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Kommentare zur Meldung "BMW Stellungnahme zu ZDF WISO Beitrag „320d Messungen durch DUH mit TÜV Nord“" |
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13.12.2017, 10:29
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#1
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Administrator
Registriert seit: 29.06.2001
Ort: Unna
Fahrzeug: i7 M70 xDrive (Bj.2024)
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Nun testet BMW das Auto nochmal selbst, aber an den Messwerten der DUH bzw. des TÜVs darf wohl eher nicht gezweifelt werden, d. h. es muss wohl davon ausgegangen werden, dass die Messwerte richtig sind.
Da fragt man sich schon, wie die Messwerte vernünftig zu erklären sind. BMW hat bisher jedenfalls keine Erklärung geliefert.
Zitat:
Zitat von RS744
Auch oberhalb von 3.500 U/min darf ein Abgasminderungssystem nicht einfach drehzahlabhängig vollständig abgeschaltet werden, das ist dann wie schon gesagt eine verbotene Abschalteinrichtung.
Und genau dazu sollte sich BMW äußern, wenn sie schon eine Stellungnahme abgeben. Hat BMW aber nicht getan, []...
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Sehe ich ähnlich. Deshalb habe ich bei BMW nochmal nachgefragt. Gäbe es aber eine "vernünftige" Erklärung, so hätte BMW diese sicher schon geliefert...
Gruß,
Chriss
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14.12.2017, 17:43
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#2
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Administrator
Registriert seit: 29.06.2001
Ort: Unna
Fahrzeug: i7 M70 xDrive (Bj.2024)
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Hallo Forum,
heute hatte ich die Gelegenheit, mit einem BMW-Mitarbeiter zu sprechen. Entsprechend habe ich die Situation nun hoffentlich besser verstanden. Die News-Meldung "BMW Stellungnahme" oben habe ich nun um "7-forum.com Erläuterungen" ergänzt. So wird hoffentlich klarer, wir das Ganze zu bewerten ist.
Gruß,
Chriss
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14.12.2017, 17:48
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#3
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Noot Noot
Registriert seit: 29.09.2016
Ort: Nürnberg
Fahrzeug: E38 728i 12/1996
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Da wird mal wieder Abgasreinigung und Abgasrückführung in den selben Topf geworfen, was ein Ding der Unmöglichkeit ist.
Dass ein AGR-Ventil ab 3.500 u/min nicht genauso arbeitet wie im Leerlauf oder niedrigerer Drehzahl, ist einfach nur logisch - würde man die Abgase bei schnellerer Fahrt wieder der angesaugten Luft beimischen, würde das das Emissionsverhalten durch eine miese Verbrennung noch viel mehr beeinflussen. Dann rußt der Kübel nämlich wie ein ungarischer 40 Tonner auf der Überholspur, was am Ende alles im DPF landet. Wie schnell der dann den Geist aufgäbe, kann man sich ausrechnen.
Die Abgasreinigung per AdBlue-Beimischung ist eine ganz andere Geschichte und funktioniert auch bei 5.000 u/min, da wird rein gar nichts abgeschaltet.
Das eine hat mit dem anderen null komma Josef zu tun.
Insgesamt ein vollkommen praxisferner Test, einen prüfstandoptimierten und vom Gesetzgeber vorgegeben Testzyklus kombiniert mit der technischen Kompetenz einer Ananas auf der Straße nachfahren zu wollen. Aber was will man von der DUH schon anderes erwarten.
Insgesamt könnt ich mich über die absurde Dieseldiskussion stundenlang aufregen. Der Diesel ist ja so böse, deshalb wird er durch sinnbefreite Aktionen schlecht gemacht. 15 Jahre war CO2 das große Kriterium, interessiert aber nun wieder keinen, da NoX en vogue ist.
Die Autoindustrie war über Jahre hinweg dazu verdonnert, auf Teufel komm raus Motoren mit geringem CO2-Ausstoß zu produzieren, dem geschuldet fahren vierfach zwangsbeatmete 2-Zylinder Luftpumpen durch die Gegend. CO2 arme Motoren und Diesel gehören nunmal eng zusammen, nur scheint das plötzlich niemanden mehr zu interessieren. Die Politik hat einfach nur bekommen, was sie gefordert hat, nicht mehr, nicht weniger.
