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Kategorie: Formel1 01.01.1970
Das BMW WilliamsF1 Team präsentiert sich für die Saison 2004
Fundamental neues Chassis: Der FW26 dreht seine ersten Runden in Valencia.
Valencia, 5. Januar 2004. Das BMW WilliamsF1 Team enthüllte am heutigen
Montag seinen neuen Formel-1-Rennwagen für die Saison 2004 an der Rennstrecke
von Valencia in Spanien. Im Anschluss an die Präsentation vor internationalen
Medien werden die Piloten Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya die ersten
Runden mit dem WilliamsF1 BMW FW26 drehen.
Der neue BMW WilliamsF1 FW26
"Ich habe vorher schon einige neue Komponenten des FW26 getestet", sagte
Schumacher, "und sie alle als echten Fortschritt empfunden - das gilt für Motor
und Getriebe ebenso wie für viele kleinere, wichtige Elemente. Ich habe sehr
hohe Erwartungen an das Zusammenwirken aller Details."
Teamkollege Montoya ist ebenfalls optimistisch: "In unser Vorjahres-Auto
hatten wir große Hoffnungen gesetzt, und sie wurden letztlich erfüllt. Diesmal
sind die Erwartungen an das Potenzial des Fahrzeugs noch höher, und es ist dem
Team gelungen, den Beginn der Erprobungsphase erheblich vorzuverlegen. Ich
hoffe, das Auto wird von Anfang an schnell sein, aber auf jeden Fall haben wir
nun bis zum ersten Grand Prix zwei Monate Zeit zum Testen."
Bei der Enthüllung stachen vor allem radikale Veränderungen der Frontpartie
ins Auge. Gavin Fisher, Chefkonstrukteur des FW26, hatte vorab versichert: "Man
wird sofort sehen, dass in diesem Chassis ein hohes Maß innovativer Lösungen
steckt."
völlig neu geformte "Schnauze" am BMW WilliamsF1 FW26
Der FW26 hat eine markant kurze Fahrzeugnase. Vorgelagerte Flügelelemente
erinnern an umgekehrte Stoßzähne. Das überraschende Frontdesign wurde gemeinsam
mit einer Doppel-Kiel-Konstruktion des Monocoques entwickelt, um den Luftfluss
unter- und oberhalb der Fahrzeugfront zu optimieren und die gesamte Aerodynamik
bis zur Anströmung des Heckflügels zu verbessern. Die Wirkung der neuen Front
wird durch schmalere Seitenkästen unterstützt, die im Sinne der Aerodynamik
durch eine Überarbeitung des Kühlsystems ermöglicht wurden.
Chefaerodynamikerin Antonia Terzi und die Konstrukteure von WilliamsF1
arbeiteten Hand in Hand. Es galt, ein verbessertes, stringentes Chassis zu
entwickeln, das gleichzeitig den Anforderungen der von der FIA vorgeschriebenen
Crash-Tests gerecht wird.
Ehe der FW26 in Valencia auf die Strecke ging, sagte Fisher: "Wir alle haben
während der Entstehung des neuen Autos große Erwartungen aufgebaut. Die
Herausforderungen in diesem Entwicklungsprozess waren enorm. Für uns ist dieser
Präsentationstag bedeutender als manch einer in der Vergangenheit."
Sam Michael, Chief Operations Engineer des Teams, erklärte die Gründe für
einen so frühen Präsentationstermin: "2003 hat es sich als Nachteil erwiesen,
dass wir den Testbetrieb mit dem neuen Chassis relativ spät aufgenommen haben.
Die anschließende Feinarbeit hat viel Zeit gebraucht. Und das war eine der
Ursachen dafür, dass wir erst in Monaco, beim siebten GP des Jahres, gewinnen
konnten. 2004 wollen wir früher siegfähig sein."
Der WilliamsF1 BMW FW26 verfügt auch über weniger augenfällige, aber
wesentliche Neuerungen. Allen voran über einen neuen BMW Motor, den P84, sowie
Innovationen im Bereich Getriebe und Differenzial.
BMW entwickelte und erprobte in München ein neues Triebwerk, das nun gemäß
der neuen FIA-Regeln einer rund doppelt so langen Laufzeit standhalten muss. Die
Verlängerung des Motorlebens auf bis zu 800 Kilometer verlangte eine robustere
Auslegung. BMW Motorsport Direktor Mario Theissen dazu: "Um dieser
Herausforderung zu begegnen, müssen vor allem die mechanisch und thermisch hoch
belasteten Bauteile widerstandsfähiger werden. Größere und schwerere Komponenten
gehen aber zu Lasten der Leistung. Diese Verluste zu minimieren und gleichzeitig
die Standfestigkeit zu garantieren, das waren die wichtigsten
Entwicklungsziele."
Auch die Sponsoren des BMW WilliamsF1 Teams haben entscheidende Beiträge bei
der Entwicklung des FW26 geleistet: Michelin mit einem konsequenten
Reifen-Testprogramm, aber auch HP mit erstklassiger Computer-Hardware und
Proliant DL360 Servern für die Vorausentwicklung und Simulation von
Fahrzeug-Aerodynamik und -Geometrie.
Petrobras arbeitet intensiv an der Entwicklung eines neuen Kraftstoffes für
die Saison 2004. Die Ziele dabei: Leistungssteigerung, Verbrauchsreduzierung
und, angesichts des neuen Reglements, Motorschonung. Der Kraftstoff wird im
Petrobras Cenpes Forschungslabor entwickelt und in brasilianischen Raffinerien
hergestellt. Im Verlauf der Wintertests mit dem P84 wird er erstmals im
Fahrbetrieb erprobt.
Nach der Präsentation des FW26 testet das Team vom 7. bis 13. Januar in
Jerez. Teamchef Frank Williams steckt die Ziele ab: "Unsere Ambition kann nur
lauten: Wir wollen jedes Rennen gewinnen, Ferrari die Weltmeisterkrone abnehmen
und unsere Chronik um einen weiteren Titel bereichern. Mit diesem Anspruch
müssen wir das Jahr angehen."
Quelle: BMW Presse-Mitteilung vom 04.01.04
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