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BMW 7er, Modell E32
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Alt 03.05.2009, 11:24   #1
Kilian
Mitglied
 
Registriert seit: 12.04.2009
Ort: Darmstadt
Fahrzeug: 730iA, Bj.08/1990, Klima
Standard Nockenwelle und Ventiltrieb, das alte Thema...

Hallo zusammen!

Nachdem ich hier im Forum so einige mehr oder weniger schaurige Geschichten zum Thema "eingelaufene Nockenwelle" gelesen habe, habe ich meinem E32 auch mal genau unter den Ventildeckel geschaut...

Erkenntnisse:
1. alles blitzsauber (gelblich verfärbte Oberflächen, nix Schwarzes).
2. die vordere Hohlschraube war fest; die hintere, zur Spritzwand zeigende Hohlschraube war rausgefallen.
3. Der Verschleiß der Nockenwelle ist am sechsten Zylinder am schwächsten und am ersten Zylinder am deutlichsten erkennbar (an der Spitze ca. 0,25 mm eingelaufen)
4. Das Ventilspiel war generell etwas zu groß (daher auch Klappern im Leerlauf)

Maßnahmen:
1. Ölleitung ausgebaut, im Ultraschallbad gereinigt, mit Druckluft ausgeblasen und wieder eingebaut.
2. Ventilspiel auf 0,3mm eingestellt.

Ergebnis:
1. Motor läuft bei kaltem Motor im Leerlauf deutlich leiser.
2. jetzt kommt´s: Bei warmem Motor hört man nun beim Beschleunigen zwischen ca. 2000 und 3000 Umdrehungen ein ratterndes Geräusch, das einer Nähmaschine unter Volldampf ähnelt

Ich bin mir nicht sicher, ob das vorher schon da war, oder ob ich jetzt vielleicht nur genauer hinhöre. Mir ist bewusst, dass ich wohl nicht drum herumkomme, irgendwann mal Nockenwelle und Co zu tauschen. Aber ich möchte die Lebensdauer der Teile auch nicht unnötig noch mehr verkürzen...

Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
Was sollte ich Eurer Meinung nach tun? Ventile nochmal einstellen? Vielleicht ein "dickeres" Öl (20W50) nehmen (momentan ist frisches 15W40 drin)?

Gruß an alle!

Kilian
Kilian ist offline   Antwort Mit Zitat antworten
Alt 03.05.2009, 16:22   #2
J.J. McClure
Erfahrenes Mitglied
 
Benutzerbild von J.J. McClure
 
Registriert seit: 28.12.2003
Ort:
Fahrzeug: ´91er BMW 730i M30, '95er Volvo 945 Turbo
Standard

Servus,

also dass mit "dickerem" Öl und Teflonzusätzen alles wieder gut wird ist ein leider weit verbreiteter Irrglaube der auf dem Halbwissen vieler Hobbybastler basiert. Ein mineralisches 15W40 ist nämlich lediglich in kaltem Zustand dicker als z.B. ein vollsynthetisches 0W40. Bei Betriebstemperatur sind die Viskositäten dagegen nahezu identisch und deshalb ist das alles dummes Geschwätz. Mit dickerem Öl klackert der M30 (mit intakter Nockenwelle!) lediglich im kalten Zustand nicht ganz so laut, was aber technisch vollkommen nebensächlich ist. Wenn man allerdings das Ventilspiel einlassseitig auf 0,2mm und auslassseitig auf 0,25 reduziert, bekommt man denselben Effekt, Nockenwelle und Kipphebel werden zudem entlastet und die Ventilöffnungszeiten werden minimal vergrößert. Für Vollgasfahrer ist diese Einstellung wiederum gefährlich, da die Auslassventile so leichter überhitzen und die Ventilsitze verbrennen.

Das 15W40 kannst du aber bedenkenlos drin lassen, denn die Nockenwelle und die entsprechenden Kipphebel suchen den Löffel bereits, den in sie bald abgeben werden. Daran ändert auch kein Slick50 mehr was, denn die dünne Oberflächenhärtung der Lauffläche ist bei eingelaufenen Nocken bereits zerstört und somit frisst sich der Kipphebel in den darunter befindlichen Grauguss. Der ist zwar auch relativ hart und hat auf Grund des hohen Kohlenstoffanteils auch eine Eigenschmierwirkung, hält aber der hohen Flächenpressung, die beim Ventilöffnen entsteht, nicht sehr lange stand. Die Folgen sind auf Grund des deutlich erhöhten Verschleißes ein schnell zunehmendes Ventilspiel in Verbindung mit erhöhter thermischer Belastung was letztendlich zum Kipphebelbruch führt.

