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Alt 04.02.2008, 11:30   #1
Lenkradflattern zwischen 80 und 100 - Die Zusammenfassung
 
Benutzerbild von wolfens
wolfens
Neues Mitglied
Registriert seit: 07.10.2006

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wolfens wolfens ist offline 04.02.2008, 11:30
Bewertung: (2 votes - 5,00 average)

Hallo,

nachdem ich das Forum nun längere Zeit zu dieser Problematik durchforstet habe, willi ich hier für alle in Kurzform die wichtigsten Informationen aus den vielen Beiträgen in einer Übersicht zusammen fassen.

---- Zitat von IMANUEL. Thx.

Das Lenkradflattern tritt auf, wenn die Taumelbewegung
(dynamische Eigenstabilisierung rotierender Scheiben/Walzen)
der Raeder wegen aeusserer Anregung durch zBsp. defekte/verschlissene Fahrwerksteile eskaliert.

Eine frei rotierende Scheibe ist nicht bei jeder Drehzahl gleich stabil.
Es findet immer eine Taumelbewegung statt, nur ist diese nicht sichtbar.
Beim Durchmesser unserer Raeder liegt diese kritische Drehzahl da,
wo die Geschwindigkeit ca. 80 bis 100km/h betraegt.
Ausserdem rotieren die Raeder nicht frei, es sei denn,
das Auto liegt nach einem Ueberschlag auf dem Dach. (Was ich Euch nicht wuensche)

Bau mal das Vorderrad vom Fahrrad aus, halte es vor Dir links und rechts an der Achse
fest, jemand soll das Rad in Rotation versetzen und dann neige mal das Rad links und rechts
zur Seite. So merkt man wie die Eigestabilisierung das Rad in der jeweiligen Postion halten will.

Diese Eigenstabilisierung kann durch verschiedene Einfluesse beeintraechtigt werden.
Zum Beispiel Unwucht, das Ueberfahren einer Bodenwelle / Spurrille oder beim Bremsen,
wenn die Bremsscheibe Seitenschlag hat, usw.
Dann beginnt das Rad stark zu taumeln / flattern oder versucht es zumindest.
( Das heisst auch "Shimmy - Effekt", wer den Tanz kennt, weiss warum )
Ist das Fahrwerk in Ordnung, wird das Rad durch die Mittelachse und den Auflagepunkt des
Reifengummis auf der Strasse in gewuenschter Rotation und Position gehalten
und es kann normalerweise nicht zum Flattern durch seitliche Bewegung kommen.

Bei schmalen Reifen wird ein Stoereinfluss von der Strasse durch Spurrillen oder so
das Rad nicht in dem Ausmass zum Flattern anregen koennen wie bei breiten Reifen,
weil die hoehen Flanken der schmalen Reifen einen groesseren Schraeglaufwinkel
ermoeglichen als die niedrigen harten Flanken von breiten Niederquerschnittsreifen.
(Was wiederum die Lenkpraezision erhoeht)

Deswegen berichten die Leute auch immer wieder davon, dass nach dem Wechsel von
Winterreifen auf Sommerreifen ploetzlich das Raederflattern und Lenkradschlagen da war.
Meistens schieben sie es dann auf Unwucht. Das kann ja auch sein, weil, je hoeher die Unwucht,
je breiter die Reifen, desto eher das Flattern.
Aber der Verschleiss am Fahrwerk hat schon angefangen und wird sich frueher oder spaeter
wieder bemerkbar machen.

Oft ist ein Kugelgelenk einer an Spurstange, Querlenker oder Druckstange verschlissen ist und hat Spiel.
Wird naemlich ein Rad im kritischen Drehzahlbereich seitlich verdrueckt und dadurch zum
Flattern angeregt, dann kann das Rad nicht durch Mittelachse und Reifenaufstandspunkt
stabilisiert werden, weil die Kugel in ihrem verschlissen Lager hin und her schlackert.
Das aendert sich erst wieder, wenn die Drehzahl des Rades verringert wird
und es sich wieder stabilisieren kann.
Das Schlackern der Kugel wird auf die gesamte Vorderachse und die Lenkung uebertragen.

