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Bilanz 1. Quartal '23
BMW Group erzielt dank guter Nachfrage starke Margen in volatilem Umfeld.
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 Hersteller-News  

Kategorie: Vorstand Wirtschaft

04.05.2023
Rede Dr. Nicolas Peter, Finanzvorstand der BMW AG, Telefonkonferenz Quartalsmitteilung zum 31. März 2023.
 

Guten Morgen, meine Damen und Herren.

Die BMW Group hat das Jahr 2023 wie erwartet mit einer soliden Performance begonnen.

Das Konzernergebnis liegt bei rund 5,1 Mrd. Euro. Damit haben wir eine Konzern-Umsatzrendite vor Steuern von 13,9% erzielt. Die operative Marge im Segment Automobile beläuft sich nach drei Monaten auf 12,1%.

Dieses Resultat haben wir unter anhaltend volatilen Rahmenbedingungen erreicht. Die geopolitische und makroökonomische Situation bleibt angespannt. Die Inflation und die Zinsen bewegen sich in vielen Märkten immer noch auf hohem Niveau. Ebenso die Kosten für Material und Rohstoffe.

Bilanzpressekonferenz der BMW Group am 21.03.2017 in der BMW Welt in München: Dr. Nicolas Peter, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Finanzen
Dr. Nicolas Peter, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Finanzen

Der Absatz unserer vollelektrischen Fahrzeuge wuchs in den ersten drei Monaten dynamisch. Knapp 65.000 verkaufte Einheiten bedeuten einen Anstieg von gut 83% gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Marke BMW stieg dabei um 112%. Der Anteil der vollelektrischen Fahrzeuge an den Auslieferungen lag bei 11%.

Absatzimpulse kamen auch durch die Markteinführung von Fahrzeugen im oberen Preissegment, wie zum Beispiel dem BMW i7.

Insgesamt lag der Automobilabsatz der BMW Group im ersten Quartal leicht unter dem Vorjahr bei gut 588.000 verkauften Fahrzeugen. Dabei verzeichnete der US-Markt ein deutliches Wachstum. In China sanken die Auslieferungen moderat. Dort waren die Nachwirkungen der Corona-Welle Anfang des Jahres zu spüren. Europa blieb insgesamt stabil.

Im ersten Quartal 2023 war das operative Ergebnis aus unserem chinesischen Joint Venture BBA vollständig und durchgängig in der Gewinn- und Verlustrechnung des Segments Automobile enthalten. Im Vorjahr war BBA dagegen erst seit dem 11. Februar vollkonsolidiert.

Zudem beinhaltet das EBIT im Segment Automobile für 2022 und 2023 Konsolidierungseffekte in unterschiedlicher Höhe.

Darüber hinaus war das Finanzergebnis des Vorjahres durch einen hohen Einmaleffekt im Zusammenhang mit der BBA Vollkonsolidierung geprägt.

Die Quartalsergebnisse sind daher nicht direkt miteinander vergleichbar.

 

Meine Damen und Herren,

Lassen Sie mich damit zunächst auf die Ertragslage im Konzern eingehen.

Die Umsatzerlöse liegen bei gut 36,9 Mrd. Euro, die Umsatzkosten bei rund 29,1 Mrd. Euro. Ein wesentlicher Faktor für den Anstieg von 18,3% bzw. 13,5% gegenüber dem Vorjahr ist die vollständige Einbeziehung des operativen Geschäfts von BBA im Jahr 2023. Zudem leisteten Preis- und Mix-Effekte im Segment Automobile einen positiven Beitrag.

Das Finanzergebnis im Konzern fiel in den ersten drei Monaten mit -246 Mio. Euro leicht negativ aus. Im Vergleich zum Vorjahr ging es deutlich um rund 9,1 Mrd. Euro zurück.

Wesentlicher Faktor ist der einmalige Ertrag von rund 7,7 Mrd. Euro aus der Marktwertbewertung der BBA Eigenkapitalanteile im Jahr 2022.

Daneben steuerte BBA in den ersten sechs Wochen des Vorjahres noch ca. 300 Mio. Euro zum At-Equity-Ergebnis bei. Dieser Ergebnisbeitrag entfiel 2023 komplett.

Im Segment Sonstige Gesellschaften gingen im ersten Quartal 2023 die Marktwerte von Zinssicherungsgeschäften leicht zurück. Im ersten Quartal des Vorjahres hatten sie sich hingegen aufgrund des starken Zinsanstiegs deutlich positiv entwickelt. Die Ergebnisdifferenz zum Vorjahr beläuft sich auf etwa 700 Mio. Euro.