Gruß
Schorsch
J.J. McClure ist offline   Antwort Mit Zitat antworten
Alt 03.05.2009, 18:49   #3
dansker
Erfahrenes Mitglied
 
Benutzerbild von dansker
 
Registriert seit: 22.02.2012
Ort: DK
Fahrzeug: Mercedes W202 T, 1,8ltr+ Honda Magna750 V4
Standard

Hej Killian!
Wenn Du ein "Naehmaschinengeraeusch hoehrst,dann koennte es sein,da Du ja das Oelrohr Abgenommen hattest,das dieses nun Kontakt zu einem Kipphebel hat.Aber mal abgesehen von diesem Problem,ein anderes ist schon mit schnellen Schritten auf dem Weg zu Dir,oder Deinem Motor.Deine Nockenwelle ist alles andere wie in Ordnung.Da hilft Dir auch kein Einstellen mehr.Den Ausfuehrungen von Schorsch,kann ich mich nur Anschliessen.
M.F.G. Dansker
__________________
Es ist schon erstaunlich, wie der Mensch an seinem Leben hängt, obwohl er es so hasst.
dansker ist offline   Antwort Mit Zitat antworten
Alt 03.05.2009, 18:58   #4
Spongebob7er
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Benutzerbild von Spongebob7er
 
Registriert seit: 29.04.2006
Ort: Köln
Fahrzeug: BMW Touring E36 Edition 316i
Standard Las ihn klappern

Hättest besser nix eingestellt
Jetzt hast du es zu stramm eingestellt, zumindest den eingelaufenen.
Fazit: Nach spätestens 2000bis3000km wirst du bei hoher Umdrehung deines Motors einen Kipphebelbruch erleiden und das wars dann.
Ich spreche aus Erfahrung.
Viel Spaß beim Wechsel wünsche ich noch.
Viele Grüße
Spongebob7er
Der einen Kipphebelbruch hinter sich hat

PS: Laß den guten 6 Zylinder Klappern, ist besser wie ein Kipphebelbruch, auf jeden fall Nockenwelle tauschen.
__________________

Euer geplagter Spongebob7er
und ich wünsche noch eine gute Fahrt

Spongebob7er ist offline   Antwort Mit Zitat antworten
Alt 03.05.2009, 20:12   #5
J.J. McClure
Erfahrenes Mitglied
 
Benutzerbild von J.J. McClure
 
Registriert seit: 28.12.2003
Ort:
Fahrzeug: ´91er BMW 730i M30, '95er Volvo 945 Turbo
Standard

Zitat:
Hättest besser nix eingestellt
Jetzt hast du es zu stramm eingestellt, zumindest den eingelaufenen.
Vorsicht, das ist ein Irrtum! Hat ein Kipphebel zu viel Spiel, läuft das Gleitstück des Kipphebels später auf den Nocken auf. Die Steigung des Nockens ist dann aber deutlich höher und somit schlägt der Kipphebel auf die Lauffläche des Nockens, anstatt sanft aufzulaufen. Das Einschlagen führt vorallem bei hohen Drehzahlen zur Beschädigung der Härteschicht (HART, aber auch sehr SPRÖDE!). Es folgt Riefenbildung und schlussendlich das Einlaufen der Nocke und/oder das Brechen des Kipphebels.

Stimmt das Ventilspiel dagegen oder ist geringfügig reduziert, trifft der Kipphebel früher und somit bei einer noch geringen Steigung auf den Nocken. Kipphebel- und Nocken treffen somit wesentlich sanfter aufeinander, was für die Laufflächen deutlich geringere Belastungen bedeutet. Die Gefahr, dass der Kipphebel bricht, die Härteschicht beschädigt wird, sich Riefen bilden und der Nocken schlussendlich einläuft ist bei reduziertem Ventilspiel also deutlich geringer.

Allerdings erhöht sich bei stark reduziertem Ventilspiel, wie schon gesagt, der Öffnungswinkel der Ventile. Das hat auf den ersten Blick den Vorteil eines geringfügig besseren Zylinderfüllungsgrades bei hohen Drehzahlen = a bissi mehr Leistung.

Ein großer Öffnungswinkel bedeutet aber logischer Weise einen kleineren Schließwinkel. Ein kurzer Schließwinkel ist aber bei hohen Drehzahlen vorallem für das Auslassventil tötlich, da es nur noch im Abgasstrahl rum hängt und die Wärme über den Ventilsitz nicht mehr an den Zylinderkopf abgeben kann. Als Folge verbrennt die Dichtfläche des Ventils, es wird undicht = Kompressionsverlust = Leistungsverlust, die Auflagefläche im Ventilsitz wird kleiner, es überhitzt noch mehr und sprengt schließlich den Ventilteller ab = totaler Motorschaden.

