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Kategorie: Formel1 01.01.1970
GP Japan - Vorschau
Mit dem Ziel, weitere Punkte zur Festigung der WM-Position zu sammeln, reist
das BMW WilliamsF1 Team zum 17. und vorletzten Grand Prix der Saison 2004 nach
Suzuka.
Zur Vorbereitung auf den Großen Preis von Japan wurde ein dreitägiger Test in
Jerez de la Frontera durchgeführt. In Spanien kamen Ralf Schumacher, Marc Gené
und Olivier Beretta zum Einsatz.
Die Rennstrecke von Suzuka gilt als einer der anspruchsvollsten
Formel-1-Kurse. Von Fahrern und Ingenieuren wird höchste Präzision verlangt. Ein
weiterer spannender WM-Lauf steht also vor der Tür.
Juan Pablo Montoya:
Abgesehen von meinem unglücklichen technischen Ausfall im vergangenen Jahr
bin ich in Suzuka immer recht gut klargekommen. Ich mag die Strecke sehr, sie
bietet viel Fahrspaß. Außerdem sollte der Kurs unserem Gesamtpaket liegen, und
das stimmt mich optimistisch. Es war gut, dass ich in China ein paar Punkte
einfahren konnte, und in Japan sollen es mehr werden. Wir müssen unsere Position
in der Konstrukteurs-WM stärken. Ich habe in der abgelaufenen Woche zwar nicht
getestet, bin aber trotzdem nach Europa zurückgeflogen, um in England PR-Termine
wahrzunehmen. Dieser letzte Monat der Saison mit den beiden weiten Reisen und
verschiedenen Sponsor-Tagen wird anstrengend. Nichtsdestotrotz freue ich mich
auf die beiden verbleibenden Grands Prix.
Ralf Schumacher:
Auf das Rennen in Japan freue ich mich schon sehr. Suzuka finde ich eine der
interessantesten Strecken, die wir haben. Unsere Aufgabe dort wird natürlich
nicht leicht sein. Die schnellen Kombinationen erfordern ein perfektes Auto. Da
müssen wir eine gute Abstimmung finden. Wir haben aber meiner Ansicht nach gute
Chancen, dort vorn dabei zu sein. Auch in Shanghai haben wir schließlich,
abgesehen von dem unnötigen Zwischenfall nach dem Rempler von David Coulthard,
gezeigt, dass wir durchaus konkurrenzfähig sind. An Japan habe ich gute
Erinnerungen. Ich habe 1996 ein Jahr lang dort gelebt und damals auch die Formel
3000 gewonnen.
Sam Michael (Technical Director WilliamsF1):
Suzuka ist eine der großartigsten Rennstrecken überhaupt. Dort kann man nur
schnell sein, wenn Fahrer und Ingenieure wirklich alles richtig machen. Schnelle
Kurven, eine Schikane, eine Haarnadelkurve, der Kurs bietet praktisch alles.
Dazu gehören auch Überholmöglichkeiten. Weil Stabilität bei hoher
Geschwindigkeit so wichtig ist, ist die Abstimmung in den langsameren Passagen
in der Regel nicht ideal. Aber der Fahrer braucht das absolute Vertrauen in sein
Fahrzeug in Sektionen wie den Esses. Vor der Haarnadel und der Schikane sind die
Bremsen besonders gefordert.
Bei unserem Test im spanischen Jerez haben Ralf, Marc und Olivier vor allem
an der Fahrzeugabstimmung gearbeitet und Reifen getestet. Wir haben für Japan
eine Detailverbesserung bei der Aerodynamik vorbereitet, Michelin unterstützt
uns mit zwei guten Reifenoptionen. Die Rennstrategie ist in Suzuka normalerweise
eine klare Sache. Durch die Reifenentwicklungen seit dem Vorjahr könnte sich das
aber ändern.
Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
Für uns geht mit den letzten beiden Grands Prix eine sehr schwierige Saison zu
Ende. Wir sind 2004 mit großen Erwartungen gestartet, die guten Wintertests
gaben Anlass dazu. Die ersten Rennen haben aber bereits gezeigt, dass die
Konkurrenz diesmal über den Winter einen größeren Sprung geschafft hat als unser
Team. Sicher hat auch hier und da das Glück gefehlt, aber darauf darf man sich
ohnehin nicht verlassen. Es kam einfach sehr viel zusammen. Längst laufen in
München und in Grove die Vorbereitungen für 2005 auf Hochtouren. Trotzdem gilt
die volle Konzentration des Teams den beiden letzten Saisonrennen. Wir wollen in
Japan und Brasilien einen versöhnlichen Saisonabschluss schaffen.
