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27.01.2007
BMW Group ist Vorreiter bei abwasserfreier Fertigung in der Automobilindustrie
BMW Motorenwerk Steyr sichert Umweltschutz nachhaltig.
München/Steyr. Unter dem Motto "Clean Production" arbeitet die BMW
Group an der kontinuierlichen Verbesserung des vorsorgenden Umweltschutzes in
ihrem weltweiten Produktionsnetzwerk. Ein wichtiger Meilenstein dazu wurde im
BMW Motorenwerk Steyr durch ein völlig neues Nutz- und Abwasserkonzept erreicht.
Mit einer neuartigen Kombination von verschiedenen Membrantechnologien werden
sämtliche Fertigungsabwässer des Werks aufbereitet und zurück in die Produktion
gespeist. Das Ergebnis: zum Jahresende 2006 wurde der Kanalanschluss für die
betrieblichen Abwässer des Produktionsbereichs stillgelegt, künftig werden etwa
30 Millionen Liter Wasser im Jahr eingespart.
Luftaufnahme vom BMW Werk in Steyr
Wasser wird als Emulsionsbestandteil im Kühlmittel beim Fräsen und Drehen,
sowie als Wasch- oder Spülmittel bei der Bearbeitung von Zylinderköpfen,
Kurbelgehäusen, Kurbelwellen oder Pleueln benötigt. Auch im BMW Motorenwerk
Steyr, das rund 60 Prozent aller BMW Motoren fertigt, ist das Element Wasser
durch nichts zu ersetzen. Allerdings lässt es sich technisch geschickt
wiederaufbereiten. Bereits 2003 wurde erstmals eine
Abwasseraufbereitungstechnologie mit Nanofiltration eingeführt. "Diese Anlage
lieferte so überzeugende Ergebnisse, dass wir uns das ehrgeizige Ziel setzten,
die Abwasseraufbereitung noch weiter zu verbessern, um künftig einen völlig
geschlossenen Wasserkreislauf für die Produktion realisieren zu können",
berichtet Franz Hornbachner, verantwortlich für die Planung der so genannten
Fluidtechnologie, von der Geburtsstunde der Idee einer abwasserfreien
Produktion.
Seit Anfang Januar ist dieses Ziel Wirklichkeit. Mittels Kombination von
Ultrafiltration, Nanofiltration, Umkehrosmose und Verdampferanlagen, verwandelt
sich Abwasser wieder in wertvolles Prozesswasser - rein physikalisch und ohne
den Einsatz von Chemie. Das Abwasser durchläuft drei Stufen. Zuerst wird das
Abwasser durch Ultrafiltration von Ölrückständen befreit. Anschließend werden
mittels Nanofiltration Schwermetalle und schwerflüchtige lipophile Stoffe, das
sind oberflächenaktive Substanzen wie Tenside, vom Wasser getrennt. In der
dritten Stufe der Abwasseraufbereitung werden gelöste Salze und kurzkettige
organische Verbindungen mittels Umkehrosmose entfernt.
Die BMW Group hat in diese Technologien in den vergangenen drei Jahren ca.
1,5 Mio. EUR investiert. Insgesamt 30 Mio. Liter Wasser wird das größte
Motorenwerk der BMW Group durch die neue Technologie jährlich einsparen - so
viel Wasser verbraucht im Durchschnitt ein Ort mit 750 Einwohnern pro Jahr. Das
BMW Werk Steyr entlastet damit nicht nur die Umwelt, sondern spart zudem
erhebliche Abwassergebühren.
Gleichzeitig ist der Steyrer Wasserkreislauf ein Beispiel für die Clean
Production Philosophie der BMW Group, die an jedem Standort stetig die jeweils
nachhaltigsten Produktionsmethoden zu implementieren sucht. Für die Ressource
Wasser machen die einzelnen Lösungen an den Standorten in der Summe einen
gewaltigen Unterschied: allein seit dem Jahr 2000 ist der Prozesswasserverbrauch
im Konzern pro produziertem Fahrzeug um mehr als ein Viertel geschrumpft.
Clean Production in der BMW Group
Umweltschutz hat in der BMW Group eine lange Tradition: 1973 schuf das
Unternehmen als weltweit erster Automobilhersteller die Konzernfunktion
Umweltschutz mit einer weit reichenden Querschnittsverantwortung. Mit der
Unterzeichnung der Umweltdeklaration der Vereinten Nationen "Cleaner Production"
im Jahr 2001 hat das Unternehmen seine Verpflichtung zum vorsorgenden
Umweltschutz in der Produktion erneut bekräftigt.
Heute sind weltweit rund 70 Mitarbeiter in der Umweltschutz¬organisation der BMW
Group tätig. An allen Standorten gewährleisten Umwelt¬managementsysteme, die
weit über gesetzliche Forderungen hinausgehen, den betrieblichen Umweltschutz.
Als erster Automobilhersteller weltweit zertifizierte die BMW Group 1999
außerdem alle Produktionsstandorte einheitlich nach internationalen
Umweltmanagement-Normen.
Quelle: BMW Presse-Information vom 26.01.2007
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