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Kategorie: Formel1 28.02.2008
Gespräch mit den Fahrern des BMW Sauber F1 Teams.
München/Hinwil, 28. Februar 2008. In gut zwei Wochen startet die
Formel-1- Weltmeisterschaft 2008 mit dem Großen Preis von Australien am 16. März
in Melbourne. Das BMW Sauber F1 Team hat sich bei Testfahrten in Valencia, Jerez
und Barcelona vorbereitet. Die Piloten Nick Heidfeld und Robert Kubica sprechen
über die zurückliegende Winterpause und ihre Erwartungen an die dritte Saison
des BMW Sauber F1 Teams.
- Haben Sie die Winterpause genossen?
Nick Heidfeld: So lange war die Winterpause zum Glück nicht, wir haben
schließlich regelmäßig getestet. Dazwischen habe ich intensives Fitnesstraining
betrieben. Ich habe zu Hause ein kleines Studio, in dem ich spezielle Übungen
zum Aufbau der Muskulatur in Nacken, Armen und Rumpf durchführen kann. Über
Weihnachten und Neujahr habe ich Zeit mit meiner Familie verbracht, die ich
natürlich sehr genossen habe.
Robert Kubica: Meine Winterpause sah ähnlich aus. Ich habe ebenfalls ein paar
Tage mit meiner Familie verbracht und mich entspannt. Außerdem habe ich genauso
wie Nick das Fitnesstraining intensiviert und unter anderem am Trainingscamp des
Teams in St. Moritz teilgenommen. Mein Schwerpunkt lag dabei auf dem
Ausdauertraining.
Robert Kubica und Nick Heidfeld im Interview
- Wie schwierig ist es, sich nach der Winterpause für die Testfahrten vor der
neuen Saison zu motivieren?
Kubica: Überhaupt nicht schwierig. Mir hat die kurze Pause ausgereicht, um
meine Batterien aufzuladen. Ich sitze gerne auch bei Testfahrten im Auto.
Zusätzliche Motivation war natürlich, dass ich die Ehre hatte, den neuen BMW
Sauber F1.08 als Erster auf einer Rennstrecke zu fahren.
Heidfeld: Von mir aus hätte die Winterpause sogar kürzer sein können. Ich
sitze sehr gerne im Auto und freue mich auf jede Gelegenheit. Insgesamt wäre es
mir lieber, wenn wir weniger testen und dafür mehr Rennen fahren würden. Knapp
fünf Monate ohne Rennen sind mir irgendwie zu lang.
- Wie sieht Ihr Resümee nach Abschluss der Wintertestfahrten aus?
Heidfeld: Selbst für uns Piloten war es schon lange nicht mehr so schwierig,
sich eine Meinung über die wahren Kräfteverhältnisse in der Formel 1 zu bilden.
Die Testergebnisse der großen Teams waren dazu einfach zu unterschiedlich. Wir
selbst haben uns seit dem Roll-out in Valencia enorm gesteigert.
Kubica: Die Ingenieure sind ein gewisses Risiko eingegangen und haben mit dem
F1.08 in einigen Bereichen Neuland betreten. Dass wir am Anfang der Wintertests
nicht ganz da waren, wo wir uns erhofft hatten, war eine Folge davon. Aber seit
dem Roll-out hat jeder im Team – gleichgültig ob im Testteam oder in der
Zentrale – mit aller Energie sieben Tage die Woche gearbeitet. Diese Mühe hat
sich gelohnt, wir haben riesige Fortschritte gemacht und in allen Bereichen
Verbesserungen erreicht. Und ich bin mir sicher, wir haben das Potenzial des
F1.08 noch lange nicht ausgereizt.
- Wie wirken sich der Wegfall der Traktionskontrolle und der
Motorschleppmomentregelung für Sie aus?
Kubica: Bei den Testfahrten haben wir festgestellt, dass der Reifenverschleiß
stark vom Fahrer beeinflusst wird. Das trifft umso mehr zu, je höher die
Asphalttemperatur ist. Es ist außerdem sehr wichtig, möglichst wenig neben der
Ideallinie zu fahren. In der Vergangenheit konnten wir uns in einer solchen
Situation darauf verlassen, dass die Traktionskontrolle alles im Griff hatte.
