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Kategorie: Formel1 01.01.1970
GP Deutschland - Vorschau
Pizzonia diesmal als Ersatz für Ralf Schumacher dabei
Nach erkennbaren Steigerungen beim vergangenen Rennen in Silverstone und
einem aufschlussreichen Test in Jerez sieht das BMW WilliamsF1 Team dem Großen
Preis von Deutschland optimistisch entgegen.
Vor dem zweiten Grand Prix des Jahres in der Heimat von BMW hat der
WilliamsF1 BMW FW26 erneut Verbesserungen erfahren. Während Ralf Schumacher
weiter auf dem Weg der Genesung ist, wird der Brasilianer Antonio Pizzonia,
zweiter Testfahrer des Teams, in Hockenheim neben Juan Pablo Montoya den Wagen
mit der Startnummer vier steuern.
Juan Juan Pablo Montoya: Im vergangenen Jahr in Hockenheim habe ich meinen
bis dato letzten Sieg erzielt. Es wäre an der Zeit für den nächsten Erfolg. Das
würde dem Team Aufschwung geben und unsere Position verbessern. Aber wir wissen,
dass das derzeit schwierig ist. Die Konkurrenz ist härter denn je. Dennoch: Wir
waren in der Vergangenheit auf dieser Strecke immer gut und hoffen, daran
anknüpfen zu können. Für eine Wetterprognose ist es noch viel zu früh, aber mit
derart kühlen und unbeständigen Bedingungen wie in Silverstone rechne ich in
Hockenheim eigentlich nicht, und das sollte es uns etwas leichter machen.
Die Fahrerbesetzung des BMW WilliamsF1 Teams wird beim Deutschen Grand Prix
nun zu hundert Prozent südamerikanisch sein. Ich wünsche Antonio Pizzonia als
meinem neuen Teamkollegen viel Glück. Ich will in Deutschland weitere Punkte
sammeln und werde ihn nach Kräften unterstützen, dasselbe zu tun.
Antonio Pizzonia: Ich freue mich sehr über diese Chance, die mir das
BMW WilliamsF1 Team gibt. Ich werde mein Bestes geben, um mich dafür mit
WM-Punkten zu bedanken. Jetzt konzentriere ich mich hundertprozentig auf den
kommenden Renneinsatz in Hockenheim und werde mich nach einem klaren Plan darauf
vorbereiten.
Sam Michael (Technical Director WilliamsF1): In Sachen
Überholmöglichkeiten ist Hockenheim eine großartige Rennstrecke. Das gilt
insbesondere für die lange Gerade zwischen der zweiten und der dritten Kurve,
wobei diese dritte Kurve den zusätzlichen Vorteil einer großzügigen und
asphaltierten Auslaufzone bietet. Der Hockenheimring ist ein gutes Beispiel
dafür, wie Rennstreckenarchitektur dazu beitragen kann, dass mehr Überholmanöver
zu sehen sind.
Charakteristisch für die Strecke sind langsame und mittelschnelle Kurven, sie
bestimmen über die Fahrzeugabstimmung. Außerdem ist eine gute Traktion ein
wichtiger Faktor. Wir werden mit weiteren aerodynamischen und mechanischen
Chassis-Verbesserungen antreten und hoffen, uns damit etwas weiter vorn
platzieren zu können. Das Vorjahresrennen hat gezeigt, dass die Reifen auf
diesem Kurs sehr stark beansprucht werden. Deshalb wird es von größter Bedeutung
sein, zusammen mit Michelin die richtige Reifenwahl zu treffen.
Im Rennen wird neben der Strategie auch die Effizienz der Boxenmannschaft
entscheidend sein. In Silverstone hat die Arbeit der Boxencrew maßgeblich
mitgeholfen, Positionen zu gewinnen. Wir erwarten von uns auch diesbezüglich
eine gute Vorstellung in Deutschland. Antonio Pizzonia wird sein erstes Rennen
für das BMW WilliamsF1 Team bestreiten, und wir wollen ihm helfen, beim
Heimrennen von BMW in die Punkteränge zu fahren.
Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor): Es war sehr wichtig für
unser Team, nach dem Rennen in Silverstone endlich mit den zahlreichen neuen
Komponenten intensive Testfahrten unternehmen zu können. Zumal wir wegen der
allgemeinen Testpause erst nach dem Großen Preis von Ungarn Mitte August wieder
Gelegenheit dazu haben werden. Für das Chassis und die Aerodynamik gilt viel
mehr als für den Motor, dass Simulationen den Test im Fahrbetrieb nicht
vollständig ersetzen können. Wir haben in Jerez de la Frontera viele
Informationen gesammelt, die bei der Abstimmarbeit im freien Training helfen
sollten.
