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Kategorie: Formel1 01.01.1970
GP Italien 2005 - Vorschau
Ein Klassiker steht vor der Tür: der Große Preis von Italien in Monza am 4.
September. Der 15. von 19 WM-Läufen ist das vorletzte Europa-Rennen der Saison
2005. Die Traditionsstrecke verlangt eine ganz besondere Fahrzeugabstimmung. Um
den widersprüchlichen Anforderungen des Kurses gerecht zu werden, kommen eigens
für diesen Grand Prix entwickelte Karosserie-Konfigurationen zum Einsatz.
Gleichzeitig werden die Motoren an ihre Grenzen getrieben.
Das Team hat seine Ursachenforschung bezüglich der Reifenschäden in der
Türkei abgeschlossen und ist zu der Überzeugung gekommen, dass eine Reihe von
Umständen zu den Problemen geführt hat. Diese umfassen die mechanische
Abstimmung, die Karosserie-Konfiguration und die Roll- und Walkbewegung des
Reifens. Obwohl die Fahrzeug-Spezifikation in diesem Bereich zuvor problemlos
bei anderen Rennen eingesetzt worden war, hat das Team jetzt einige vorsorgliche
Änderungen vorgenommen. Die Ingenieure sind überzeugt, dass sich die Probleme
nicht wiederholen werden.
Nick Heidfeld: „Monza ist mit Sicherheit eine außergewöhnliche Strecke
im Formel-1-Kalender. Ein alter Kurs mit großer Tradition und einer besonderen
Charakteristik, auf dem wir sehr hohe Geschwindigkeiten erreichen. Mit über 360
km/h fahren wir dort übers Jahr gesehen den höchsten Speed. Dementsprechend
speziell ist auch die Abstimmung für Monza, vor allem im Aerodynamik-Bereich.
Um möglichst hohe Geschwindigkeiten zu erzielen, entwickelt man ein
spezielles Aerodynamik-Paket, das mit wenig Anpressdruck gut funktioniert. Damit
muss man allerdings auch durch die langsamen Schikanen und über die hohen
Randsteine fahren. Insbesondere in der ersten und zweiten Schikane sind die
Randsteine extrem. Ähnlich wie in Imola bringen die italienischen Fans auch in
Monza immer viel Stimmung an die Rennstrecke.“
Mark Webber: „Die Rennstrecke von Monza nimmt bei der Abstimmung eine
Sonderolle ein. Sie ist eine ausgesprochene Hochgeschwindigkeitsstrecke, man hat
also vor allem den Topspeed im Auge. In den vergangenen Jahren habe ich dort
schon Punkte geholt, und ich hoffe, das gelingt uns diesmal wieder. Wir mögen
nicht das Tempo von McLaren und Renault gehen können, aber ich denke, wir können
ein achtbares Resultat erzielen. Wenn wir ordentlich punkten, wäre das kein
schlechtes Ergebnis für uns.
Seit meinem ersten Formel-1-Jahr 2002 bei Minardi habe ich viel Zeit in
Italien verbracht, unweit von Imola. Italien gehört definitiv zu meinen
Lieblingsländern. Ich freue mich auf jede Reise dorthin. Die Leute mögen das Rad
fahren, und es gibt sehr gutes Essen. Italien ist ein phantastisches Land.”
Sam Michael
(Technischer Direktor WilliamsF1): „Der Kurs in Monza
unterscheidet sich von anderen Rennstrecken durch die Dominanz langer Geraden,
außerdem gibt es die Schikanen und vier entscheidende Kurven. In Monza werden
die höchsten Geschwindigkeiten der gesamten Saison erreicht. Die Abstimmung
verlangt sehr niedrigen Luftwiderstand. Um dies zu erreichen, verwenden wir
eigens für Monza entwickelte Front- und Heckflügel. Ferner ist es wichtig, eine
gute Fahrzeugbalance zu finden, um gut durch die mittelschnellen Kurven zu
kommen und das Auto beim Überfahren der Randsteine beherrschbar zu machen.
