31.05.2007
Service: Innenraumpflege im Automobil ist Gesundheitsfaktor
Bei der Reinigung des Fahrzeuges sollten Autofahrer das Interieur nicht
vergessen: Schokoladenflecken auf den Sitzen, Krümel in den Ledernähten oder
klebriger Blütenstaub auf dem Armaturenbrett sind nicht nur lästig, sondern
können auch die Gesundheit schädigen. Eine regelmäßige Innenraumpflege
verhindert Bakterienbefall und vernichtet Krankheitserreger und Staubmilben. Die
Auto-Experten von TÜV Süd geben Tipps für die richtige Pflege.
Bevor mit der Reinigung des Fahrzeuginnenraums begonnen werden kann, sollten
folgende Utensilien griffbereit in Stellung gebracht werden: Staubsauger,
Glasreiniger, Polsterschaum, eventuell Lederpflegeschaum,
Kunststoffpflegemittel, Fleckenwasser, ein Schwamm, Bürsten (Zahnbürste für
kleine Ecken und Winkel) sowie ein Microfasertuch. Da Strom und Wasser benötigt
wird, ist die Garage im Regelfall der beste Ort für den Autoputz, zumindest wenn
sie gut ausgeleuchtet ist und man den Schmutz auch sehen kann.
Zunächst sollten die Fußmatten entfernt, dann der gesamte Innenraum gründlich
ausgesaugt und anschließend Luftschlitze, Lehnen, Handschuhfach und Aschenbecher
mit einem feuchten Lappen oder mit einem neutralen Reiniger geputzt werden. Bei
der Reinigung des Innenraums den Kofferraum nicht vergessen. Gerade hier und
insbesondere in der Reserveradmulde sammelt sich schnell Schmutz, der
gegebenenfalls sogar mit einem Fleckenreiniger entfernt werden muss. Einen
Dachhimmel aus Stoff säubert man am besten mit dem Staubsauger. Ansonsten hilft
wie bei der Polsterung ein spezieller Reinigungsschaum.
Zunächst sollten sämtliche Lederteile sorgfältig abgebürstet, bzw. mit dem
Staubsauger abgesaugt werden, denn grober Staub und Schmutzpartikel in Poren,
Falten und Nähten können scheuern und die Oberfläche des Leders beschädigen. Für
die regelmäßige Säuberung des Leders reicht ein leicht angefeuchteter Baumwoll-
oder Wolllappen. Unter allen Umständen sollte aber, um Wasserflecken zu
vermeiden, großflächig gearbeitet werden. Auch darf sich in den Nähten kein
Wasser sammeln und das Leder nicht durchfeuchtet werden. Spezialreiniger wie
Lederpflegeschaum sind erst bei starken Verschmutzungen bzw. etwa alle sechs
Monate nötig. Wer anschließend noch mit einer Lederlotion arbeiten möchte, muss
das Leder vorher unbedingt absolut trocken reiben. Um ein unschönes Ausbleichen
und Austrocknen des Leders zu vermeiden, sollte das Material bei längeren
Standzeiten vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden.
Um Kunststoffteile auf Hochglanz zu polieren oder matte Oberflächen
aufzufrischen, bietet der Handel unzählige Mittelchen und Sprays zum Kauf an.
Für welches man sich entscheidet, ist nicht allein eine Frage des Geschmacks und
des Preises. Einige Reiniger greifen das Material an, was insbesondere an
hochsensiblen Stellen, vor allem im Airbag-Bereich, lebensgefährlich sein kann.
Es empfiehlt sich daher, sich für Markenprodukte zu entscheiden. Gerade für die
Pflege des Armaturenbretts reicht meistens aber auch schon klares Wasser und ein
sauberes, fusselfreies Tuch. Sollte das im Einzelfall mal nicht ausreichen,
einfach ein lösungsmittelfreies Cockpitspray direkt auf den Schwamm sprühen, die
Kunststoffteile einreiben und mit einem Microfasertuch nachpolieren.
Hundehaare, Filzstifte, Schokolade oder Kaugummi sind die natürlichen Feinde
des Fahrzeuginnenraums und erfordern eine Spezialbehandlung. Wer Tierhaaren mit
Wasser zu Leibe rückt, erreicht lediglich, dass die Haare ins Polster einziehen.
Hier helfen nur ein starker Staubsauger und eine Bürste. Kleinen
Filzstift-Kunstwerken begegnet man am besten mit Fleckenentfernern aus dem
Drogeriemarkt. Schokoladenreste sollten zunächst vorsichtig mit einer Bürste
entfernt werden, bevor man den Fleck mit einem Tuch auftupft. Bei hartnäckigen
Flecken hilft nur ein Fleckenentferner. Den berühmten Kaugummi im Polster oder
auf dem Teppich bekämpft man zunächst mit einem Kältespray bevor man ihn
vorsichtig aus den Fasern bricht.
Hauptursache für störende Gerüche im Auto sind Essensreste, die sich
beispielsweise bei einer Mahlzeit auf dem Weg in den Urlaub unbemerkt in kleinen
Zwischenräumen verstecken. Deshalb ist es wichtig, den Innenraum wirklich
gründlich auszusaugen und dabei auch die Sitze in unterschiedliche Positionen zu
bringen. Da Schmutz fasertief sitzt, sollte anschließend Reinigungsschaum zum
Einsatz kommen. Manchmal ist aber auch Schimmel in der Polsterung, der stinkt.
Deshalb muss das Auto immer trocken gehalten und bei der Reinigung nur mit wenig
Wasser gearbeitet werden.
Wenn bei der Reinigung des Innenraums Kunststoffpflegemittel auf die Pedale,
das Lenkrad oder die Handbremse gelangen, droht Lebensgefahr, da Cockpit-Sprays
das Material zwar geschmeidig, aber auch spiegelglatt machen. Die Experten von
TÜV Süd weisen ferner darauf hin, dass bei der Pflege der Instrumententafel und
den Oberflächen der Airbagmodule keine lösungsmittelhaltigen Reiniger verwendet
werden dürfen, weil sie das Material und die Sollbruchstellen des Airbags
angreifen, porös machen und irreparabel beschädigen. Grundsätzlich gilt:
Haushalts- oder Geschirrspülmittel sind bei der Fahrzeuginnenreinigung absolut
tabu.
Quelle: ar, 31.05.2007
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