Trotz eines kleinen Ausrutschers hat man relativ wenig Zeit verloren. Ohne
Traktionskontrolle muss der Fahrer vom Gas gehen, um keinen Dreher zu riskieren.
Dadurch ist der Zeitverlust natürlich höher. Insgesamt ist es aber nicht
ausschließlich eine Frage des Fahrstils. Dein Auto muss ebenfalls die Reifen
perfekt nutzen.
Heidfeld: Alle Piloten waren richtig gespannt darauf, wie sich ein heutiger
Formel 1 ohne Traktionskontrolle fährt. Inzwischen haben wir alle unseren
Fahrstil entsprechend umgestellt, das ist schließlich Teil unseres Jobs. Beim
Testen hatte ich einmal die Gelegenheit, im Regen zu fahren. Ich muss sagen, das
hat ohne Traktionskontrolle richtig Spaß gemacht. Die Herausforderung für den
Piloten ist größer, das gefällt mir.
- Womit kann Ihnen Ihr Teamkollege auf die Nerven fallen?
Heidfeld: Wenn er schneller ist als ich. Logisch, oder?
Kubica: Mir würde es nicht gefallen, wenn ich kein gutes Verhältnis zu meinem
Teamkollegen hätte. Zum Glück arbeiten Nick und ich sehr gut zusammen.
- Welche Ziele haben Sie sich persönlich für 2008 gesetzt?
Kubica: Ich werde immer 100 Prozent geben und möchte konstant in die WM-
Punkte fahren.
Heidfeld: Ich möchte das Maximum aus mir und dem BMW Sauber F1.08
herausholen, so wenig Fehler wie möglich machen und mich ständig weiter
entwickeln.
- Das erste Nachtrennen der F1-Geschichte findet zwar erst im September in
Singapur statt. Aber es kursieren schon Überlegungen, weitere Rennen bei
Dunkelheit auszurichten. Wie gefällt Ihnen diese Idee?
Heidfeld: Ich bin grundsätzlich ein Freund von allem Neuen. Ich bin also sehr
gespannt, wie das Ganze in Singapur funktionieren wird, wie die Atmosphäre sein
wird. Die Pläne sehen vor, durch künstliches Licht die Rennstrecke taghell
auszuleuchten. Kein Vergleich also mit dem 24-Stunden-Rennen in Le Mans, wo ich
früher schon einmal bei Dunkelheit gefahren bin.
Kubica: Ich glaube nicht, dass es bei normalem Wetter irgendwelche Probleme
geben wird. Wahrscheinlich werden wir kaum einen Unterschied zu einem normalen
Rennen feststellen. Anders könnte es bei Regen aussehen, wenn Reflektionen von
den Scheinwerfern die Sicht beeinträchtigen könnten. Ich bin mir aber sicher,
dass die FIA auch daran gedacht hat und für einen sicheren Ablauf des Rennens
sorgen wird.
- Ihre Vorschau auf Melbourne…
Kubica: Ich bin ein Freund von Stadtkursen, deswegen mag ich auch Melbourne.
In der Vergangenheit war ich dort immer sehr schnell. Mir gefällt aber auch die
Atmosphäre in der Stadt, die freundlichen und rennsportbegeisterten Fans. Ich
kann es jedenfalls kaum erwarten, das Training zum Großen Preis von Australien
aufzunehmen. Dann ist endlich die von den Wintertests verursachte Zeit der
Spekulationen vorüber.
Heidfeld: Das erste Rennen der Saison ist immer etwas Besonderes. Ich mag den
Kurs von Melbourne, weil er einen ganz eigenen Charakter hat – ein Mittelding
zwischen einem Stadtkurs und einer permanenten Rennstrecke. Weil hier nicht
ständig Rennen stattfinden, ist vor allem in den ersten Trainingssitzungen das Grip- Niveau sehr niedrig. Ohne Traktionskontrolle und
Motorschleppmomentregelung wird das sicher sehr anspruchsvoll. Außerdem hat uns
in der Vergangenheit schon manchmal das Wetter überrascht. Für mich kommt hinzu,
dass Australien mein Lieblingsreiseland ist. Ich werde vor dem Rennen dort ein
paar Tage Urlaub machen. Kurz gesagt: Ich freue mich richtig darauf, dass es
endlich losgeht.
Quelle: BMW Presse Mitteilung vom 28.02.2008
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