In Summe lag das Konzernergebnis zum 31. März 2023 bei gut 5,1 Mrd. Euro. Die Konzern-Umsatzrendite vor Steuern belief sich auf 13,9% und lag damit deutlich oberhalb unseres strategischen Ziels von mindestens 10%.

Unsere starke finanzielle Position ist das Fundament für die Transformation der BMW Group. Wir investieren kontinuierlich in neue Modelle und Strukturen mit klarem Schwerpunkt auf den Zukunftsthemen Elektrifizierung, Digitalisierung und automatisiertes Fahren.

Die Forschungs- und Entwicklungsleistungen lagen mit knapp 1,6 Mrd. Euro deutlich über dem Vorjahresniveau. Die F&E Quote nach HGB lag mit 4,2% innerhalb unseres langfristigen Zielkorridors von 4 bis 5%.

Unsere Investitionen finanzieren wir aus dem laufenden Geschäft. Sie lagen mit knapp 1,3 Mrd. Euro um etwa 200 Mio. über dem Vergleichswert aus dem Jahr 2022. Aufgrund der gestiegenen Umsatzerlöse lag die Investitionsquote mit 3,6% auf Vorjahresniveau.

Auf Jahressicht erwarten wir eine Quote von rund 6%.

Kommen wir nun zum Segment Automobile.

Die EBIT-Marge lag im ersten Quartal bei 12,1%. Das Ergebnis vor Finanzergebnis übertraf mit knapp 3,8 Mrd. Euro das Vorjahres-EBIT um rund 60%.

Die vollständige Einbeziehung des operativen BBA Ergebnisses erhöhte im ersten Quartal sowohl die Umsatzerlöse als auch die Umsatzkosten des Segments.

Im Zusammenhang mit BBA war das Segmentergebnis im Vorjahresquartal durch Abschreibungen aus der Kaufpreisallokation und die Eliminierung von Zwischengewinnen mit insgesamt rund 1,2 Mrd. Euro belastet.

Im ersten Quartal dieses Jahres schlug durch Abschreibungen aus der Kaufpreisallokation ein Aufwand von rund 400 Mio. Euro zu Buche. Die Abschreibungen aus der Kaufpreisallokation entsprechen circa einem Prozentpunkt in der EBIT-Marge.

In den ersten drei Monaten sahen wir eine anhaltend gute Preisrealisierung für unsere Produkte. Auch der Produkt-Mix entwickelte sich positiv – insbesondere in den oberen Segmenten mit Produkten wie dem neuen 7er, dem überarbeiteten X7, dem XM und natürlich Rolls-Royce.

Gestiegene Material- und Rohstoffpreise, höhere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung und ein höherer Anteil vollelektrischer Fahrzeuge ließen die Umsatzkosten zunehmen. Im ersten Quartal konnten wir die Kostensteigerungen durch die starke Preisrealisierung und den besseren Produkt-Mix ausgleichen.

Der Free Cashflow im Segment Automobile lag per März bei knapp 2 Mrd. Euro – trotz des saisonal bedingten Anstiegs der Vorräte.

Wir sind damit auf Kurs, für das Gesamtjahr den angestrebten Free Cashflow von rund 7 Mrd. Euro zu erreichen.

Die BMW AG wird ihr aktuelles Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 2 Mrd. Euro, das im Juli 2022 gestartet wurde, voraussichtlich Mitte 2023 abschließen.

Die operative Stärke der BMW AG bildet die Basis für eine Fortsetzung unserer Aktienrückkaufaktivitäten.

Daher hat der Vorstand, wie gestern bekanntgegeben wurde, im Rahmen der vorliegenden Ermächtigung der Hauptversammlung 2022 ein zweites Aktienrückkaufprogramm beschlossen. Dieses Programm beläuft sich erneut auf 2 Mrd. Euro. Es wird im Anschluss an die Beendigung des ersten Programms starten und bis spätestens 31. Dezember 2025 abgeschlossen sein.

 

Kommen wir zum Segment Finanzdienstleistungen.

Im Finanzierungs- und Leasinggeschäft mit Endkunden ging das Neugeschäftsvolumen im Vorjahresvergleich um 14% zurück. Wesentliche Gründe waren Preiserhöhungen aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus und der intensive Wettbewerb im Finanzdienstleistungssektor. Positiv wirkten dagegen die Preisentwicklung und der Produkt-Mix im Automobilgeschäft. Dadurch wuchs das durchschnittliche Finanzierungsvolumen je Fahrzeug.

