Ich habe den e38 viele Jahre sehr gerne als V12 bewegt, und schon damals war er alt. Inzwischen würde ich jedoch kein dermaßen altes Auto als Alltagsauto mehr bewegen wollen.
Der Grund ist einfach: man weiß nie wirklich, was unterm Blech alles lauert. Und damit meine ich nicht den Kantenrost an Türen und Heckklappe, sondern die tragende Struktur. Wer sagt mir, dass das Material die gleiche Festigkeit hat wie vor 20 Jahren? Woher weiß ich, ob nicht durch irgendwo der Rost Teile der Karosserie so geschwächt hat, dass sie bei einem Aufprall einfach kollabiert?
Selbst bei einem noch so checkheftgepflegten Wagen ist nie auszuschließen, dass er nicht doch einmal auf dem Dach gelegen hat.
Um es genau zu wissen, hilft nur Zerlegen und Sandstrahlen.
Früher war das Risiko für mich in Ordnung, aber inzwischen sehe ich die Dinge anders.
Die Autos haben sich seit dem e38 enorm weiterentwickelt. Elektronik, Fahrwerk, Motor und Getriebe, Effizienz - da liegen Welten dazwischen!
Man kann die Qualität eines Autos nicht einfach nur auf das Material der Dachpappe beschränken, wer’s nicht mag, nimmt eben Alcantara, Problem gelöst. Die Innenanmutung eines 725tds ist auch nicht wirklich hochwertig, kein Vergleich zum V12 mit Volleder.
Als Klassiker: e38 immer gerne wieder. Ich wünschte, ich hätte den Platz für mehrere Autos.
Aber im Alltag weiß ich den Luxus eines modernen BMW inzwischen doch sehr zu schätzen, auch wenn ich lange brauchte, um mich an den technischen Overkill zu gewöhnen.