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Kategorie: Motorrad

BMW-Modellreihe: K46

30.09.2014
BMW S 1000 RR - der Antrieb
Neue Bestmarken hinsichtlich Leistung und Drehmoment.

 

Für den Einsatz in der neuen RR wurden der wassergekühlte Vierzylinder- Reihenmotor sowie dessen Ansaug- und Abgassystem umfangreich überarbeitet beziehungsweise neu konstruiert. Die Spitzenleistung beträgt nun 146 kW (199 PS) bei 13.500 min-1 und damit 4 kW (6 PS) mehr als beim Vorgängermodell. Das maximale Drehmoment von 113 (vormals 112) Nm wird bei 10.500 min-1 erreicht. Das nutzbare Drehzahlband konnte bei der neuen RR deutlich breiter gestaltet werden. So liegt nahezu das gesamte maximale Drehmoment im Bereich von etwa 9.500 (112 Nm) bis 12.000 min-1 (113 Nm) an. Noch druckvollerer Antritt und Durchzugskraft sind die Folge. Unangetastet blieb hingegen die Maximaldrehzahl von 14.200 min-1.

Überarbeiteter Zylinderkopf mit neuer Kanalgeometrie, neuer Einlassnockenwelle und noch leichteren Einlassventilen.

Bei der Entwicklung der neuen S 1000 RR lautete das Hauptziel, die bereits exzellenten Leistungs- und Drehmomentwerte des Vorgängermodells nochmals zu steigern und mit einer optimierten Fahrbarkeit für eine überragende Gesamtperformance zu kombinieren.


BMW S 1000 RR Fahraufnahmen.

Hierfür wurde die Geometrie der Ein- und Auslasskanäle geändert, und die Einlassnockenwelle erhielt eine fülligere Nockenkontur. Damit einher gehen leichtere Einlassventile (minus 2 g pro Ventil) und entsprechend angepasste Ventilfedern.

Im Sinne reduzierter Reibleistung werden die in die obere Motorgehäusehälfte integrierten Zylinderlaufbahnen nun poliergleitgehont. Wie bisher nimmt die obere Gehäusehälfte auch das leichte und kompakte Sechsganggetriebe auf, dessen Schaltpräzision nachgeschärft werden konnte.

Optimiertes Ansaugsystem mit kürzeren Sauglängen, vergrößerter Airbox und Voll-E-Gas.

Mit dem Ziel, neben einer Anhebung der Spitzenleistung vor allem auch die Drehmomentdarstellung im fahrdynamisch wichtigen Bereich von circa 4.500 min-1 an signifikant zu steigern, erfuhr auch das Ansaugsystem umfangreiche Änderungen. So wurden Durchmesser und Länge der Saugrohre neu berechnet, und die Position der Drosselklappen rückte näher an den Zylinderkopf. In Verbindung mit den neu gestalteten Einlasskanälen sorgt die reduzierte Sauglänge für verbesserte Ladungswechsel, insbesondere im mittleren Drehzahlbereich.

BMW S 1000 RR

Nach wie vor ist das Triebwerk der RR mit variablen Ansauglängen ausgestattet. Dabei wird über einen auf der Airbox angebrachten Stellmotor die Länge der Ansaugtrichter kennfeldgesteuert in zwei Stufen variiert. Ab einer Drehzahl von 11.500 min-1 werden die kurzen, zur Erzielung maximaler Leistung günstigen Ansaugwege freigegeben.

Der Einsatz eines Voll-E-Gas-Systems, also eines „elektronischen Gasgriffs“, geht nicht nur mit deutlich reduzierten Bedienkräften des Gasgriffs für den Fahrer, sondern auch mit einem neuen, wesentlich kleineren Stellmotor für die Drosselklappen einher. Hierdurch war es möglich, das Volumen der Airbox zu vergrößern und deren Formgebung im Sinne einer bestmöglichen Leistungs- und Drehmomentdarstellung für alle vier Zylindereinheiten symmetrisch zu gestalten. Für eine noch effektivere Zuführung von Ansaugluft sorgt zudem der deutlich vergrößerte Lufteinlass im Verkleidungsoberteil.