Der Diesel ist unterm Strich natürlich an allem schuld, aber wenn ein Airbus stundenlang sinnlos über Deutschland fliegt, nur um auf einer Flightradar-Karte einen Weihnachtsbaum zu zeichnen, das findet man wieder toll. Dümmer gehts echt fast nicht, Willkommen in Absurdistan.
Geändert von Benzo (14.12.2017 um 17:58 Uhr).
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14.12.2017, 18:57
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#4
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Erfahrenes Mitglied
Registriert seit: 06.01.2005
Ort: b Bielefeld
Fahrzeug: 740iL 11/00 (E38) Prins LPG
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Zitat:
Zitat von Benzo
Da wird mal wieder Abgasreinigung und Abgasrückführung in den selben Topf geworfen, was ein Ding der Unmöglichkeit ist.
...
Die Abgasreinigung per AdBlue-Beimischung ist eine ganz andere Geschichte und funktioniert auch bei 5.000 u/min, da wird rein gar nichts abgeschaltet.
Das eine hat mit dem anderen null komma Josef zu tun.
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OK, die AGR darf also bei höheren Drehzahlen fast komplett abgeschaltet werden, was beim 320d wie BMW bestätigt auch erfolgt. Das sei zulässig, ist die Antwort von BMW.
Unabhängig davon ist im Straßentest die Schadstoffemission des 320d beim 'NEFZ +10%' um das 7fache höher als der gesetzl. Grenzwert. Dabei wird keine Drehzahl gekünstelt erhöht gefahren, sondern eben der NEFZ mit seinen definierten Strecken und Schaltpunkten gefahren, nur um 10% erhöht. Das halte ich für einen halbwegs praxisgerechten Test, wobei ich eher 'NEFZ +20%' bevorzugen würde. So wie der NEFZ es vorgibt fährt nämlich noch nichtmals Opa auf der Straße.
Warum explodierten die Schadstoffemissionen des 320d dabei so? Dazu gibt es weiterhin keinen Kommentar von BMW, also auch keine plausible Begründung. Stattdessen wird offenbar eine Nebendiskussion geführt, daß eine fast vollständige AGR-Abschaltung erlaubt und deshalb doch alles OK sei. Das reicht (zumindest mir) nicht.
Zitat:
Zitat von Benzo
15 Jahre war CO2 das große Kriterium, interessiert aber nun wieder keinen, da NoX en vogue ist.
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Da bin ich bei Dir. Typisch deutsch wird immer ein Schwein mit Scheuklappen durchs Dorf getrieben. Mich hingegen haben z.B. schon vor 13 Jahren NOx+Partikel interessiert, insbesondere deshalb fahre ich einen Sauger auf LPG. In meinen persönlichen CO²-footprint rechne ich meine vielen großen Bäume ein, da ist mir die Fokussierung auf die PKW-CO²-Ziffer schnuppe.
Zitat:
Zitat von Benzo
Die Autoindustrie war über Jahre hinweg dazu verdonnert, auf Teufel komm raus Motoren mit geringem CO2-Ausstoß zu produzieren, dem geschuldet fahren vierfach zwangsbeatmete 2-Zylinder Luftpumpen durch die Gegend.
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Die Autoindustrie hat eben auch das nicht getan, sondern wertvolle Ingenieurarbeitszeit in die Prüfstandsoptimierung vergeudet, statt wirklich CO²-arme Fahrzeuge zu produzieren. Und das hat keine Politik von ihr gefordert, sondern nur ihre Vorstände und Aktionäre.
__________________
Sapienti sat.
Geändert von RS744 (14.12.2017 um 19:19 Uhr).
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14.12.2017, 19:17
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#5
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Eu-Flüchtling
Registriert seit: 16.08.2009
Ort: Tittmoning
Fahrzeug: E38 740il '98;E65 745d Maritim '06;
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Zitat:
Zitat von RS744
.
Unabhängig davon ist im Straßentest die Schadschoffemission des 320d beim 'NEFZ +10%' um das 7fache höher als der gesetzl. Grenzwert. Dabei wird keine Drehzahl gekünstelt erhöht gefahren, sondern eben der NEFZ mit seinen definierten Strecken und Schaltpunkten gefahren, nur um 10% erhöht. Das halte ich für einen halbwegs praxisgerechten Test, wobei ich eher 'NEFZ +20%' bevorzugen würde. So wie der NEFZ es vorgibt fährt nämlich noch nichtmals Opa auf der Straße.
