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Kategorie: Formel1 01.01.1970
GP Europa - Vorschau
Großer Preis am Nürburgring
Die Karawane zieht weiter. Mit einem logistischen Kraftakt bewältigt das BMW
WilliamsF1 Team den Abbau in Monaco, den Transport nach Deutschland und den
Aufbau auf dem Nürburgring in nur drei Tagen. Bereits am kommenden Wochenende,
28.-30. Mai, findet in der Eifel der Große Preis von Europa statt.
Der Kalender der FIA Formel-1-Weltmeisterschaft 2004 sieht drei Mal
hintereinander je zwei Grands Prix innerhalb von acht Tagen vor. Damit startet
in der Eifel das zweite von sechs Rennen innerhalb von acht Wochen.
Juan Pablo Montoya: Der turbulente GP Monaco ist kaum vorbei, und wir
sind praktisch schon auf dem Weg zum nächsten Rennen. Diese Rennen im Doppelpack
sind sehr anstrengend für die Teams. Immerhin ist es für ein paar von uns, auch
für uns Fahrer, nicht ganz so ungewöhnlich, praktisch direkt nach einem GP zur
nächsten Rennstrecke zu reisen. Im Zuge von Testfahrten ist das ja häufig der
Fall.
Ich fahre gern auf dem Nürburgring. Die Strecke ist fahrerisch
anspruchsvoll, und das macht mir Spaß. Außerdem waren wir dort bisher immer
ziemlich gut unterwegs, sowohl im Qualifying als auch im Rennen. Wir werden
erneut ein paar Weiterentwicklungen mitbringen, und ich denke, wir können ein
gutes Resultat anpeilen. Mit dem vierten Platz in Monaco habe ich sowohl mein
Punktekonto als auch das unseres Teams ein wenig aufbessern können. Aber wir
müssen weiter hart arbeiten, um so viele Zähler wie möglich zu sammeln.
Ralf Schumacher: Ich war im vergangenen Jahr überglücklich über den Sieg bei
meinem Heimrennen. So etwas kann einem keiner mehr nehmen, das bleibt ein
unvergessliches Karrierehighlight. Ich hätte nichts gegen eine Wiederholung
einzuwenden und werde natürlich alles dafür tun, was in meiner Macht liegt. Von
der technischen Seite her sind die Voraussetzungen allerdings ein wenig anders
als im Vorjahr. Aber ich kann versprechen, dass wir weiterhin rund um die Uhr
daran arbeiten, wieder zur Spitze aufzuschließen.
Abgesehen davon ist der Nürburgring für mich schon etwas Besonderes. Von
Kerpen, wo ich aufgewachsen bin, ist es eben nicht allzu weit. Entsprechend oft
war ich als Zuschauer da und habe später meine Runden auf der Nordschleife
gedreht. Mittlerweile bin ich 18 Mal auf dem Ring gestartet, 1993 habe ich da
mit einem Formel BMW Junior mein erstes Autorennen gewonnen. Vielleicht ist ja
auch das ein gutes Omen. Auf jeden Fall freue ich mich auf die tolle Atmosphäre
am Ring und hoffe auf viele BMW WilliamsF1 Team Fans.
Sam Michael (Chief Operations Engineer WilliamsF1): Die kurze Pause
zwischen den Rennen in Monaco und auf dem Nürburgring stellt die Mannschaft vor
die Herausforderung, alles in kürzester Zeit von A nach B zu transportieren, ab-
und aufzubauen. Aber das kann unsere Crew, sie hat darin viel Erfahrung.
Um unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter zu verbessern, werden wir für den
Großen Preis von Europa erneut sowohl aerodynamische als auch mechanische
Weiterentwicklungen zur Verfügung haben. Außerdem wird uns Michelin mit zwei
neuen Reifenentwicklungen unterstützen.
Auf dem Nürburgring braucht man viel Anpressdruck. Er hat viele langsame und
einige mittelschnelle Kurven, aber auch eine Hochgeschwindigkeitspassage. Es
gibt Überholmöglichkeiten, die besten wohl im Bereich von der letzten Schikane
bis zur Kurve eins. Bei der Rennstrategie wird man nach den besonderen
Anforderungen von Monaco wieder mehr zur Tagesordnung zurückkehren. Ich gehe
davon aus, dass wir 2004 auch auf dem Nürburgring mehr Boxenstopps sehen werden
als in den vergangenen Jahren, als noch das niedrigere Tempolimit für die
Boxengassen galt.
Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor): Die beiden Grands Prix in
Deutschland haben für BMW natürlich einen besonderen Stellenwert, wir freuen uns
sehr auf die heimische Fangemeinde. Der Veranstalter hat sich ja einiges
einfallen lassen, um auf dem Nürburgring ein volles Haus zu bekommen. Wir
hoffen, diese Aktionen fruchten. Es wäre schön, wenn die Anstrengungen belohnt
würden, die mit dem Bau der neuen Gebäude und des stadionartigen
Streckenabschnitts in den zurückliegenden Jahren unternommen wurden. Auf dem
Nürburgring ergänzen sich moderne Rennstreckenarchitektur und Traditionspflege
ganz hervorragend. 14 Tage nach dem Grand Prix von Europa treten wir übrigens
mit zwei BMW M3 GTR zum 24-Stunden-Rennen auf der legendären Nordschleife an.
Für den BMW P84 Motor ist der Nürburgring natürlich eine ganz andere
Herausforderung als die engen Straßen von Monaco. Mit einem Volllastanteil von
51 Prozent im Rennen und 64 Prozent im Qualifying liegt der Eifelkurs im
Mittelfeld der GP-Rennstrecken.
Zahlen und Fakten
-
2004 startet zum 34. Mal ein Formel-1-Grand-Prix auf dem Nürburgring. Die
erste Streckenvariante wurde am 18./19. Juni 1927 eröffnet. Am 29. Juli 1951
gastierte die Formel 1 erstmals zum Großen Preis von Deutschland in der Eifel.
Ende der 50er Jahre und in den frühen 70er Jahren zog der GP Deutschland
vorübergehend auf die Berliner Avus bzw. nach Hockenheim um. Der schwere
Feuerunfall Niki Laudas am 1. August 1976 brachte das endgültige Aus für die
legendäre Nordschleife als Formel-1-Kurs.
- Auf der Nordschleife werden heute noch Tourenwagenrennen ausgetragen, darunter
das 24-Stunden-Rennen. An den meisten Tagen des Jahres kann man dort allerdings
gegen Gebühr im Privatwagen seine Runden drehen.
- Am 12. Mai 1984 wurde der neue Nürburgring eröffnet. Seither startete die
Formel 1 in der Eifel acht Mal zum Großen Preis von Europa, zwei Mal zum GP von
Luxemburg (1997 und 1998) und ein Mal (1985) zum Großen Preis von Deutschland.
- Von 1999 bis 2001 erfolgte die Modernisierung des Start- und Zielbereiches
inklusive eines neuen Boxengebäudes und Pressezentrums.
- 2002 wurde die Mercedes-Arena fertig gestellt. Der stadionartige Streckenteil
verlängerte den Kurs um rund 600 Meter.
- Die Streckenlänge beträgt nun 5,148 Kilometer, die Renndistanz 308,863
Kilometer (60 Runden).
- Im Vorjahr feierte das BMW WilliamsF1 Team einen seiner größten Erfolge auf
dem Nürburgring: den zweiten von bisher drei Doppelsiegen. Ralf Schumacher
gewann 2003 sein Heimrennen vor Juan Pablo Montoya. Die Schlüsselfaktoren zum
Doppelsieg: Erstens beschleunigte Ralf Schumacher beim Start von Platz drei
seinen vor ihm von Platz zwei startenden Bruder Michael im Ferrari aus. Zweitens
ging die Rennstrategie des Teams auf. Drittens kämpfte Montoya Michael
Schumacher in einem beherzten Manöver in der 43. Runde nieder und bezog dadurch
Platz zwei.
- Die Poleposition hatte Kimi Räikkönen (McLaren-Mercedes) in 1.31,523 Minuten
erobert. In 1.32,621 Minuten fuhr der Finne, der später ausfiel, auch die
schnellste Rennrunde.
- Anlässlich des GP Europa 2003 wurde auch die Vertragsverlängerung zwischen BMW
und WilliamsF1 bis Ende 2009 bekannt gegeben.
- Bereits vor dem Sieg im vergangenen Jahr hatte WilliamsF1 zwei GP-Erfolge auf
dem Nürburgring erzielt: 1996 und 1997 gewann der Kanadier Jacques Villeneuve.
- Der Große Preis von Europa auf dem Nürburgring wird am Sonntag, dem 30. Mai
2004, um 14 Uhr gestartet.
Quelle: BMW Pressemitteilung vom 12.05.04
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