen - Nr. 2

die "berühmten" Kügelchen - Nr. 2

 

Es wurden ca. acht Liter Öl eingepumpt. Das Getriebe fasst mehr, aber nicht alles geht beim Öl-Ablassen raus, weil Einzelteile wie z. B. der Wandler noch Öl enthalten.

Nun Ölablassschraube wieder drauf, alles pingeligst schön sauber gemacht, um später eventuell heraustropfendes Öl festzustellen, und FERTIG!

Probefahrt.

Herr Sagert fährt. WOW! Ich dachte schon, dass ich bestimmt nichts merken würde, weil ich die Schaltvorgänge bereits vor dem Wechsel als sehr weich empfunden hatte. Aber das Ergebnis übertraf alles!!!! Man merkt nichts mehr! Nur der Blick auf den Drehzahlmesser, wenn die Drehzahl nach dem Schalten abfällt, verrät den Schaltvorgang! HAMMER!!!!!

Wieder zurück und nochmals auf die Bühne. Der letzte Blick auf eventuelle Undichtigkeiten. Alles perfekt, also raus aus der Werkstatt und zahlen.

Den mitgebrachten Rotwein wollte Herr Sagert persönlich nicht annehmen. Stattdessen bat er mich, diesen dem Kollegen zu geben, der die Arbeiten ausgeführt hatte. "Schließlich machen die die Arbeit". Also dem Kollegen eine Flasche Rotwein und 5 Euro in die Hand gedrückt, über die er sich sehr freute. Sehr kollegial von Herrn Sagert, meines Erachtens nicht zu übertreffen.

Auch die Kollegen "an der Theke": Witzig & Freundlich: "Trinken Sie doch erst einmal in Ruhe Ihren Kaffee zu Ende".

"Vanessa" zieht meine Kreditkarte durch und merkt dann beim dritten oder vierten Versuch auf Hinweis des Kollegen, dass nur EC Karten akzeptiert werden. Wie süß..... ;-)

Fazit

Man kann über einen Getriebeölwechsel denken, wie man will. Ich persönlich bin sehr glücklich, dass ich es habe machen lassen. Zwar habe ich auch jetzt keine Gewissheit, dass das Getriebe nicht irgendwann den Geist aufgibt, aber ich habe zumindest alles mögliche getan, um die Lebensdauer zu verlängern. Der Aufwand von ca. 235 Euro ist es mir Wert, die Angst vor einem Getriebeschaden und den DAMIT verbundenen finanziellen Aufwand in vierstelliger Höhe zu vermindern. Zudem schaltet das Getriebe noch weicher als zuvor. Dies finde ich vor allem vor dem Hintergrund beachtlich, dass mein Fuffy erst 95.000 km gelaufen hatte. Die Jungs bei ZF Dortmund sind absolute Profis, die Ihre Arbeit super routiniert durchführen. Niemals würde ich eine derart komplexe Arbeit bei meinem Freundlichen durchführen lassen und das, obwohl ich mit diesem bisher rundum zufrieden gewesen bin.

Meine Empfehlung: Lasst den Wechsel machen! Aber nur bei ZF!!!! Es beruhigt das Gewissen und kostet nicht die Welt!

Zum Schluss noch die genaue Anschrift:

ZF Dortmund
Bornstr. 207
44145 Dortmund

Herr Jörg Sagert, Durchwahl: 0231/83 80 537

Ergänzung: ab dem 11.12.2006 zieht die ZF Service GmbH Dortmund um. Nach 63 Jahren an der Bornstrasse werden die neuen Räume am Flughafen Dortmund bezogen: ZF Service GmbH, Vincenz-Wiederholt-Strasse 10, D-59439 Holzwickede, Tel: 02301 / 91 22 9 - 0, Fax: 02301 / 91 22 9 - 50
 

Herzliche Grüße, Euer Tom alias Kermit

 

Ölbefüllungsvorschrift

Anbei noch die Ölbefüllungsvorschrift, die den genauen Ablauf des Getriebeölwechsels, so wie ZF ihn vorschreibt und so wie er auch an meinem Fuffy durch unseren hochgeschätzten Herrn Sagert und sein Team durchgeführt wurde.

Externer Link (öffnet in neuem Fenster, der Forumsbetreiber distanziert sich vom Inhalt extern verlinkter Seiten.) Oelbefuellungsvorschrift Seite 1

Externer Link (öffnet in neuem Fenster, der Forumsbetreiber distanziert sich vom Inhalt extern verlinkter Seiten.) Oelbefuellungsvorschrift Seite 2

Man sieht, dass es wirklich die einzig wahre Lösung ist, eine derart komplizierte Sache auf jeden Fall nur von Profis machen zu lassen, die ihr Handwerk verstehen. Ich kann euch die Jungs von ZF Dortmund also abermals nur ans Herz legen. MEIN Fuffy läuft seitdem genial seidenweich.

 

weitere Fotos

im Warteraum von ZF in Dortmund
im Warteraum
auf der ZF-Hebebühne bei ZF in Dortmund
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