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Kategorie: Formel1 01.01.1970
GP Deutschland 2005 - Vorschau
Nachdem die neue MKII-Karosserie auf Herz und Nieren geprüft wurde, wird das
BMW WilliamsF1 Team beim Großen Preis von Deutschland am 24. Juli in Hockenheim
mit erneut modifizierten FW27 antreten. Das Rennen im Badischen ist der 12. von
19 WM-Läufen 2005 und der vorletzte Einsatz im dicht gefüllten Rennkalender für
den Monat Juli.
Nick Heidfeld: "Ich freue mich natürlich besonders auf das Rennen in
Hockenheim, auf den zweiten Heim-Grand-Prix in Deutschland. In den vergangenen
beiden Rennen sah es bei uns in Sachen Speed nicht gut aus. Umso mehr hoffe ich,
dass wir die Ursachen herausfinden und ich den Fans zu Hause ein gutes Rennen
zeigen kann.
Eine Besonderheit ist für mich immer die Atmosphäre in Hockenheim. Der
Stadioncharakter im Motodrom ist einzigartig. Die Strecke insgesamt ist in
Ordnung, aber ich muss ehrlich sagen, dass mir der alte Kurs deutlich besser
gefallen hat. Der alte Hockenheimring mit den langen Waldgeraden und der
Schwierigkeit, im Infield mit wenig Anpressdruck klarzukommen, war einmalig.
Aber für die Fans und die Sicherheit ist die neue Strecke bestimmt besser."
Mark Webber: "Natürlich sind im Grunde alle Rennen gleich wichtig,
aber für BMW würde ich mich besonders freuen, wenn wir in Deutschland ein gutes
Resultat erzielen könnten. Ich war beim Test in Jerez nicht dabei, weil die
Brandwunde an meiner Hüfte, die ich mir beim Rennen in Frankreich zugezogen
habe, Zeit zum Ausheilen braucht. Aber ich weiß, dass alle im Team hart
arbeiten, um die Gründe für unser schlechtes Abschneiden bei den vergangenen
beiden Europa-Rennen zu verstehen. Ich hoffe, wir machen am kommenden
Rennwochenende mit dem FW27 einen erkennbaren Schritt nach vorn.
Der Kurs in Hockenheim bietet gute Überholmöglichkeiten und von daher gute
Aussichten auf ein spannendes Rennen. Die Stimmung unter den deutschen Fans ist
immer gut, und als Fahrer bekommt man immer einen tollen Kick, wenn man in das
Stadion einbiegt und die vollen Tribünen sieht. Das ist ein besonderes Gefühl."
Sam Michael
(Technischer Direktor WilliamsF1): "Nach dem Rennen in
Silverstone haben wir in der Fabrik, im Windkanal und beim Test in Jerez hart
gearbeitet, um den FW27 zu verstehen und zu verbessern. Nick, Antonio und Nico
haben dazu ihren Beitrag geleistet. Wir haben viele mechanische und
aerodynamische Abstimmungsvarianten durchgespielt. Die Tage in Jerez waren der
letzte Test vor der Sommerpause, und wir haben Fortschritte gemacht. WilliamsF1
war immer ein Siegerteam, und wir sind zuversichtlich, dass wir schnellstmöglich
wieder auf einem höheren Niveau fahren.
Hockenheim ist eine interessante Rennstrecke. Die hauptsächlich langsamen und
mittelschnellen Kurven erlauben eine weichere Abstimmung, weil die Anforderungen
an ein stabiles Fahrverhalten bei Hochgeschwindigkeit nicht allzu hoch sind. Es
gibt viele Stellen, an denen Traktion sehr gefordert ist, deshalb werden die
Reifen auf dieser Strecke stark beansprucht. Die Reifenhersteller passen die
Mischungen üblicherweise an, um Blasenbildung auszuschließen. Hockenheim bietet
großartige Überholmöglichkeiten, wir können gute Manöver erwarten. Bezüglich der
Rennstrategie wird man sich zwischen zwei und drei Stopps entscheiden."
Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor): "Nach den beiden
enttäuschenden Rennen in Frankreich und England dürfen wir beim Großen Preis von
Deutschland keine Wunder erwarten. Die Entwicklungsarbeit läuft auf Hochtouren,
sowohl im Windkanal in Grove als auch zuletzt auf der Strecke in Jerez. Es geht
darum, die Ursachen für die schwachen Rundenzeiten zu finden und sie
schnellstmöglich abzustellen. Wir unterstützen dieses Programm nach Kräften. Wir
wollen in der Saison 2005 noch gemeinsam auf den Erfolgsweg zurückfinden.