Hockenheim war bis einschließlich 2001 ein Eldorado für starke Motoren. Seit
dem Umbau sind die langen Waldgeraden verschwunden. Heute liegen die
Anforderungen an den BMW P84 Motor dort im Vergleich der GP-Kurse im oberen
Drittel. Im vergangenen Jahr haben wir einen Volllastanteil von 62 Prozent
erfasst, und auch mit einem Topspeed von 332 km/h gehört das Streckenprofil ins
vordere Mittelfeld.
Was die Temperaturen angeht, sehnen wir den Sommer herbei. Im vergangenen
Jahr war das Rennen in Hockenheim mit bis zu 37 Grad eines der heißesten der
Saison. Der BMW Motor hat sich immer wieder als thermisch sehr gesund erwiesen,
und auch unsere Reifen haben bei Hitze regelmäßig eine gute Figur abgegeben.
Zahlen und Fakten
-
Die Stadt Hockenheim zählt rund 19.000 Einwohner und liegt in der
Oberrheinebene im Bundesland Baden-Württemberg. Die Region im Badischen ist auch
als Spargelanbaugebiet bekannt.
- Am 29. Mai 1932 wurde als Eröffnungsveranstaltung auf dem damaligen - nicht
asphaltierten - Dreieckskurs das erste Motorradrennen gestartet. 1938 wurde die
Strecke zum ovalförmigen "Kurpfalzring" umgebaut. 1957 wurde erneut modernisiert
und auch das Motodrom gebaut. Am 2. August 1970 fand der erste Formel-1-GP
statt, es siegte Jochen Rindt. 1977 wurde der Große Preis von Deutschland
dauerhaft ins Badische verlegt, lediglich 1985 kehrte er noch einmal auf den
Nürburgring zurück. Zu ihrem 70-jährigen Jubiläum präsentierte sich die
Rennstrecke 2002 in neuer Form und mit neuem Namen: Der "Hockenheimring Baden
Württemberg" kommt seither ohne die berühmten langen Waldgeraden aus, an denen
kein Platz für Zuschauer war. Wo es früher in den Wald ging, biegt das Feld nun
scharf rechts ab (zweite Kurve nach Start und Ziel) in die extrem lang gezogene
Highspeed-Linkskurve "Parabolika". Sie mündet in eine Spitzkehre, die mit
extremem Lenkradeinschlag im ersten Gang durchfahren wird. Nach der Haarnadel
führt eine Rechts-Links-Rechts-Kombination zurück in das stadionartige Motodrom.
- Die Streckenlänge beträgt 4,574 Kilometer. Das Rennen wird über 67 Runden
ausgetragen, die Renndistanz beträgt 306,458 Kilometer.
- WilliamsF1 hat bis dato neun Siege in Hockenheim erzielt. Den ersten im Jahr
1979 mit Alan Jones, den bis dato letzten gemeinsam mit BMW im vergangenen Jahr.
- 2003 siegte Juan Pablo Montoya im FW25 überlegen mit mehr als 65 Sekunden
Vorsprung auf David Coulthard (McLaren-Mercedes) und Jarno Trulli (Renault).
Ralf Schumacher schied unmittelbar nach dem Start wegen eines Unfalls aus, der
später noch vor dem FIA-Berufungsgericht in Paris erörtert wurde und letztlich
eine Geldstrafe nach sich zog.
- Bei seiner Siegesfahrt stellte Montoya in 1.14,917 Minuten den gültigen
Rundenrekord auf.
- Die erste Startreihe war 2003 in Hockenheim fest in der Hand des BMW
WilliamsF1 Teams. Montoya hatte in 1.15,167 Minuten die Poleposition erobert,
Ralf Schumacher war noch nicht einmal um zwei Hundertstelsekunden langsamer
(1.15,185 min) und bezog Startplatz zwei.
- Der Große Preis von Deutschland, der zwölfte Lauf zur FIA
Formel-1-Weltmeisterschaft 2004, wird am Sonntag, dem 25. Juli, um 14.00 Uhr
gestartet.
Quelle: BMW Pressemitteilung vom 16.07.04
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