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Der BMW 328.
Verbote des modernen Motorsports.

Agilität, Beschleunigungsvermögen, Zuverlässigkeit und Leichtigkeit.

Die Konstrukteure des BMW 328 hatten sich auf das Wesentliche konzentriert und damit eine neue Ära des Motorsports eingeleitet. Zu einer Zeit, in der hochgezüchtete Kompressor-Boliden das Renngeschehen beherrschten, war der nur 830 Kilogramm schwere und in der Serienversion gerade einmal 80 PS starke BMW 328 Roadster eine Sensation. Denn er ließ die großen, starken und schweren Konkurrenten weit hinter sich und wurde damit zum Vorboten des modernen Motorsports, bei dem Leistung erst in Verbindung mit maximaler Effizienz zum Erfolg führt. Vor 70 Jahren, am 14. Juni 1936, gewann der BMW 328 mit dem legendären Ernst Henne am Steuer, auf dem Nürburgring sein erstes Rennen. Mehr als 200 weitere sollten bis in die 50er-Jahre hinein folgen – eine für Fahrzeuge dieser Klasse bis dahin einzigartige Erfolgsgeschichte. Kaum ein anderes Modell hat denn auch die Motorsportgeschichte des Unternehmens so nachhaltig geprägt wie der BMW 328 mit seinem 2,0 Liter-Reihensechszylinder-Motor.

BMW 328,1938. Am Auto: Franco CavallieriConcorso d’Eléganza Villa d’Este 2005.
BMW 328, 1938. Am Auto: Franco Cavallieri

 

Die BMW Group Mobile Tradition pflegt diesen Mythos bis heute mit besonderer Hingabe: nicht nur in ihren Werkstätten und Ausstellungshallen, sondern regelmäßig auch mit Auftritten bei historischen Wettfahrten, wo der BMW 328 als Roadster ebenso wie als Coupé noch immer die bewundernden Blicke der Automobil-Liebhaber auf sich zieht. Einen Ehrenplatz in der Sammlung nimmt seit 2002 das BMW 328 Mille Miglia Touring Coupé ein. Mit diesem Fahrzeug hatten Fritz Huschke von Hanstein und Walter Bäumer im Jahre 1940 die Mille Miglia gewonnen.

BMW im Motorsport: Erfolgreich von Anfang an.

Motorsport hat die Geschichte von BMW von Beginn an geprägt. Nach den großen Erfolgen auf zwei Rädern konnten die Konstrukteure schon früh auch bei Automobilrennen für Aufmerksamkeit sorgen. Gleich der erste Auftritt bei der Alpenfahrt 1929 endete mit einem überlegenen Mannschaftssieg für Max Buchner, Albert Kandt und Wilhelm Wagner in ihren von Vierzylinder-Motoren angetriebenen BMW 3/15 PS. Zahlreiche weitere Erfolge machten die Marke schnell bekannt, mit Spannung wurde daher vier Jahre später der Vorstoß in die Sechszylinder-Klasse beobachtet. Der neue Reihensechszylinder erwies sich mit seiner Leistungsfähigkeit und Drehfreude, seinem geringen Gewicht und seiner Zuverlässigkeit als prädestiniert für den Motorsport. Begleitet von weiteren Rennsiegen wuchs die Leistung dieser Maschine bis 1934 auf 55 PS bei einem zwischenzeitlich von 1,5 auf 1,9 Liter erweiterten Hubraum. Der mit diesem Motor bestückte BMW 319/1 Roadster gewann unter anderem die Alpenfahrt 1936. Beim Dreiecksrennen in München wurde er jedoch auf Rang zwei verdrängt: von einem BMW 328, dem neuen Sportwagen der Marke, der damit seinen Vorgänger ablöste und einen beispiellosen Siegeszug startete. Schon im Juni 1936 hatte Ernst Henne mit diesem vollkommen neu konstruierten offenen Zweisitzer das Eifelrennen am Nürburgring überlegen gewonnen. Bis 1940 kamen mehr als 130 weitere Siege hinzu.

Herausragende Leistungsquelle: Der Reihensechszylinder-Motor.

Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 150 km/h war der BMW 328 schon 1936 nach den Mercedes-Kompressormodellen das zweitschnellste Auto Deutschlands.