Warum explodierten die Schadstoffemissionen des 320d dabei so? Dazu gibt es weiterhin keinen Kommentar von BMW, also auch keine plausible Begründung. Stattdessen wird offenbar eine Nebendiskussion geführt, daß eine fast vollständige AGR-Abschaltung erlaubt und deshalb doch alles OK sei. Das reicht (zumindest mir) nicht.
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Ist doch bei allen so - und erlaubt!
Es gibt ein Prüfverfahren das gewisse Regeln beinhaltet, innerhalb dieser Regeln ist alles bester Ordnung. Was darüber hinaus passiert ist nicht geregelt und demzufolge auch nicht den Herstellern anzulasten.
Kein Hersteller wird Ressourcen und Zeit in eine Abgasreinigung investieren wenn es nicht ,,sein muss" sondern - wie überall in der Kapitalistischen Gesellschaft nur auf Zwang oder Spaarpotential reagieren. (Private Eigeninitiative a la Ellen Munsk und Tesla die vollkommen eigenfinannziert sind zählen nicht dazu)
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Das besondere ist, wenn man so drauf ist ohne etwes zu nehmen 
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14.12.2017, 19:22
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#6
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Erfahrenes Mitglied
Registriert seit: 06.01.2005
Ort: b Bielefeld
Fahrzeug: 740iL 11/00 (E38) Prins LPG
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Zitat:
Zitat von Comowaran
Kein Hersteller wird Ressourcen und Zeit in eine Abgasreinigung investieren wenn es nicht ,,sein muss" sondern - wie überall in der Kapitalistischen Gesellschaft nur auf Zwang oder Spaarpotential reagieren.
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Genau.
Und deshalb bedarf es wohl aktuell Organisationen wie der DUH, da nichtmals die Politik dieser Aufgabe nachkommt.
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14.12.2017, 19:26
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#7
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Noot Noot
Registriert seit: 29.09.2016
Ort: Nürnberg
Fahrzeug: E38 728i 12/1996
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Zitat:
Zitat von RS744
Genau.
Und deshalb bedarf es wohl aktuell Organisationen wie der DUH, da nichtmals die Politik dieser Aufgabe nachkommt.
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Falsch - gerade die deutsche UMWELT-Hilfe sollte eher dran interessiert sein, den Diesel noch weiter zu entwickeln - denn nur der hilft der Umwelt und dem Klima tatsächlich weiter...das tut weder ein Benziner noch ein unfassbar ressourcenfressendes Elektroauto.
Diese birkenstocktragenden Hirnis tun aber stattdessen genau das Gegenteil und versuchen stümperhaft, ein Motorenkonzept, das eigentlich in deren Interesse sein sollte, durch den Dreck zu ziehen. Gleichzeitig verklagen die USA VW wg. manipulierter Abgaswerte und steigen nahezu im selben Atemzug aus dem Klimaschutz-Abkommen aus - genau mein Humor 
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14.12.2017, 19:32
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#8
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Noot Noot
Registriert seit: 29.09.2016
Ort: Nürnberg
Fahrzeug: E38 728i 12/1996
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14.12.2017, 19:22
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#9
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Noot Noot
Registriert seit: 29.09.2016
Ort: Nürnberg
Fahrzeug: E38 728i 12/1996
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Zitat:
Zitat von RS744
OK, die AGR darf also bei höheren Drehzahlen fast komplett abgeschaltet werden, was beim 320d wie BMW bestätigt auch erfolgt. Das sei zulässig, ist die Antwort von BMW.
Unabhängig davon ist im Straßentest des TÜV Nord die Schadschoffemission des 320d beim 'NEFZ +10%' um das 7fache höher als der gesetzl. Grenzwert. Dabei wird keine Drehzahl gekünstelt erhöht gefahren, sondern eben der NEFZ mit seinen definierten Strecken und Schaltpunkten gefahren, nur um 10% erhöht. Das halte ich für einen halbwegs praxisgerechten Test, wobei ich eher 'NEFZ +20%' bevorzugen würde. So wie der NEFZ es vorgibt fährt nämlich noch nichtmals Opa auf der Straße.