Das Segmentergebnis vor Steuern belief sich auf 945 Mio. Euro. Der moderate Rückgang von 6,2% gegenüber dem Vorjahresquartal ist vor allem auf höhere Refinanzierungskosten zurückzuführen. Die Vermarktungserlöse für Leasingrückläufer sind anhaltend hoch und die Risikosituation bleibt stabil. Die Kreditverlustquote liegt mit 0,13% weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau.

Auch das Segment Motorräder ist erfolgreich in das Jahr 2023 gestartet.

In den ersten drei Monaten ihres Jubiläumsjahrs übertraf die 100 Jahre alte Marke BMW Motorrad den Absatz des Vorjahresquartals um 1,1% und erzielte mit rund 48.000 verkauften Einheiten das beste Absatzergebnis in einem ersten Quartal.

Die überzeugende Performance im Segment Motorräder ist getragen von einem attraktiven Produktportfolio. Zum 31. März lag das operative Segmentergebnis bei 154 Mio. Euro, die EBIT-Marge bei 16,5%.

 

Meine Damen und Herren,

die Geschäftsentwicklung der BMW Group war im ersten Quartal 2023 trotz des volatilen Umfelds positiv.

Wir profitieren weiterhin von einer stabilen Preissituation auf den Neu- und Gebrauchtwagenmärkten. Allerdings gehen wir für 2023 davon aus, dass sich das Wettbewerbsumfeld und die Situation auf den Gebrauchtwagenmärkten schrittweise normalisieren werden. Zudem bleiben Unsicherheiten bei der Stabilisierung des chinesischen Marktes, die wir in unserem Ausblick unterstellen.

Nach dem erwartet guten Start ins Jahr 2023 gehen wir davon aus, dass sich das Gesamtjahr im Rahmen unserer Prognose entwickeln wird. Unsere Guidance bleibt daher unverändert. Dies setzt voraus, dass sich weder die geopolitischen noch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wesentlich verschlechtern.

Das Konzernergebnis vor Steuern wird deutlich zurückgehen, da der positive Effekt aus der Neubewertung der zuvor gehaltenen Eigenkapitalanteile an BBA entfällt.

Im Segment Automobile erwarten wir insgesamt einen leichten Anstieg der Auslieferungen. Der Anteil der vollelektrischen Fahrzeuge an den Auslieferungen soll deutlich ansteigen.

Die EBIT-Marge im Segment Automobile soll im Korridor von 8 bis 10% liegen, der Segment-RoCE im Korridor von 15 bis 20%.

Im Segment Motorräder erwarten wir einen leichten Anstieg der Auslieferungen, bei einer EBIT-Marge von 8 bis 10% und einem RoCE von 21 bis 26%.

Im Segment Finanzdienstleistungen gehen wir von einer Eigenkapitalrendite von 14 bis 17 % aus.

Die Mitarbeiterzahl und der Anteil von Frauen in Führungsfunktionen sollten leicht steigen.

Die CO₂-Emissionen in der Neuwagenflotte und die CO₂-Emissionen je produziertem Fahrzeug wollen wir auch in diesem Jahr leicht reduzieren.

Die makroökonomische Lage bleibt angespannt und die geopolitische Situation ist weiterhin volatil. Unsere Prognose berücksichtigt weder eine tiefgreifende Rezession in wesentlichen Absatzmärkten noch eine weitere Ausweitung des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine.

 

Meine Damen und Herren,

die Strategie der BMW Group ist auch in Zeiten hoher Volatilität robust. Sie ist ausgewogen und langfristig orientiert. Mit dem Rückenwind einer starken operativen Performance investieren wir weiter zielgerichtet in die Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens. Auch in der Übergangsphase zur emissionsfreien Mobilität wird die BMW Group ihren Erfolgskurs fortführen.

Wir bleiben unserer Linie treu und agieren gleichzeitig zielgerichtet und flexibel. Dabei können wir auf die Attraktivität unseres Produktportfolios vertrauen. Wir behalten den Kurs auf unsere Jahresziele in einem volatilen Geschäftsumfeld unverändert bei und blicken zuversichtlich auf den weiteren Verlauf des Jahres 2023.

Vielen Dank!

Quelle: BMW Presse Mitteilung vom 04.05.2023


 

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