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Kategorie: Formel1 01.01.1970
GP Spanien - Vorschau
Zum fünften Lauf der FIA Formel-1-Weltmeisterschaft 2004 reist das BMW
WilliamsF1 Team in der kommenden Woche nach Spanien. Der 4,6 Kilometer lange
Circuit de Catalunya, wo der Grand Prix am 9. Mai gestartet wird, ist eine der
beliebtesten Teststrecken. Eine schwierige Aufgabe ist der Kurs nahe Barcelona
dennoch: Häufig wechselnde Witterung und Winde erfordern ständige Anpassungen
der Fahrzeugabstimmung und Aerodynamikeinstellungen.
Nach der Erprobung von Weiterentwicklungen in Silverstone will das Team beim
nächsten WM-Lauf Boden gutmachen. In der Vergangenheit war WilliamsF1
erfolgreich auf dem Circuit de Catalunya: Fünf Siege in 13 dort bisher
ausgetragenen Grands Prix stehen zu Buche. Seit der Gründung des BMW WilliamsF1
Teams im Jahr 2000 waren zweite Plätze durch Juan Pablo Montoya in den Jahren
2001 und 2002 die besten Ergebnisse.
Juan Pablo Montoya: Die meisten Teams nutzen die Strecke bei Barcelona
häufig zum Testen, wir Fahrer kennen sie wie unsere Westentasche. Unser Team hat
dort in diesem Jahr an 13 Tagen getestet und dabei genau 10,363 Kilometer
abgespult. Der Kurs gehört zwar nicht zu meinen Lieblingsstrecken, weil er nicht
sehr gut zu meinem Fahrstil passt, aber ich habe dort immer recht gute
Ergebnisse erzielt: Mit dem BMW WilliamsF1 Team zwei zweite und einen vierten
Platz, und 1998 habe ich dort ein Formel-3000-Rennen gewonnen.
Nach dem recht enttäuschenden Großen Preis von San Marino habe ich die Zeit
genutzt, um mich zu entspannen und neue Kräfte aufzubauen. Ich habe meine
Fitness trainiert und außerdem Golf gespielt. Das Rennwochenende beginnt für
mich wie für einige andere Fahrer am Donnerstagmorgen mit einem
Wohltätigkeits-Tennisturnier. Ich freue mich darauf und denke, das gibt mir
weiteren Auftrieb für die anschließende Arbeit auf der Rennstrecke.
Ralf Schumacher: Auch wenn wir durch das schlechte Wetter beim Testen
in Silverstone nicht ganz das Programm durchgebracht haben, das wir uns
vorgenommen hatten: Auf jeden Fall habe ich die Begeisterung und Motivation
jedes einzelnen im Team gesehen, die ganze Sache voranzubringen. Im Winter haben
wir in Barcelona sehr viel getestet, deshalb denke ich, dass wir für das Rennen
ganz gut vorbereitet sind. Ich bleibe jedoch dabei, dass noch keine Wunder von
uns zu erwarten sind. Aber wenn wir, wie in Imola, das Maximum aus unseren
Möglichkeiten herausholen, dann können wir wieder um die Podestplätze mitfahren.
Sam Michael (Chief Operations Engineer WilliamsF1): Beim Test in
Silverstone haben wir weitere Fortschritte bei der Abstimmungsarbeit und
bezüglich der Reifenentwicklung erzielt, und zwar sowohl auf trockener als auch
auf nasser Strecke.
Der Circuit de Catalunya ist für die Fahrer und Ingenieure hinsichtlich der
Abstimmung eine echte Herausforderung. Obwohl wir dort im Winter so häufig
testen, fängt man beim Set-up am Rennwochenende immer wieder von vorn an. Die
Auswirkung der Witterung auf die Streckenverhältnisse ist extrem. Vier
Hochgeschwindigkeitskurven führen zu erhöhtem Reifenverschleiß, weshalb man in
Barcelona eine härtere Gummimischung wählt. Besondere Bedeutung hat auch die
aerodynamische Effizienz.
Wir haben seit dem zurückliegenden Grand Prix Verbesserungen an den
Fahrzeugen umgesetzt. Das betrifft die Mechanik und die Aerodynamik, außerdem
konnten wir zwei gute neue Reifenmischungen von Michelin testen. In Kombination
sollten uns diese Entwicklungsschritte helfen, wieder zur Spitze aufzuschließen,
wo wir hingehören.
Durch das neue Reglement gehen Qualifying und Rennstrategie Hand in Hand.
Nachdem Überholmanöver in Barcelona sehr schwierig sind, ist es dort besonders
wichtig, im Qualifying vorn zu sein, die optimale Strategie für das Rennen
vorzubereiten und dann einen guten Start zu erwischen.
Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor): In Imola hat der BMW P84
Motor einen weiteren Belastungstest erfolgreich bestanden: Juan Pablo war in den
letzten Runden mit Qualifying-Drehzahlen unterwegs und konnte so den Angriff von
Fernando Alonso erfolgreich abwehren. Diese Situation hat den Wert unserer
Arbeit der vergangenen Wochen unterstrichen. Bei der Weiterentwicklung in
München konzentrieren wir uns darauf, auch in der zweiten Hälfte der
800-Kilometer-Laufzeit, also im Rennen, die volle Drehzahl und Leistung
bereitzustellen. Und zwar sogar im siebten Gang, in dem auf einigen Strecken
mehr als fünf Sekunden bei Höchstdrehzahl gefahren wird. Üblich war es bisher,
den höchsten Gang um 500 bis 1000 Umdrehungen länger zu übersetzen, um diese
Dauerbelastung zu reduzieren.
