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Kategorie: Formel1 01.01.1970
GP der USA 2003 - Vorschau
vorletztes Formel-1 Rennen der Saison
Nach 14 von 16 Läufen zur FIA Formel-1-Weltmeisterschaft 2003 zeichnet sich
noch immer keine Dominanz ab. Sowohl der Kampf um den Konstrukteurstitel als
auch die WM der Fahrer sind offen. Wer gewinnen will, muss in den verbleibenden
zwei Grands Prix fehlerfrei arbeiten - und möglichst siegen. Der Große Preis der
USA am 28. September wird mit größter Spannung erwartet.
Die Rennstrecke in Indianapolis gehört nicht zu den engsten Vertrauten der
Formel 1. Dort wird erst zum vierten Mal gefahren, Testmöglichkeiten gibt es
keine. Obendrein stellt die Strecke mit einer besonders langen Geraden und einem
extrem winkligen Abschnitt im Innenraum widersprüchliche Anforderungen an die
Fahrzeugabstimmung.
Juan Pablo Montoya: Der "Brickyard" weckt sehr gute Erinnerungen in
mir. In erster Linie natürlich an den Sieg bei den Indy 500 im Jahr 2000, aber
auch an meine Zeit in der CART-Serie, weil mein Team in Indianapolis ansässig
war. Die Atmosphäre mit der Musik und den gewaltigen Tribünen, voll mit Fahnen
schwenkenden Menschen ist einfach großartig. Ich bin sicher, es werden wieder
viele Kolumbianer anreisen, um mich anzufeuern. Indy ist eine Art Heimrennen für
mich. Ich denke, ich kann und muss meinen Anhängern eine gute Vorstellung
bieten. Unser Auto kann auf dem Speedway definitiv eine gute Figur machen. Wir
haben den starken BMW Motor für die lange Gerade. Ich freue mich auf einen engen
Kampf mit der Konkurrenz. Wir haben jetzt vor allem zwei Ziele im Auge: Unser
Team sollte sich die Konstrukteurs-WM sichern, und ich muss zu Michael in der
Fahrerwertung aufschließen und ihn, wenn irgend möglich, in den Punkten
überholen. Der US Grand Prix sollte ein gutes Rennen für mich werden. Wir müssen
dort das Beste aus unseren Möglichkeiten machen, denn ich weiß, dass der GP
Japan Michaels Fahrstil eher entgegen kommt. Ich werde ein paar Tage früher in
die USA fliegen. Zum einen, um mich zu akklimatisieren, zum anderen, um
Marketing-Termine wahrzunehmen.
Ralf Schumacher: Nachdem ich das Rennen in Monza wegen der Folgen des
Testunfalls auslassen musste, gehe ich davon aus, dass ich zum Grand Prix der
USA wieder hundertprozentig fit bin. Ich tue jedenfalls alles dafür, um in
Indianapolis dabei zu sein. Ich bin zwar kein ausgesprochener USA-Fan, aber Indy
als Hochburg des amerikanischen Rennsports: Das ist schon etwas Besonderes! Ich
mag den Kurs, weil er viel Rhythmus hat - er ist sehr schnell, und man kann
überholen. Dafür sorgt die lange Gerade, und speziell die erste Kurve eingangs
der Steilwand ist eine gute Stelle zum Angreifen. Technisch ist die Strecke
verdammt anspruchsvoll: Auf besagter Geraden, auf der man über 20 Sekunden lang
Vollgas gibt, ist nichts als Power gefragt. Die haben wir, dank BMW. Im extra
für die Formel 1 gebauten Infield dagegen braucht man vor allem Abtrieb in den
vielen Kurven. Von daher muss man beim Set-up einen schwierigen Kompromiss
finden, um diese Gegensätze in den Griff zu kriegen. Das Erlebnis aus dem
Vorjahr habe ich verdaut, auch wenn ich nicht unbedingt die besten Erinnerungen
daran habe: Da ist passiert, was einem eigentlich nie passieren sollte - eine
Kollision zwischen Teamkollegen! Ich denke, in diesem Jahr werden alle mit
großer Umsicht zu Werke gehen.