Warum explodierten die Schadstoffemissionen des 320d dabei so? Dazu gibt es weiterhin keinen Kommentar von BMW, also auch keine plausible Begründung. Stattdessen wird offenbar eine Nebendiskussion geführt, daß eine fast vollständige AGR-Abschaltung erlaubt und deshalb doch alles OK sei. Das reicht (zumindest mir) nicht.
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Genau das stimmt nämlich eben nicht. Ich arbeite im OBD-Bereich, nicht das OBD was viele 08/15 Pfuscher unter ein bisschen Fehlerspeicher auslesen mit Carly versteht, sondern dort, wo OBD tatsächlich ihr eigentliches Dasein begründet hat: im abgasrelevanten Bereich. Zwar nicht in der Motorenentwicklung, aber das spielt in dem Fall auch gar keine Rolle.
Einen Prüfstandszyklus genauso, nur mal eben einfach ein bisschen schneller auf der Straße nachfahren ist auch nicht mal im Ansatz ein praxisnaher Test und es stellen sich einem die Nackenhaare auf, wenn das jemand behauptet. Das wäre wie den Bildschirm von seinem MacBook abzureißen und sich über sein neues iPad zu freuen.
Eine Drehzahl von 3.500 u/min bei einem turbogeladenen, drehmomentstarken Diesel ist im Prinzip schon die Drehzahl, die die Maschine im Geschwindigkeitsbereich jenseits der 200 dreht. Man muss kein Genie sein, um daraus ableiten zu können, dass die Schadstoffausstöße in diesem Bereich natürlich deutlich höher sind als im NEFZ, der, wie du schon sagst, lächerlich ist - unter anderem wird in diesem Testzyklus minutenlang gestanden! Diese absurden Testbedingungen hat sich kein Automobilhersteller der Welt ausgedacht.
Damit ist nur bewiesen, dass höhere Drehzahl = höherer Verbrauch = mehr Abgas = mehr Schadstoff. Großes Kino.
Interessanter wird die Einführung des WLTP-Zyklus, der weitaus praxisnäher ist.
Zitat:
Zitat von RS744
Die Autoindustrie hat eben auch das nicht getan, sondern wertvolle Ingenieurarbeitszeit in die Prüfstandsoptimierung vergeudet, statt wirklich CO²-arme Fahrzeuge zu produzieren. Und das hat keine Politik von ihr gefordert, sondern nur ihre Vorstände und Aktionäre.
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Nein? Was denkst du denn, wieso der Diesel über seine Lebensdauer technisch praktisch perfektioniert wurde? Jeder weiß, dass ein moderner Diesel kaum noch CO2 ausstößt, dafür verglichen mit einem Benziner natürlich mehr NoX - ist auch klar, denn wenig CO2 UND wenig NoX schließen sich technisch bedingt aus 
Ein Flottenziel von 95 g/km haben die Autohersteller sich sicherlich nicht selbst gesetzt... kein vernünftiger Automobilhersteller hätte von sich aus Interesse dran, Downsizing ad absurdum zu betreiben und seine Spitzenmodelle mit 4-Zylindern auszustatten... Die Frage, wie man ein solches Flottenziel erreicht, musste man sich stellen und hier führt am Diesel nunmal mittelfristig kein Weg vorbei.
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14.12.2017, 19:31
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#10
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Erfahrenes Mitglied
Registriert seit: 06.01.2005
Ort: b Bielefeld
Fahrzeug: 740iL 11/00 (E38) Prins LPG
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Zitat:
Zitat von Benzo
Nein? Was denkst du denn, wieso der Diesel über seine Lebensdauer technisch praktisch perfektioniert wurde?
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Prüfstandsperfektioniert ist das zutreffende Wort.
Die Realverbräuche auf der Straße und damit der reale CO²-Ausstoß - sind doch nicht so nennenswert verbessert worden bzw. durch Gewichts- und Leistungszuwachs weitgehend aufgefressen worden.
Und diese Prüfstandskrüppel haben uns wertvolle Zeit gekostet - wenn CO²-Reduktion ein reales Ziel sein soll.
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