Komplett neue, ca. 3 kg leichtere Abgasanlage ohne Vorschalldämpfer.

Mit dem übergeordneten Ziel, die Leistungs- und Drehmomentdarstellung bei der neuen RR weiter zu steigern, wurde die Abgasanlage völlig neu konstruiert. Wie bisher ist sie aus Edelstahl gefertigt und verfügt über zwei Drei-Wege-Katalysatoren sowie geregelten Interferenzrohrklappen.

Für die neue S 1000 RR wurde sie jedoch ohne den bisherigen Vorschalldämpfer konzipiert und erhielt einen Endschalldämpfer mit dB-Eater sowie zweiflutiger Führung. Im Sinne höherer Gasgeschwindigkeiten wurde der Krümmerdurchmesser verringert. Gleichzeitig konnte der Abgasgegendruck reduziert werden. Optimierte Ladungswechsel, gesteigertes Drehmoment im mittleren Drehzahlbereich sowie mehr Leistung sind die Folge. Neben verbesserten Leistungsdaten ermöglichte die neue Abgasanlage auch eine enorme Gewichtseinsparung von rund 3 kg.

BMW S 1000 RR

Auch akustisch grenzt sich die neue S 1000 RR markant von ihrer Vorgängerin ab. So konnte eine deutliche Verschiebung hin zu niedrigeren Frequenzen und damit ein tieferer, vollerer Sound erreicht werden.

Fahrmodi „Rain“, „Sport“ und „Race“ serienmäßig sowie Sonderausstattung „Fahrmodi Pro“ zur optimalen Anpassung an die Einsatzbedingungen.

Serienmäßig verfügt die neue RR über die drei Fahrmodi „Rain“, „Sport“ und „Race“ sowie die Traktionskontrolle ASC ohne Schräglagensensor. Im Rahmen der Sonderausstattung „Fahrmodi Pro“ stehen die beiden zusätzlichen Fahrmodi „Slick“ und „User“ sowie die Dynamische Traktionskontrolle DTC mit Schräglagensensor und Feinjustierung in +/- sieben Schritten für bestmögliche Sicherheit und Performance beim Beschleunigen zur Verfügung. Darüber hinaus bietet „Fahrmodi Pro“ eine Launch Control für perfekte Rennstarts sowie einen konfigurierbaren Pit-Lane-Limiter zur Einhaltung der vorgeschriebenen Geschwindigkeit in der Boxengasse.

Im „Rain“-Modus beträgt die Leistung 138 kW (187 PS) (bisher 120 kW (163 PS)), das maximale Drehmoment ist auf 108 Nm begrenzt. Dem Einsatzzweck auf nassen Straßen entsprechend ist die Gasannahme weich ausgelegt. Die Traktionskontrolle ASC beziehungsweise die dynamische Traktionskontrolle DTC (Sonderausstattung) regeln sehr früh vor Erreichen der Haftreibungsgrenze, um somit gemeinsam mit einem auf Sicherheit focussierten Race ABS-Setting und einer weich abgestimmten elektronischen Dämpferkontrolle DDC ein Höchstmaß an Sicherheit selbst unter widrigsten Bedingungen zu gewährleisten.

BMW S 1000 RR

Für den Betrieb auf trockener Straße stellt der „Sport“-Modus die volle Motorleistung von 146 kW (199 PS) bereit und verknüpft sie wie bei den Fahrmodi „Race“ und „Slick“ mit einer direkten Gasannahme. Dieser Fahrmodus ist insbesondere für den Einsatz auf Landstraßen entwickelt worden. Hierbei regeln die Traktionskontrolle ASC beziehungsweise DTC den deutlich günstigeren Haftreibungswerten entsprechend später. In dieser Einstellung erlauben sie ein sicheres und doch sportliches Herausbeschleunigen aus Kurven für maximalen Fahrspaß auf der Straße.