Das gleiche passiert, wenn die Gummilager der Druckstreben ausgeleiert sind.
Gummi verhärtet sich wenn es älter wird und verliert seine Elastizität
und damit die federnden Eigenschaften

Das Flattern faengt beim Rad an und arbeitet sich durch die Fahrwerks- und Lenkungsteile
bis zu Deinen Haenden, die das Lenkrad (hoffentlich) halten vor.

Das Anregen zum Flattern/Zittern kann von:
defekten Kugelgelenken,
ausgeleierten Gummilagern,
Unwucht der Reifen,
Seitenschlag der Bremsscheibe
festgefressenem Bremskolben
defektes Radlager,
Seitenschlag der Felge defekten Reifen
falsche Spureinstellung
usw. kommen.

Da Du gerade die Raeder gewechselt hast,
koennte es sein, dass diese nicht korrekt gewuchtet
oder durch falsche Lagerung verformt sind.
Das kann die Vibrationen ausloesen.

Brauchst Du fuer Deine Felgen Zentrierringe ?

Du mußt jemanden nachschauen lassen,
der sich auskennt.
Leider sind das nicht immer die Werkstätten

---- Zitat von gtvjunior. Thx.

also Imanuels Bericht als Grundlage habe ich jetzt zu diesem wirklich eklatanten Thema auch ein Paar fundierte Ergebnisse beizutragen. Nach eingehender lektüre des Forums habe ich versucht analytisch vorzugehen und als Konsequenz muss ich sagen, dass Imanuels Hinweise wirklich exzellent sind. Aber der Reihe nach:

Mein E38 3,0D aus 01/2001 hat mittlerweile 185.000 km auf der Uhr. Dann waren die vorderen Bremsen und Beläge fällig. Eigentlich alles ja kein Problem. Also aus (!!) Faulheit (!!) bei E-Bay für sagenhafte 99 € Scheiben und Beläge erstanden, lt. Text in Erstausrüsterqualität. Nach Zusendeung alles auch in ordentlichem Augenschein. Aber es war eine Pleite. Auch wenn ich jetzt das Ergebnis vorwegnehme: erste Ursache waren die Scheiben, die eine kaum festzustelledne Unwucht bekommen haben.

Ich habe am Anfang versucht, analytisch vorzugehen:

Ich bin zu nem DEKRA-Laden gefahren, der wirklich sehr hilfsbereit gewesen ist. Ohne was zu verlangen (hab dennoch nen Zehner in die Kaffekasse gemünzt), haben die die den Vorderwagen aufgebockt. Dabei war dann tatsächlich festzustellen, dass eine der 16''-Alus einen "Schlag" am äußeren Felgenhorn hat. Zu Orientierung: nimmt man den äußeren Rand der Felge als perfekten Kreis an, so war eine "Delle", eine "Quetschung" des Kreises nach innen um an der schlimmsten Stelle von ca. 3,5-4,5 mm festzustellen. Ich dachte mir, das sei gravierend und habe dem Forum folgend also zunächst mal die (betreffende) Felge von vorne nach hinten getauscht (Hinweis: es ist übrigens für den Test vollkommen unerheblich, ob man Laufrichtungsunabhängige Reifen drauf hat, oder nicht - danach natürlich wieder auf die Laufrichtung achten !). Zwischenfazit: solche Schäden sind durch Auswuchtgewichte vollkommen problemlos auszugleichen, der Wagen schüttelte sich mit der gleichen Intensität wie vorher!