Ausserdem darf man die wärmebedingte Längendehnung der Ventile nicht vergessen. Stellt man z.B. bei kaltem Motor 0 Spiel ein und heizt die Kiste dann mit Volllast, dehnen sich die Ventileschäfte aus, die Ventile schließen nicht mehr und überhitzen in kürzester Zeit. Folge siehe oben.

Zuviel Ventilspiel ist also grundsätzlich schädlich, etwas zu wenig nur bedingt, viel zu wenig aber garantiert tötlich.

Geändert von J.J. McClure (03.05.2009 um 20:30 Uhr).
J.J. McClure ist offline   Antwort Mit Zitat antworten
Alt 03.05.2009, 20:19   #6
Kilian
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Hi Leute!

@dansker:
Das Ölrohr werde ich nochmal checken. Vielen Dank für den Tipp.

@spongebob7er:
Wieso sollte ich die Ventile nun zu stramm eingestellt haben? 0,3mm ist doch üblich, oder? Ich denke, dass eher ein zu großes Ventilspiel zu erhöhtem Verschleiß an Nockenwelle und Kipphebel führt, während ein zu kleines Ventilspiel die von Schorsch beschriebene Überhitzung der Ventile nach sich zieht. Was hätte ich denn Deiner Ansicht nach für ein Ventilspiel einstellen sollen?

Die Einstellung der Ventile habe ich vor ca. 1000 km vorgenommen. Ich werde demnächst mal schauen, ob sich am Ventilspiel schon wieder was geändert hat, damit ich ungefähr abschätzen kann, wie schnell der Verschleiß voranschreitet.
Und dann schau ich mich schon mal nach entsprechenden Ersatzteilen um...

Hat sonst noch jemand einen Tipp für mich, wie ich das Übel hinauszögern kann?
Kilian ist offline   Antwort Mit Zitat antworten
Alt 03.05.2009, 20:21   #7
Kilian
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Registriert seit: 12.04.2009
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Oh, da habe ich offenbar geantwortet, während Schorsch auch geschrieben hat... Danke für noch genauere Erläuterung!
Kilian ist offline   Antwort Mit Zitat antworten
Alt 03.05.2009, 21:25   #8
Spongebob7er
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Zitat:
Zitat von Kilian Beitrag anzeigen

Hat sonst noch jemand einen Tipp für mich, wie ich das Übel hinauszögern kann?
Taja, hinauszögern kannste es nur, wenn du mit geringen Drehzahlen und wenig Balast von A nach B fährst.
Auf einen Nockenwellentausch wirst wohl nicht drumrum kommen.
Viele Grüße
Spongie
Spongebob7er ist offline   Antwort Mit Zitat antworten
Alt 04.05.2009, 20:44   #9
Kilian
Mitglied
 
Registriert seit: 12.04.2009
Ort: Darmstadt
Fahrzeug: 730iA, Bj.08/1990, Klima
Standard Jetzt helfe ich mir selbst! Aber wie??

So langsam habe ich mich damit "angefreundet", demnächst mal für zwei Tage in der Halle zu stehen und eine neue Nockenwelle inkl. Kipphebel usw. einzubauen...

Allerdings hätte ich dafür gerne eine wirklich gute und ausführliche Anleitung. Gibt das Handbuch von Bentley da was her? Laut Titel ist das ja eigentlich nicht für den 730, sondern nur für 735 aufwärts...
Oder taugt die deutsche Reparaturanleitung in dieser Hinsicht was?
Kilian ist offline   Antwort Mit Zitat antworten
Alt 04.05.2009, 20:55   #10
VollNormal
Normal ist, wie ich bin!
 
Benutzerbild von VollNormal
 
Registriert seit: 17.05.2004
Ort: Bochum
Fahrzeug: Ringe-Wagen, Porsche-Boxster-Bobbycar
Standard

Die M30 Varianten B30 und B35 unterscheiden sich in Hub, Bohrung, Einlassquerschnitt und Durchmesser des Einlassventils. Ansonsten sind die identisch aufgebaut, jede Anleitung für den 3,5l-Motor gilt also genauso auch für den "kleinen" 6-Zylinder.
__________________
Tüssi, Andreas

Nomaal is dat nich ...

Alt genug, um es besser zu wissen. Aber jung genug, um es trotzdem zu tun!
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