Der „Race“-Modus wurde insbesondere für den Einsatz auf Landstraßen mit optimalen Haftverhältnissen sowie auf Rennstrecken entwickelt. Hier steht ebenfalls die volle Motorleistung in Verbindung mit einer direkten Gasannahme zur Verfügung. Die Traktionskontrolle ASC ist nach wie vor für den Straßenbetrieb abgestimmt. Die dynamische Traktionskontrolle DTC (Sonderausstattung) ist aufgrund der Einbeziehung der Angaben zur Schräglage deutlicher in Richtung Grenzbereich abgestimmt und trägt sehr sportlicher Fahrweise Rechnung.

Als weitere Sonderausstattung ab Werk kann die neue RR mit der Option „Fahrmodi Pro“ ausgerüstet werden, welche die beiden zusätzlichen Fahrmodi „Slick“ und „User“ beinhaltet.

Alle Modi sind vom Fahrer über einen Wahlschalter vom rechten Lenkerende anwählbar. Zur Quittierung des angewählten Modus ist lediglich kurz das Gas zu schließen. Zur Freischaltung der Modi „Slick“ sowie „User“ ist der mitgelieferte Kodierstecker unter der Sitzbank einzusetzen.

Der „Slick“-Modus ist bevorzugt für den Einsatz auf der Rennstrecke unter Verwendung von Rennsportbereifung vorgesehen. In diesem Modus ist die Traktionskontrolle DTC ebenfalls auf den sehr sportlichen Einsatz abgestimmt, berücksichtigt jedoch höhere Haftungswerte der Bereifung sowie eine sehr sportliche Fahrweise.

Im „User“-Modus hat der Fahrer die Möglichkeit, die RR nicht nur im Hinblick auf die beiden möglichen Gaskennlinien und damit die Gasannahme frei für den sportlich engagierten Betrieb zu konfigurieren. Vielmehr ist es in diesem Modus möglich, auch die Regelcharakteristiken von Race ABS, Traktionskontrolle DTC (Dynamic Traction Control) sowie des elektronisch geregelten Fahrwerks DDC (Dynamic Damping Control) aus einer Auswahl vordefinierter Settings zusammenzustellen und sich somit seinen individuellen Modus zu konfigurieren. Wie im „Slick“-Modus kann die Traktionskontrolle DTC während der Fahrt individuell in +/- sieben Stufen eingestellt werden.

BMW S 1000 RR

Das über den „User“-Mode konfigurierte Gesamt-Setup der RR, bestehend aus den vom Fahrer gewählten Einstellungen für Race ABS, DTC (Schlupfgrenzen + Wheelie-Neigung), Engine (Gasannahme + Drehmoment) und DDC kann während der Fahrt bequem per Knopfdruck aktiviert werden. Damit ist es für den Fahrer möglich, das von ihm gewählte „User“-Setup mit der „Slick“-Konfiguration zu vergleichen. Erstmals ist es damit auch möglich, zwei Setups einer Funktion (z.B. DTC) während der Fahrt und ohne Boxenstopp zu vergleichen.

Obgleich die erwähnten Regelsysteme der RR für den Fahrer eine wertvolle Unterstützung und damit ein enormes Sicherheitsplus darstellen, können sie die fahrphysikalischen Grenzen nicht neu definieren. Nach wie vor ist es möglich, diese Grenzen durch Fehleinschätzungen oder Fahrfehler zu überschreiten, was im Extremfall den Sturz zur Folge haben kann.

Weiterentwickelte Dynamische Traktionskontrolle DTC mit Feinjustierung in +/- sieben Stufen.

Für den Einsatz in der neuen RR wurde die Dynamische Traktionskontrolle DTC im Hinblick auf die Regelgüte weiterentwickelt. Sie bietet im „Rain“- beziehungsweise „Sport“-Modus nun noch mehr Fahrstabilität auf nasser respektive trockener Fahrbahn. Im Modus „Race“ herrscht hingegen verbesserter Vortrieb bei hoher Fahrstabilität. Wheelies werden nicht sofort unterdrückt, sondern sanft zurückgeregelt. Im „Slick“- und „User“-Modus liegt die Priorisierung indes ganz auf Vortrieb, und die deaktivierte Vorderradabhebeerkennung lässt Wheelies zu.