Sam Michael (WilliamsF1, Chief Operations Engineer): Indianapolis
stellt einzigartige Anforderungen. Für den größten Teil der Runde, die vielen
Kurven im Innenraum, wünscht man sich maximalen Abtrieb. Für die anschließende
lange Gerade, auf der über 20 Sekunden lang Vollgas gefahren wird, möchte man
die Flügel so flach wie irgend möglich einstellen.
Angesichts der Leistungsdichte an der WM-Spitze kann jeder kleine Fehler die
Titelhoffnungen zerstören. Im Grunde sind WM-Punkte aus dem ersten Rennen
genauso wertvoll wie welche aus dem Finale. Mit dem Unterschied: In der
Schlussphase bleibt keine Zeit mehr, verlorenen Boden gutzumachen.
Strategisch wird es ein interessantes Rennen. Die Frage ist: Wer traut sich
mit wie wenig Kraftstoff zu fahren? Dieses Thema wird durch die Leistungsdichte
von Fahrern und Fahrzeugen verstärkt. Wir haben für den US Grand Prix einige
neue mechanische und aerodynamische Komponenten vorbereitet, um in den beiden
entscheidenden GP wirklich alles auf dem FW25 herauszuholen.
Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor): Zeichnete sich Monza durch
einen mit 73 Prozent insgesamt hohen Volllastanteil aus, ist in Indianapolis die
mit über 20 Sekunden pro Runde ausgesprochen lange Dauer-Volllast auf der leicht
gebogenen Geraden das entscheidende Kriterium für die Motorbelastung. Auf keiner
anderen F1-Strecke wird so lang am Stück "Bleifuß" gefahren. Die Rückkehr der
Formel 1 in die USA im Jahr 2000 hat BMW sehr begrüßt. Schließlich sind die
Vereinigten Staaten der größte Markt des Unternehmens. Und Indianapolis als
Austragungsort ist ein Kronjuwel unter den Rennstrecken. Wir haben uns für
diesen technisch sehr anspruchsvollen Parcours aus Abschnitten des legendären
Highspeed-Ovals und einem kurvigen Innenraum viel vorgenommen.
Wir befinden uns nun im vierten Jahr unseres Formel-1-Projektes. Dass wir
bereits um die Weltmeisterschaft kämpfen können, ist der bisherige Höhepunkt
einer kontinuierlichen Steigerung. Den Pokal zu gewinnen, wäre ein enormer
Erfolg für unser gesamtes Unternehmen. Wir setzen alles daran, unsere Chancen zu
wahren. Natürlich spielt neben dem eigenen Einsatz auch das Glück eine
entscheidende Rolle. Auf jeden Fall kann man jetzt schon sagen: Wer am Ende
dieser hart umkämpften Saison die Nase vorn hat, der hat den Titel auch
verdient.
Zahlen und Fakten
- 2003 startet die Formel 1 zum vierten Mal in Folge zum Großen Preis der USA in
Indianapolis. Die bisherigen Sieger waren Michael Schumacher (2000, Ferrari),
Mika Häkkinen (2001, McLaren-Mercedes), Rubens Barrichello (2002, Ferrari).
- Der erste Grand Prix der USA fand 1959 in Sebring statt und wurde von Bruce
McLaren auf Cooper Climax gewonnen. 1960 wechselte die Formel 1 nach Riverside,
im Folgejahr dann nach Watkins Glen, wo bis 1980 insgesamt 20 WM-Läufe
durchgeführt wurden. Von 1976 bis 1983 trat die F1 zusätzlich acht Mal zum Grand
Prix USA-West in Long Beach an. Die Achtziger sahen außerdem zwei F1-Rennen in
Las Vegas, eins in Dallas und sieben in Detroit. Von 1989 bis 1991 war Phoenix
Austragungsort des GP der USA. Insgesamt starteten Formel-1-Fahrzeuge bisher 46
Mal in den USA.
- WilliamsF1 gewann fünf Mal in den USA: 1980 Alan Jones, Watkins Glen; 1981
Jones, Las Vegas und Long Beach; 1984 Keke Rosberg, Dallas; 1985 Rosberg,
Detroit.
- Nelson Piquet siegte 1984 in Detroit mit einem Brabham BMW.