Mille Miglia 2004: BMW 328 Mille Miglia Coupé in Siena

Mille Miglia 2004: BMW 328
Mille Miglia Coupé in Siena

 

Doch dabei blieb es nicht. Die Motorleistung stieg schnell auf mehr als 100 PS an. Als schließlich spezieller Rennkraftstoff verfügbar war, brachte es der Reihensechszylinder gar auf 136 PS. Schon 1938 gelang dem BMW 328 ein erster glanzvoller Auftritt bei der Mille Miglia. Der zweisitzige Roadster erreichte Platz eins in der Zwei-Liter-Klasse. Die Krönung folgte 1940: Bei der zum ersten und einzigen Mal auf einer Hochgeschwindigkeitsstrecke ausgetragenen Mille Miglia sicherten sich „Rennbaron“ Fritz Huschke von Hanstein und sein Co-Pilot Walter Bäumer mit mehr als einer Viertelstunde Vorsprung den Gesamtsieg. Ihr Wagen erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h, mit einem Durchschnittstempo von 166,7 km/h stellte der Mille-Miglia-Sieger einen Rekord auf, der für alle Zeiten ungebrochen blieb.

Ihren spektakulären Sieg errangen Huschke von Hanstein und Bäumer in einem ganz besonderen BMW 328. Schon die offenen Zweisitzer und auch die zunächst in München gefertigte geschlossene Variante hatten mit ihrem günstigen Leistungsgewicht beeindruckt. Für die Rennen in Le Mans 1939 und Brescia 1940 musste jedoch ein noch leichteres Coupé her. Der Auftrag dazu ging an die Mailänder Karosserieschmiede Touring. Ausgerechnet der „Hausschneider“ des damals größten Konkurrenten Alfa Romeo verpasste dem kleinen BMW eine Aluminium-Karosserie, die ebenso windschlüpfig wie leicht ausfiel. Ein Siegerauto war geboren. Mit seinem Gitterrohrrahmen und der „superleggera“-Karosserie wog das fahrfertige Coupé nur 780 Kilogramm.

BMW 328 Mille Miglia Touring Coupé: Siegesfahrt und Odyssee.

Die Siegesfahrt bei der Mille Miglia sollte der vorerst letzte öffentliche Auftritt des Touring-Coupés bleiben. In den Kriegswirren der folgenden Jahre verlor sich die Spur des Fahrzeugs zunächst. 1945 tauchte der BMW wieder auf. Der ehemalige BMW Ingenieur Claus von Rücker entdeckte das nach einem Unfall stark demolierte Coupé. Ihm gelang es, den Wagen von der
US-Besatzungsbehörde zu erwerben und wieder herzurichten. Ende 1947 emigrierte von Rücker nach Kanada, wo er den BMW 328 an den Fotografen und Rennfahrer Robert Grier verkaufte. Grier fuhr mehrere Rennen mit dem Coupé, nach seinem Tod Mitte der 50er-Jahre blieb der BMW für rund 30 Jahre in einer Garage in der Kleinstadt Wallingford/Connecticut verborgen. Erst Mitte der 80er-Jahre wurde der kalifornische Sammler Jim Proffit auf die automobile Rarität aufmerksam. Nach einer intensiven Restauration nahm Proffit mit dem BMW an mehreren historischen Autorennen teil. Schon damals fasste er den Entschluss, den einzigartigen Wagen eines Tages nach Deutschland zurückzuführen. Im Jahre 2002 war es soweit: Proffit und die BMW Group Mobile Tradition einigten sich nach langen Verhandlungen über den Transfer des Coupés nach München. Das BMW 328 Mille Miglia Touring Coupé ist heute eines der Glanzstücke in der Sammlung der Mobilen Tradition.

BMW 328 auf der Techno Classica 2004 in Essen

BMW 328 auf der Techno
Classica 2004 in Essen

 

Zwischen 1936 und dem Sommer 1940 entstanden 464 Fahrzeuge vom Typ BMW 328. Viele von ihnen sind noch heute bei historischen Wettfahrten im Einsatz. Auch die BMW Group Mobile Tradition bringt die in ihrer Sammlung befindlichen Fahrzeuge regelmäßig an den Start – oftmals mit prominenten Fahrern am Lenkrad. So startete im Jahre 2003 der schwedische König Carl XVI Gustav gemeinsam mit Leopold Prinz von Bayern auf einem BMW 328 Touring Roadster bei der als Gleichmäßigkeitsfahrt ausgetragenen Neuauflage der Mille Miglia. Zu den mehr als 200 Rennsiegen, die bis in die 1950er-Jahre mit dem BMW 328 erzielt wurden, kam 2004 ein ganz besonderer Erfolg hinzu. Mit dem Siegerfahrzeug von 1940 gelang Giuliano Cané mit seiner Beifahrerin und Ehefrau Lucia Galliani das Kunststück, die Mille Miglia auch unter dem neuen Reglement zu gewinnen. Das BMW 328 Mille Miglia Touring Coupé ist seitdem das erste Fahrzeug, das sowohl beim klassischen Rennen als auch bei der Neuauflage der Mille Miglia als Sieger über den Zielstrich rollen konnte.

Quelle: BMW Presse-Information vom 11.05.06

 
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Weiter: interner Link BMW Group Mobile Tradition. Historie erlebbar gemacht.



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