Zudem kann die Dynamische Traktionskontrolle DTC nun – analog HP4 – im „Slick“-Modus während der Fahrt über die Schaltwippe „Slick +/- DTC“ an der linken Lenkerarmatur an veränderte Gripverhältnisse angepasst werden. Damit hat der Fahrer die Möglichkeit, gezielt auf Umgebungsbedingungen wie Luft- und Asphalttemperatur, Veränderung der Reifenhaftung über die Dauer des Einsatzes sowie Fahrbahnzustände zu reagieren.

Der Einstellbereich reicht von –7 über 0 bis +7. Der Wert 0 entspricht der von der RR bekannten Einstellung im „Slick“-Modus, während –7 eine deutliche Verringerung der Regeleingriffe bedeutet. So können beispielsweise deutlich stärkere Slides gefahren werden. Bei +7 greift die DTC dagegen deutlich stärker regelnd ein.

Launch Control für perfekte Rennstarts als Bestandteil der Sonderausstattung „Fahrmodi Pro“.

BMW S 1000 RR

Als Bestandteil der Sonderausstattung „Fahrmodi Pro“ bietet die neue RR ihrem Fahrer im „Slick“- und „User“- Modus eine Launch Control, die ihn bei Rennstarts aktiv unterstützt. Die Aktivierung erfolgt im Stillstand bei laufendem Motor und im Leerlauf durch Drücken des Startknopfes über mehr als drei Sekunden. Im Display der Instrumentenkombination erscheint eine entsprechende Anzeige.

Aus technischer Sicht begrenzt die Launch Control das Drehmoment des Motors genau so, dass beim Anfahren im ersten Gang das maximal übertragbare Antriebsmoment am Hinterrad anliegt. Die Parametrisierung der Launch Control sieht dabei ein Fahrergewicht von 75 kg und eine Maximaldrehzahl von 9.000 min-1 im Stillstand vor.

Schaltet der Fahrer in den zweiten Gang, wird das Drehmoment des Motors der Übersetzungsänderung entsprechend korrigiert, sodass auch in dieser Phase weiterhin das maximal übertragbare Antriebsmoment am Hinterrad anliegt.

Ab einer Geschwindigkeit von 70 km/h wird die Drehzahlbegrenzung deaktiviert. Die Launch Control und damit einhergehend die gangabhängige Motordrehmomentreduktion wird deaktiviert, sobald der dritte Gang eingelegt oder eine Schräglage von mehr als 30 Grad erreicht wird. Eine Deaktivierung erfolgt auch dann, wenn der Fahrer die Zündung ausschaltet, den Motor abgewürgt oder in einen anderen Fahrmodus wechselt.

Pit-Lane-Limiter für exakte Geschwindigkeit in der Boxengasse als Bestandteil der Sonderausstattung „Fahrmodi Pro“.

BMW S 1000 RR, Artwork

Im Rahmen der Sonderausstattung „Fahrmodi Pro“ steht dem Fahrer der S 1000 RR in jedem Fahrmodus auch eine Begrenzung der Geschwindigkeit für Fahrten in der Boxengasse zur Verfügung.

Der Fahrer nimmt die Aktivierung und Programmierung des Pit-Lane-Limiters zunächst im Setup-Menü vor. Die Betätigung erfolgt während der Fahrt im ersten Gang durch Drücken des Startknopfes und gleichzeitige Betätigung des Gasgriffs. Der Fahrer kann den Gasdrehgriff maximal aufdrehen, doch der Motor wird mittels Zündunterbrechung auf die zuvor programmierte Drehzahl begrenzt und die sich daraus ergebende Geschwindigkeit damit nicht überschritten. Wird eine kürzere oder längere Sekundärübersetzung montiert, kann der Fahrer die für z.B. 60 km/h notwendige Motordrehzahl entsprechend anheben oder senken. Beim Loslassen des Startknopfs beschleunigt die RR maximal. Positiver Nebeneffekt des Pit-Lane-Limiters ist, dass die S 1000 RR durch die Zündunterbrechung auch akustisch deutlich in der Boxengasse wahrgenommen wird.

Quelle: BMW Presse Mappe vom 30.09.2014


 

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