Suzuka ist eine fahrerisch und technisch extrem anspruchsvolle Strecke. Auch
der BMW P84 Motor ist in Suzuka einer ganz speziellen Belastung ausgesetzt: In
der ultraschnellen 130R-Kurve muss der Ölkreislauf einer Querbeschleunigung von
4 g gerecht werden. Bislang hat sich der starke BMW Motor auch 2004 als
zuverlässiges Triebwerk bewiesen. Er sollte auch den Anforderungen in Japan
gewachsen sein.
Zahlen und Fakten
-
Die Rennstrecke von Suzuka gilt als eine der anspruchsvollsten der Formel 1.
Sie ist die einzige in Form einer Acht und bietet alle Varianten von Kurven -
von der engen "Spoon"-Kurve bis zur ultraschnellen 130R. Die Rennstrecke liegt
inmitten von Suzuka-Land, einem Freizeitpark, der für die Familien der
Honda-Mitarbeiter errichtet wurde.
- 2004 wird der Große Preis von Japan zum 18. Mal in Suzuka gestartet. Ehe die
Formel 1 im Jahr 1987 ihr Debüt in Suzuka gab, wurden 1976 und 1977 zwei Große
Preise von Japan auf der Rennstrecke am Fuße des Mount Fuji ausgetragen. 1994
und 1995 fand je ein GP Pazifik in Japan statt, Austragungsort war Aida.
- 1987, beim ersten in Suzuka ausgetragenen Grand Prix, sicherte sich Nelson
Piquet mit WilliamsF1 seinen dritten WM-Titel. Rennsieger wurde Gerhard Berger
auf Ferrari. Das Suzuka-Rennen von 1994 ist bei WilliamsF1 ebenfalls besonders
gut in Erinnerung geblieben: Damals gewann Damon Hill gegen Michael Schumacher
in einem wegen heftigen Regens unterbrochenen Rennen, zog dadurch in den Punkten
gleich mit Schumacher und hielt den Titelkampf bis zum Finale in Adelaide offen.
1996 erzielte Damon Hill den dritten Suzuka-Sieg von WilliamsF1.
- Die Stadt Suzuka liegt an der Süd-Ost-Küste der japanischen Hauptinsel Honshu
und gehört zur Mie Präfektur. Die ortsansässige Industrie stellt vor allem
Nahrungsmittel und Textilien her, außerdem hat Honda große Fertigungsstätten in
Suzuka. Die Stadt wurde im Jahr 645 erstmals urkundlich erwähnt und hat heute
etwa 184.000 Einwohner. In Suzuka gibt es eine medizinische Universität. Zu den
Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören buddhistische Tempel sowie Shinto Schreine.
- Im Jahr 2000 wurde das Formel-1-Fahrerlager während des Trainings von den
Ausläufern eines Erdbebens leicht erschüttert.
- 2003 war das BMW WilliamsF1 Team noch mit einer geringen Chance auf den Gewinn
der Konstrukteurs-WM nach Suzuka gereist, wo vor Jahresfrist das Finale
ausgetragen wurde. Ralf Schumachers Aussichten auf ein gutes Ergebnis schwanden
schon im Qualifying, als er bei einsetzendem Regen keine Chance mehr auf eine
gute Runde hatte. Er startete als 19., stellte zwar in 1.33,408 Minuten einen
neuen Rundenrekord auf, kam aber letztlich nicht über Platz zwölf hinaus.
Teamkollege Juan Pablo Montoya qualifizierte sich auf trockener Bahn für
Startplatz zwei und lag im Rennen in Führung, als in der neunten Runde ein
Hydraulikdefekt auftrat und zum Ausfall führte.
- Rubens Barrichello eroberte 2003 im Ferrari die Poleposition in 1.31,713
Minuten und gewann den Grand Prix.
- Der Kurs misst 5,807 Kilometer. Das Rennen wird über 53 Runden (307,573 km)
ausgetragen. Der Start erfolgt am Sonntag, dem 10. Oktober 2004, um 14.30 Uhr
Ortszeit, das entspricht 7.30 Uhr in Deutschland.
Quelle: BMW Presse-Information vom 01.10.04
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