Danach bin ich also die Bremsscheiben angegangen, die ich übrigens im April erstand, und bis zum Auftreten des Schadens ca. 2-4000 km im normalen Verkerstbetrieb gefahren hatte. Die DEKRA-Jumgs hatten die Idee, mittels "Schraubenziehertests" die Laufgenauigkeit der Scheiben zu testen. Dabei hat einer der Mechaniker das Rad von Hand gedreht und der Meister hat den Schraubenzieher bei gleichzeitiger Fixierung der Schraubenziehergriffs am Stoßdämpfer (die hatten wir natürlich vorher auch geprüft - alles ok - der Wagen ist im Oktober 2006 ja auch anstandslos über den TÜV gegangen) ganz leicht an der Bremsscheibe schleifen lassen. Das Hörgeräusch war aber UND DAS IST GANZ INTERESSANT (!!!) geleichmäßig! Nochmal zu Verdeutlichung bzw. technischen Erläuterung dieses Tests: stellt euch vor Ihr habt ein Fahrrad, das auf einem Rad nen "Achter" also ne Unwucht hat. Jetzt zieht Ihr ganz zart die Bremse. Aufrund der Unwucht habt ihr dann an bestimmten Stellen der Felge Reibkontakt des Bremsbelages und an manchen nicht. Ich hoffe, ich konnte das halbwegs verständlich erklären?

Nochmals Testfahrt: große Frustration !

Also dann endlich zum wirklich exzellenten "Freundlichen", der leider von mir ca. 35 km weg war: Und siehe da: alle "sichtbaren" und typisch verdächtigen Fahrwerksteile, die Ihr mehrfach zitiert wurden geprüft: Radlager, Dämpfer, Pendelstangen, Lenkgelenkköpfe, Lengetriebe, Lenkung selbst..... alles im "unverdächtigen" Bereich.

Also haben wir gemeinsam überlegt, welche Aspekte zusammen kommen müssen, damit der Effekt auftritt. UND GENAU DAS WARS: Wir haben nach Abbau der Platikrahmenverkelidungen der chassisseitigen Befestigungen der Druckstreben (Eine Augenwscheinnahme ist erst möglich, wenn die Abdeckungen abgebaut sind) festgestellt, dass da Gummireste des Lagers rausbröseln. Tatsächlich waren leichte "Risse" im Lager zu sehen, die mehr als "normal" sind. Warum aber reisst es da aber sogar Gummiteilchen raus? Die Antwort kann ich euch HEUTE geben.... (kommt gleich).
Wir also die Druckstreben rausgebaut und die Gummilager getauscht (das ging auch nach fast 190.000 km noch sehr gut, ohne Presse - nur mit dem Schraubstock). Die Dinger wieder rein - Testfahrt und siehe da. DEUTLICHE Besserung !

erneutes Zwischenfazit: schaut Euch nochmal Imanuels Analyse an: es ist NICHT EIN EINZELNES Teil, sondern das Zusammenwirken verschiedenster Komponenten, die die Vorderachsstabilität so massiv negativ beeinflusst. Genau wie bei der Kette, bei der unter Last das schwächste Glied zuerst reißt.

Aber das Schütteln war noch da: nächster Schritt dann endlich die Bremsscheiben. Nach Ausbau haben wir festgestellt, dass sie sogar eine leichte blaue Färbung hat. Trotz zunächst NICHT feststellbarer Unwucht (DEKRA) war das Schütteln -das wirklich massiv war (bei der ersten Demofahrt beim "Freundlichen" hat der geradezu das Lenkrad erschrocken festgehalten, als es bei Bremsung aus ca. Tempo 100 km/h anfing) endlich verschwunden. Komme gerade aus dem Skiurlaub (ca. 1500 km seit Reparatur), alles ok.

und jetzt das ENDFAZIT: diese bei manueller Drehung des Rades NICHT feststellbare Unwucht der Bremsscheibe(n) war die Ursache allen Übels. Die bei Tempo 100 natürlich wesentlich höhere Umdrehungszahl des Rades zusammen mit der Auswirkung der Unwucht auf den Vorderbau (der Schraubenziher wiegt vielleicht 50 Gramm, auf der Vorderachse kommt eine Masse von ca. 1,4 Tonnen durch diesen kleinen Unwuchtsimpuls in Schwingung, die sich dann dermaßen hochschaukelt) führten zur massiven Schädigung der beiden Gummilager der Druckstreben, die die Schwingungslast dann fast ungedämpft an der Vorderwagen weitergeben. Die Auswirkungen kaskadieren also und schädigen letztlich auch ursprünglich nicht betroffene Fahrwerksteile, die aber allesamt in einer mechanischen "Harmonie" zueinander stehen.