Das Entwicklungsprogramm gilt vor allem thermisch und mechanisch hoch
belasteten Bauteilen. Wir haben sowohl bei der Auslegung mittels
Computer-Simulation als auch in der hochpräzisen Fertigung spezielles Know-how
entwickelt. Das kommt uns jetzt bei der Ein-Motoren-Regel zugute. Gleichzeitig
wird es in der Entwicklung von Serienmotoren umgesetzt. Das F1-Projekt hat sich
bei BMW einmal mehr als fruchtbares High-Tech-Labor bewährt.

Grafik: Rennstrecke in Spanien (zum Vergrößern,
bitte auf das Bild klicken
Auf der 880 Meter langen Start- und Ziel-Geraden des Circuit de Catalunya
zahlt sich natürlich jedes PS aus. Ansonsten ist die Motorenbelastung dort mit
einem mittleren Volllastanteil eher durchschnittlich. Das Gesamtbild zeigt: Das
BMW WilliamsF1 Team hat einen großen Rückstand aufzuholen. Wir lassen in München
nichts unversucht, um hierfür unseren größtmöglichen Beitrag zu leisten.
Zahlen und Fakten
- Die Stadt Barcelona (rund 1,8 Millionen Einwohner) mit ihrem Mittelmeerhafen
liegt im Nordosten Spaniens. Sie ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum
Kataloniens, verfügt über mehrere Universitäten und Hochschulen sowie zahlreiche
Museen und Kulturdenkmäler. Zu den berühmtesten Söhnen der Stadt zählt der
Jugendstil-Architekt Antoni Gaudí (1852-1924), der unter anderem das bis heute
unvollendete Kirchenbauwerk Sagrada Familia hinterließ.
- Seit der offiziellen Zeitrechnung der Formel 1 (ab 1951) wurden 33 Große
Preise von Spanien ausgetragen. Die ersten beiden GP Spanien fanden in Pedralbes
statt. Spätere Austragungsorte waren Jarama (9), Montjuich (4) und Jerez (5).
Seit 1991 startet die Formel 1 alljährlich auf dem Circuit de Catalunya im
Norden der Stadt Barcelona, 2004 wird der GP Spanien dort zum 14. Mal
ausgetragen.
- Das erste Rennen auf dem Circuit de Catalunya gewann am 29. September 1991 auf
nasser Strecke Nigel Mansell (GBR) im WilliamsF1-Renault.
- Für WilliamsF1 stehen insgesamt sechs Siege bei spanischen GP zu Buche. Den
ersten erzielte Mansell 1987 in Jerez, den bis dato letzten Jacques Villeneuve (CDN)
zehn Jahre später auf dem Circuit de Catalunya.
- 2003 brachte der GP Spanien für das BMW WilliamsF1 Team nach einem schwierigen
Qualifying (Startplatz sieben für Schumacher, Platz neun für Montoya) einen
versöhnlichen Ausgang. Der Kolumbianer konnte sich im Rennen auf Rang vier
verbessern. Sein Teamkollege kam als Fünfter ins Ziel.
- Sieger des letztjährigen GP Spanien wurde Michael Schumacher im Ferrari vor
dem gefeierten Lokalmatador Fernando Alonso im Renault.
- Michael Schumacher erzielte 2003 die Poleposition in 1.17,762 Minuten. Sein
Teamkollege Rubens Barrichello hält seit dem Vorjahr den Rundenrekord mit
1.20,143 Minuten.
- Seit dem Vorjahr wurde die Strecke umgebaut. Die Kurve 8, eine Linkskurve am
Ende der Gegengeraden, wurde vorverlegt. Dadurch entstand eine größere
Auslaufzone, außerdem verspricht man sich von der engeren Gestaltung dieser
Kurve und dem folglich früheren Bremspunkt eine zusätzliche Überholmöglichkeit.
Die Streckenlänge reduzierte sich durch diese Baumaßnahme von 4,730 Kilometer
auf 4,627 Kilometer.
- Der Große Preis von Spanien 2004 wird am Sonntag, dem 9. Mai, um 14 Uhr
gestartet. Das Rennen wird über 66 Runden ausgetragen. Die Renndistanz beträgt
305,256 Kilometer.
- EINLADUNG: In Anwesenheit von Patrick Head und Frank Williams stellt die
Allianz am Samstag, dem 8. Mai, um 18.45 Uhr im Paddock Club ihren
Formel-1-Medienservice für 2004 vor. Alle akkreditierten Journalisten sind
eingeladen. Für Zugangskarten zum Paddock Club wenden Sie sich bitte entweder an
Silvia Hoffer oder an Peter Phillips im BMW WilliamsF1 Team.
Quelle: BMW Pressemitteilung vom 30.04.04
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