05.06.2013 BMW ConnectedDrive Ausblick 2013: Hochautomatisiertes Fahren Über Europas Autobahnen mit dem elektronischen Co-Piloten.
Um den Autofahrern in Zukunft hochkomfortable und sichere Fahrzeuge mit modernsten Fahrerassistenzsystemen anbieten zu können, arbeiten die Ingenieure der BMW Group Forschung und Technik seit einigen Jahren an einem elektronischen Co-Piloten zum hochautomatisierten Fahren auf der Autobahn. Bereits im Jahr 2011 fuhr ein Versuchsfahrzeug der BMW Group Forschung und Technik ohne Fahrereingriff auf der mehrspurigen Autobahn A9 von München in Richtung Nürnberg. Nun sind die Forscher soweit, dass auch ein hochautomatisierter Autobahnwechsel an Autobahnkreuzen möglich ist. Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt für die durchgängige Bewältigung von Autobahnnetzen, um dem Kunden in Zukunft ein kontinuierliches hochautomatisiertes Fahrerlebnis ermöglichen zu können.
Die maßgeblichen technischen Voraussetzungen für das hochautomatisierte Fahren entwickelten die Ingenieure der BMW Group Forschung und Technik in den Vorläufer-Forschungsprojekten BMW TrackTrainer und Nothalteassistent. Der BMW TrackTrainer ist in der Lage, Rennstrecken hochautomatisiert auf der Ideallinie zu umrunden, um den Fahrer gezielt zu schulen. Der BMW Nothalteassistent führt bei einem gesundheitlich bedingten Notfall des Fahrers auf der Autobahn ein hochautomatisiertes Nothaltemanöver durch und bringt das Fahrzeug so in einen sicheren Zustand.
Das Forschungsfahrzeug zum hochautomatisierten Fahren bremst, gibt Gas und überholt von alleine, jedoch geschieht dies stets angepasst an die momentane Verkehrssituation sowie unter Einhaltung aller Verkehrsregeln. Mittlerweile haben die Spezialisten rund 10.000 Testkilometer zurückgelegt. Damit das hochautomatisiert fahrende Forschungsfahrzeug im Straßenverkehr unauffällig und fließend agieren kann, müssen dem Fahrzeug klare Handlungsstrategien mit auf den Weg gegeben werden. Die Grundlagen für die Ableitung dieser Strategien bilden neben der zuverlässigen Lokalisierung des Fahrzeugs innerhalb der eigenen Fahrspur vor allem die robuste Erkennung aller Fahrzeuge und Objekte in der unmittelbaren Umgebung. Erreicht wird dies durch die Fusion von Daten diversitärer, sich ergänzender Sensortechnik wie Lidar, Radar, Ultraschall und Kameraerfassung auf allen Fahrzeugseiten. Trotz dieser 360°-Rundumerfassung ist das Fahrzeug von außen kaum von einem Serienfahrzeug zu unterscheiden.
Den Forschern ist es besonders wichtig, dass die Intelligenz der Technologiestudie stetig ausgebaut wird. Deshalb verhält sich das Forschungsfahrzeug z. B. an Autobahnauffahrten kooperativ, d. h. es lässt auf die Autobahn auffahrende Verkehrsteilnehmer einfädeln. Ein völlig neuer Zusatz ist, dass das Fahrzeug ohne Fahrereingriff nun auch Autobahnkreuze durchfahren und damit Autobahnen wechseln kann. Am Autobahnkreuz "München-Nord" fährt das Auto schon heute selbstständig von der A9 auf die A92 in Richtung Flughafen und zurück. Die feine Querregelung in engen Kurven sowie die Eindeutigkeit von Punkten auf der hochgenauen digitalen Karte beim Aufeinandertreffen von mehreren Straßen waren die zentralen Herausforderungen, denen sich die Forscher erfolgreich stellten.
Das nächste große Ziel der BMW Group ist das hochautomatisierte Fahren auf europäischen Autobahnen mit all ihren Herausforderungen – also durch Mautstellen, Baustellen und über Ländergrenzen hinweg. Deshalb initiierte die BMW Group mit dem internationalen Automobilzulieferer Continental im Januar 2013 eine Forschungspartnerschaft. Das Kooperationsprojekt zwischen der BMW Group und Continental läuft bis Ende 2014 und soll bis dahin mehrere prototypische Versuchsfahrzeuge mit seriennaher Technik aufbauen.