NEBENBEI: meine neuen Bremsscheiben sind von BREMBO, die "billigen" Erfahrungen (obwohl es mir eigentlich vorrangig gar nicht um den Preis ging) waren letztlich "teuer" und aufwändig.

Ich hoffe jedoch, dass Ihr Euch diese Erfahrungen nun ersparen könnt !

---- Zitat von Fizzi. Thx.

Ich wollte die Anfrage zum ´Lenkradflattern bei 80km/h ´ komentieren. Die Lösung für das Problem ist für Schrauber mit ein wenig Geschick eigentlich kein Problem, erfordert etwa 2-3 Stunden Arbeitszeit und kostet etwa 60 Euro. Beim 7er und bei allen anderen BMW´s besteht die Vorderachse aus drei Hauptkomponenten, die da wären ederbein , Querlenker und die Druckstrebe. Beim E38 ist die Druckstrebe für das Flattern verantwortlich, und zwar durch ausgeschlagene Lager.
Wenn man die Räder einschlägt und hinter dem Rad in den Radkasten reinschaut, sieht man zwei Streben die unter der Bremscheibe durch Kugelköpfe verschraubt sind. Die vordere der beiden ist der Querlenker ,die hintere ist die Druckstrebe. Am anderen Ende der Druckstrebe sieht man ein etwa 6cm dickes lager, dieses Lager muß getauscht werden. ( Muß mit einer hydraulischen Presse ausgepresst werden). Die kosten für die beiden Lager (links und rechts) liegen bei etwa 60 Euro. Der Preis für EINE Drucksrebe liegt bei etwa 100 Euro.
Wenn man nicht die Möglichkeit hat zum auspressen ,würde ich empfehlen ,die Druckstreben komplett zu tauschen. Danach ist das Lenkradflattern weg.
Am besten auf der Bühne arbeiten, oder das Auto vorne auf stützen stellen (sonst gibts Probleme mit Stabi und Pendelstütze). Bevor Ihr anfangt zu arbeiten ,überprüft nochmal ob ihr eine 21er- Nuß und einen 21er Ringschlüssel habt, ohne die geht nämlich nichts. Ich hoffe euch geholfen zu haben.

---- Und zum Abschluss noch der Link zu IMANUELS Gruselkabinett.

Interner Link) http://www.7-forum.com/forum/18/7er-...hame-9725.html

Mir haben diese Informationen bei der Behebung der Probleme sehr weitergeholfen. Ich hoffe anderen kann das ebenfalls eine Hilfe sein.

BITTE DIESEN BEITRAG NICHT FÜR DISKUSSIONEN VERWENDEN, ES GIBT GENÜGENG ANDERE!

Sollte ich noch weitere wichtige Details vergessen haben, dann natürlich hinzufügen.

Ich hoffe die Verfasser der Ursprungs-Beiträge haben mit dieser Zusammenfassung kein Problem.
Hits: 12230
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Alt 22.07.2009, 10:17   #2
eric_flausen
Neues Mitglied
 
Registriert seit: 29.07.2004
Ort: Ingolstadt
Fahrzeug: E65-750i (03.07)
Standard Einfach nur DANKE :-)))

Vielen Dank für die Mühe

Ich geb das Auto heute mit diesem Text in die Werkstatt, nachdem die bisher nichts gefunden haben.
eric_flausen ist offline   Antwort Mit Zitat antworten
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