Um der Ursache für die Reifenschäden von Istanbul auf die Schliche zu kommen,
haben wir gemeinsam mit Michelin alle möglichen Variablen bezüglich Druck und
Sturz durchgespielt. In den Forschungs- und Entwicklungslabors von WilliamsF1 in
Grove haben wir zudem Belastungstests durchgeführt, um die Zustandsveränderungen
während der Runde zu überprüfen. Beim Test in Monza haben wir schließlich
verschiedene Karosserievarianten verwendet, um sicherzustellen, dass der Reifen
keine Chance hat, irgendetwas am Fahrzeug zu berühren. Bei den Testfahrten haben
wir uns mit dem FW27 auch bezüglich Kühlung, Bremsen und Reifenauswahl auf den
Grand Prix vorbereitet.“
Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor): „Monza ist die
Motorenstrecke schlechthin und deshalb für BMW immer ein ganz besonderer Grand
Prix. Auf 69 Prozent der Runde geben die Fahrer Vollgas, das bedeutet den
höchsten Volllastanteil aller Formel-1-Kurse. Betrachtet man die Passagen, in
denen am Stück unter Volllast gefahren wird, gehört Monza auch zu den
Spezialitäten. Es gibt im gegenwärtigen F1-Kalender drei solcher
Vollgaspassagen, die den Motoren alles abverlangen. Die Spitze markiert Spa mit
1821 Metern, sofern Eau Rouge voll gefahren wird. Praktisch gleichauf liegt
Indianapolis mit 1820 Metern, dann folgt Monza mit 1268 Metern.
Bezüglich der Geschwindigkeiten überragt Monza aber alle anderen Strecken.
2004 hat unser damaliger Fahrer Juan Pablo Montoya als Schnellster des
Prequalifyings mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 262,242 km/h einen
F1-Rekord aufgestellt. Antonio Pizzonia gelang im Rennen ebenfalls ein F1-Rekord
mit 369,9 km/h Topspeed. Wir werden zum Großen Preis von Italien turnusgemäß mit
frischen BMW P84/5 Motoren antreten.
Beim zurückliegenden Rennen in der Türkei hatten wir gute Chancen auf Punkte.
Dann mussten wir erneut einen herben Rückschlag verdauen. Doch unser Ziel bleibt
unverändert: Wir wollen die Saison 2005 mit dem BMW WilliamsF1 Team mit einigen
guten Ergebnissen abschließen.“
Zahlen und Fakten:
-
Strecke/Datum: Autodromo Nazionale Monza/4. September 2005
- Startzeit (lokal/GMT): 14:00 Uhr/12:00 Uhr
- Runde/Renndistanz: 5,793 km/306,720 km (53 Runden)
- Sieger 2004: Rubens Barrichello (Scuderia Ferrari Marlboro)
- Pole 2004: Rubens Barrichello (Scuderia Ferrari Marlboro), 1.20,089 min
- Rundenrekord: R. Barrichello (Scuderia Ferrari Marlboro), 1.21,046 min (2004)
F1-Statistik:
- BMW WilliamsF1 Team: 99 Starts, 10 Siege, 17 Polepositions
- WilliamsF1 vor 2000: 356 Starts, 103 Siege, 108 Polepositions
- BMW vor 2000: 97 Starts, 9 Siege, 15 Polepositions
Historie und Hintergrund:
Vor allem zwei Merkmale zeichnen Monza aus: enorme Spitzengeschwindigkeiten und
Tradition. Nirgendwo wurden mehr F1-Grands-Prix ausgetragen als in dem von hohen
Mauern umgebenen Königlichen Park. 2005 startet die Formel 1 dort zum 55. Mal.
Lediglich ein Großer Preis von Italien fand andernorts statt, 1980 in Imola.
Die Stadt Monza hat rund 120.000 Einwohner und liegt in der Provinz Mailand.
Die Rennstrecke wurde in ihrer langen Geschichte vielfach umgebaut. Überreste
einer Steilwand sind stumme Zeugen ihrer frühen Zeit.
Für WilliamsF1 stehen in Monza sechs Siege zu Buche, für BMW zwei. 2001 siegten
die beiden Partner gemeinsam: Juan Pablo Montoya feierte in Monza seinen ersten
Formel-1-Sieg.
Quelle: BMW Presse-Mitteilung vom 26.08.05
Abbildung: Performance Statistik
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