- Im Vorjahr qualifizierten sich Montoya und Schumacher für die Startplätze vier
und fünf. Montoya kam trotz einer frühen Kollision mit seinem Teamkollegen als
Vierter ins Ziel, Ralf Schumacher musste nach dem Zwischenfall zur Reparatur an
die Box und kam letztlich als 16. ins Ziel.
- Die Rennstrecke von Indianapolis hat für Montoya eine ganz besondere
Bedeutung. Im Jahr 2000 schrieb der Kolumbianer Motorsportgeschichte, als er
beim legendären 500-Meilen-Rennen auf Anhieb siegte. Seit 1966 (Graham Hill)
hatte niemand mehr diesen Klassiker im ersten Anlauf gewonnen.
- Die Formel-1-Rennstrecke von Indianapolis ist 4,192 km lang. Das
73-Runden-Rennen führt über eine Gesamtdistanz von 306,016 km. Die Piste bezieht
1822 Meter des beim 500-Meilen-Rennen genutzten Ovals mit ein, gefahren wird
allerdings in entgegen gesetzter Richtung, im Uhrzeigersinn. Für die Formel 1
wurde ein enger, mit 13 Kurven gespickter Abschnitt im Innenraum geschaffen.
- Den Rundenrekord hält seit 2002 Barrichello (1.12,738 min), die Poleposition
erzielte im vergangenen Jahr Michael Schumacher in 1.10,790.
- Das Rennen wird um 13.00 Uhr (20.00 Uhr in Deutschland) am Sonntag, dem 28.
September 2003, gestartet.
- Indianapolis, Hauptstadt des US-Bundesstaates Indiana, hat etwa 800.000
Einwohner. In der Umgebung (Marion County) leben rund 1,6 Mio. Menschen.
Indianapolis wurde 1821 gegründet. Geplant auf dem Reißbrett, sind die
kreisförmig um das Zentrum verlaufenden Hauptstraßen charakteristisch für die
Stadt. Sie haben der heute zwölftgrößten Stadt der USA den Spitzname "circle
city" eingetragen.
Juan Pablo Montoya #3
Geboren: 20.09.75, Bogota (COL)
Nationalität: Kolumbianer
Wohnort: Monte Carlo (MCO)
Familienstand: Verheiratet mit Connie
Größe: 1,68 m
Gewicht: 72 kg
F1-Debüt: 2001, Melbourne
Grands Prix : 48
Polepositions: 11
Siege: 3
WM-Punkte insg.: 160
WM-Punkte 2003: 79 (2. Platz)
Schnellste Runden: 9
GP 2003 Qualifying/Rennen/Punkte
Australien: 3./2./8
Malaysia: 8./12./-
Brasilien: 9./Unfall/-
San Marino: 4./7./2
Spanien: 9./4./5
Österreich: 3./Ausfall/0
Monaco: 3./1./10
Kanada: 2./3./6
Europa: 4./2./8
Frankreich: 2./2./8
England: 7./2./8
Deutschland: 1./1./10
Ungarn: 4./3./6
Italien: 2./2./8
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Ralf Schumacher #4
Geboren: 30.06.75, Hürth (DEU)
Nationalität: Deutscher
Wohnort: Salzburg (AUT)
Familienstand: Verheiratet mit Cora, Sohn David
Größe: 1,78 m
Gewicht: 73 kg
F1-Debüt: 1997, Melbourne
Grands Prix : 113
Polepositions: 4
Siege: 6
WM-Punkte insg.: 235
WM-Punkte 2003: 58 (4. Platz)
Schnellste Runden: 6
GP 2003 Qualifying/Rennen/Punkte
Australien: 9./8./1
Malaysia: 17./4./5
Brasilien: 6./7./2
San Marino: 2./4./5
Spanien: 7./5./4
Österreich: 10./6./3
Monaco: 1./4./5
Kanada: 1./2./8
Europa: 3./1./10
Frankreich: 1./1./10
England: 7./2./8
Deutschland: 2./Ausfall/-
Ungarn: 2./4./5
Italien: Nicht gestartet
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Mit 141 Punkten führt das BMW WilliamsF1 Team derzeit in der FIA
Formel-1-Weltmeisterschaft der Konstrukteure. Quelle: BMW Presse-Information
vom 19.09.03
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