Die beiden BMW P84/5 Motoren, mit denen Mark und Nick in Hockenheim antreten,
werden jene sein, die bereits in Silverstone in den Autos waren. Obwohl die
langen Waldgeraden von Hockenheim seit 2002 verschwunden sind, liegen die
Anforderungen an die Motoren dort im oberen Drittel. 2004 betrug der
Volllastanteil pro Runde 62 Prozent, die längste Volllastpassage am Stück misst
1047 Meter, außerdem müssen wir mit einem Hitzerennen rechnen.
Für die BMW Ingenieure war die Woche nach dem britischen Grand Prix eine
besondere, weil wir eine erste Konfiguration des V8-Motors für die Saison 2006
erstmals im Fahrbetrieb getestet haben. Die erste Ausfahrt in Jerez hat Antonio
Pizzonia in einem modifizierten FW27 übernommen. Der Test verlief insgesamt
positiv, wir liegen weiterhin im Zeitplan."
Zahlen und Fakten:
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Strecke/Datum: Hockenheimring/24. Juli 2005
- Startzeit (lokal/GMT): 14:00 Uhr/12:00 Uhr
- Runde/Renndistanz: 4,574 km/306,458 km (67
Runden)
- Sieger 2004: Michael Schumacher (Scuderia Ferrari Marlboro)
- Pole 2004: Michael Schumacher (Scuderia Ferrari Marlboro), 1.13,306 min
- Rundenrekord: Kimi Räikkönen (West McLaren Mercedes),1.13,780 min (2004)
F1-Statistik:
- BMW WilliamsF1 Team: 96 Starts, 10 Siege, 17 Polepositions
- WilliamsF1 vor 2000: 356 Starts, 103 Siege, 108 Polepositions
- BMW vor 2000: 97 Starts, 9 Siege, 15 Polepositions
Historie und Hintergrund:
Die Stadt Hockenheim zählt gut 20.000 Einwohner und liegt in der
nordbadischen Rheinebene im Bundesland Baden-Württemberg. Die Stadt verfügt über
sehr gute Autobahnanbindungen: Die A6 und die A61 sind direkte Zubringer, die A5
ist ebenfalls gut erreichbar.
Am 29. Mai 1932 wurde als Eröffnungsveranstaltung auf einem nicht
asphaltierten Dreieckskurs das erste Motorradrennen in Hockenheim gestartet.
1938 wurde die Strecke zum ovalförmigen "Kurpfalzring" umgebaut. 1957 wurde
erneut modernisiert und auch das Motodrom gebaut.
Am 2. August 1970 fand der erste Formel-1-GP statt, es siegte Jochen Rindt.
1977 wurde der Große Preis von Deutschland dauerhaft ins Badische verlegt,
lediglich 1985 kehrte er noch einmal auf den Nürburgring zurück.
Zu ihrem 70-jährigen Jubiläum präsentierte sich die Rennstrecke 2002 in neuer
Form und mit neuem Namen: Der "Hockenheimring Baden Württemberg" kommt seither
ohne die berühmten langen Waldgeraden aus, an denen kein Platz für Zuschauer
war. Wo es früher in den Wald ging, biegt das Feld nun scharf rechts ab in die
extrem lang gezogene Highspeed-Kurve Parabolika. Sie mündet in eine Spitzkehre,
die mit extremem Lenkradeinschlag im ersten Gang durchfahren wird. Nach der
Haarnadel führt eine Rechts-Links-Rechts-Kombination zurück in das stadionartige
Motodrom.
WilliamsF1 hat bis dato neun Siege in Hockenheim erzielt. Den ersten im Jahr
1979 mit Alan Jones, den bis dato letzten gemeinsam mit BMW 2003. Damals siegte
Juan Pablo Montoya im FW25 von der Poleposition überlegen mit mehr als 65
Sekunden Vorsprung.
Quelle: BMW Presse-Mitteilung vom 15.07.05
 Abbildung:
Ein Fall für zwei. Die wichtigste Zweierbeziehung in der Formel 1 ist die
zwischen Fahrer und Ingenieur. Ihre enge Zusammenarbeit ist von entscheidender
Bedeutung für die Performance der Boliden auf der Rennstrecke.
Abbildung: Performance Statistik Deutschland
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