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Alt 11.08.2020, 14:59   #9
JRAV
Auf Samtpfoten
 
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Also: auch wenn ich Leuten, die behaupten "etwas nicht sagen zu dürfen", grundsätzlich misstraue, habe ich mir das Interview angesehen, und ich halte die Kritik von Herrn Prof. Dr. Indra für berechtigt, auch wenn ich durchaus ein Fan der E-Mobilität bin.

Die Kritik am Konsumenten der "keine E-Autos will", ist nicht ganz ernst zu nehmen, weil es einfach kaum E-Autos gibt, die den Anforderungen entsprechen. In der Mittelklasse gibt es nur den Tesla 3 (der vom Preis/Leistungsverhältnis unter der Berücksichtigung der Ausstattung ein sehr sehr gutes Angebot ist), die Kleinwagen wie Renault Eos haben sich vorher schon gut verkauft, und die batteriebetriebenen Geländewagen sind genauso teuer wie sinnfrei.

Leider geht Herr Indra nur auf den Status quo ein und nicht auf aktuelle Entwicklungen, denn wenn ich mir die Entwicklung der Tesla-Modelle in den vergangenen 8 Jahren ansehe, so gab es in der Batterie-Technik enorme Fortschritte - wir reden von einer Quasi-Verdopplung der Leistung bei einer deutlich reduzierten Verwendung problematischer Materialien und einem ebenfalls stark reduzierten Preis (ein Tesla S kostet statt 150k nur noch 85k).

Ich glaube nicht, dass diese Entwicklung plötzlich aufhört, ich bin gespannt auf die nächste Generation, die in den kommenden Wochen vorgestellt wird.

Fairerweise muss man sagen, dass sich die Verbrenner ebenfalls sehr beeindruckend weiterentwickelt haben: mein 530d G30 hat deutlich bessere Fahrleistungen als mein ehemaliger (heißgeliebter) BMW 750i der Baureihe E38, bei halbiertem Realverbrauch (6,0-7,5l statt 13,8-16,4l).

Im Gegensatz zum Tesla ist der Preis leider ungefähr derselbe geblieben.

Für ebenfalls problematisch halte ich die Aussage, dass der Akku eines E-Autos nur 8 Jahre lang hält, aber da die ersten Tesla S inzwischen dieses biblische Alter erreicht haben werden die nächsten Jahre hierüber Klarheit schaffen.

Ein Austauschmotor für ein altes Auto ist übrigens auch nicht ganz billig, und ein VW macht nach spätestens 250tkm auch die Grätsche.

Auf die mögliche Alternative "synthetische Kraftstoffe" wird ganz am Ende kurz hingewiesen, leider wird nicht erwähnt, wieviel Energie deren Herstellung kostet und wie davon die Gesamtbilanz aussieht.

Es wird darauf hingewiesen, dass Erdgas sich nicht durchgesetzt habe, weil dieser Treibstoff die gleichen Probleme wie das E-Auto hätte (Reichtweite + Verfügbarkeit), nicht berücksichtigt wurde aber die Frage, warum kein Hersteller LPG-Autos anbietet, denn das Zeug gibt es nun wirklich an fast jeder Tankstelle.

Unter Brücksichtigugn aller Optionen betrachtet halte ich im Moment das Leasing eines modernen Diesels für die sinnvollste Form der Mobilität (wenn man ein neues Auto braucht), oder eben das Weiterfahren des existierenden Autos, wenn man eines hat.

Keinen Sinn macht der Kauf eines neuen Autos, weil man nicht weiß, wie lange man noch womit wohin fahren darf, und weil die Wertentwicklung kaum berechenbar ist.
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Liebe Grüße,

Johannes

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