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 Auto-News  

Kategorie: Fahrbericht Cabrio

BMW-Modellreihe: F12

15.06.2011
Zwei Tage mit dem BMW 6er Cabrio in Südafrika - Wenn (fast) alle Träume wahr werden
Presse-Präsentation des neuen 6er Cabrios in Kapstadt

 

Südafrika ist das Traumreiseziel schlechthin: traumhafte Küsten mit kilometerlangen weißen Sandstränden, Gebirge so hoch wie die Alpen, suptropische Wälder, Wüste, Steppe, Wild- und Naturparks, Artenreichtum inkl. den "Big Five" der Tierwelt, glitzernde Metropolen und Weinbaugebiete der Extraklasse. Oben drauf bietet das schönste Ende der Welt sonniges, aber gemäßigtes Klima und eine überwältigende Gastfreundlichkeit. Kurzum: Südafrika ist ein Traumreiseziel - und wie könnte man dieses besser erkunden, als im neuen BMW 6er Cabrio?

Manchmal werden Träume war und so erhielt ich passend zu Weihnachten 2010 die Einladung von BMW, Ende Januar 2011 für zwei Tage nach Südafrika zu fliegen, um dort im Rahmen einer internationalen Presse-Vorstellung das neue BMW 650i Cabrio für "Sieben" zu fahren. Mir als BMW-Fan hätte man kaum ein schöneres Weihnachtsgeschenk machen können - und mein Unverständnis war entsprechend groß, als einige der anderen eingeladenen Journalistenkollegen den Ausflug ans Kap eher als Streß betrachteten. Wenn man als Motor-Journalist allerdings dreimal die Woche durch die halbe Welt jetten muss (so wie es mir berichtet wurde), weil sich die verschiedenen Autohersteller immer exoterische Ziele für die Präsentation ihrer neuen Fahrzeuge ausdenken, kann man das natürlich ein Stück weit nachvollziehen.

BMW Begrüßungsschild an der Zufahrt zum Hotel The One And Only.
BMW Begrüßungsschild an der Zufahrt zum Hotel The One And Only.

Warum wählte BMW ein so weit entferntes Ziel wie Südafrika als Austragungsort der internationalen Presse-Präsentation? "Hier kann man am Sichersten mit geeignetem Cabrio-Wetter rechnen" hieß es seitens BMW. Und wer wollte schon im verschneiten Januar in München ein Cabrio zur Probe fahren? So scheute BMW weder Kosten, noch Mühen und schaffte rund 30 Testfahrzeuge per Schiff zum südlichsten Zipfel des afrikanischen Kontinents. Dazu noch einen BMW-Pavillon und Mitarbeiter aus der Forschung und Entwicklung, um auch alle Fragen der teilnehmenden Journalisten adäquat beantworten zu können.

Rund 400 Motor-Journalisten aus aller Welt hatte BMW auf mehrere Gruppen verteilt in einem Zeitraum von rund vier Wochen ans Kap geladen. Die Presse-Vertreter aus Deutschland durften sich ab Frankfurt auf eine komfortable Anreise in der Business Class eines Lufthansa-Jets freuen, um so trotz 11stündigen Nachtfluges halbwegs entspannt in Kapstadt aus dem Flugzeug steigen zu können. Per BMW 5er GT Shuttle ging es vom Flughafen in das urbane Luxus-Ressort "The One and Only" zu Füßen des Tafelbergs im Zentrum von Kapstadts berühmter Waterfront, wo die Journalisten von Suzana Kolundzic (von der BMW Produkt Kommunikation) begrüßt wurden. Das erst im Jahr 2009 neu eröffnete Hotel-Juwel machte es schwer, sich auf die "Arbeit" zu konzentrieren, denn neben der attraktiven Victoria & Alfred Waterfront lockte ein großer Swimmingpool, eine Wellness-Oase und viel weitere Annehmlichkeiten.

Parkende BMW 6er Cabrios direkt vor dem Hotel The One And Only in Kapstadt.
Parkende BMW 6er Cabrios vor dem Hotel The One And Only in Kapstadt.

Wie immer bei BMW-Presseveranstaltungen ist auch am Kap alles bis ins Detail durchorganisiert. Für mich fast ein wenig zu perfekt, denn von meiner Ankuft im Hotel am Montag Mittag bis zum Abflug nur einen Tag später um 19 Uhr ist praktisch jede Minute verplant. Vor dem Hotel hat BMW ein Begrüßungsschild aufgebaut, in der Hotel-Lobby gibt es ein Schnitt-Modell des V8-Motors zu sehen, der im 650i Cabrio seinen Dienst tut und auf der Hotel-Terasse ist ein für den europäischen Markt gebautes Links-Lenker 640i Cabrio ausgestellt, attraktiv von farbigen Scheinwerfern (die man zumindest am Abend sieht) angestrahlt. Ins Hotel eingecheckt wird an einem eigens von BMW aufgestelltem Counter, an dem die Journalisten mit einem Lächeln begrüßt und gleich mit den wichtigsten Infos zur Veranstaltung versorgt werden. Zum Mitnehmen gibt es eine BMW-Tasche mit den wichtigsten Presse-Infos zum neuen 6er Cabrio in Printform und auf USB-Stick. Auch an Sonnenmilch und Sonnenschutz in Form einer schicken Kappe mit 6er Logo, Schlüsselband mit Namensschild sowie Getränke zum Mitnehmen hat man gedacht.

Bevor auch ich auf meinem Zimmer geleitet werde, schweift mein Blick durch eine mächtige, mehrere Meter hohe, halbrunde Glasfassade der beeindruckenden Hotel-Lobby nach draußen - und dort erwartet meine Augen neben einem ersten Blick auf das neue 6er Cabrio die Palmenbestandene One&Only Insel, sowie der mächtige Tafelberg. Wie schön kann die Welt eines Motor-Journalisten doch sein!

BMW 640i Cabrio auf dem Hotelgelände mit dem Tafelberg im Hintergrund.
BMW 640i Cabrio auf dem Hotelgelände mit dem Tafelberg im Hintergrund.

Mein rund 70 qm großes und luxuriös ausgestattetes Zimmer liegt auf der Hotel-eigenen Insel direkt an einem großen Swimmingpool, und verfügt über eine eigene Terrasse mit Ausblick auf die Wasserwege von Kapstadt. Hier kann man es aushalten, nur bleibt leider keine Zeit zum Verweilen, denn die erste Testfahrt im neuen BMW 6er Cabrio steht bevor!

Das Pech des einen ist das Glück des anderen: Da zwei Journalisten trotz vorheriger Aufklärung ohne internationalen Führerschein nach Südafrika anreisten, und somit rund 10.000 km zum Kap gefolgen waren, ohne nun Fahren zu dürfen, steht für mich ein 650i Cabrio exklusiv zur Verfügung (normalerweise teilen sich zwei Journalisen ein Fahrzeug). Wenden wir uns also jetzt dem neuen 6er Cabrio zu!

BMW hatte sich ins Lastenheft geschrieben, das "schönste und innovativste Cabrio" bauen zu wollen. Außerdem galt es den Widerspruch aufzulösen, Komfort mit Sportlichkeit zu verbinden, soll heißen, das Cabrio sollte dem Luxus-verwöhnten Cruiser genauso zusagen wie dem sportlichen ambitionierten Piloten. Sind die gesteckten Ziele erreicht worden?

BMW 650i Cabrio vor der traumhaften Kulisse Kapstadts.
BMW 650i Cabrio vor der traumhaften Kulisse Kapstadts.

Optisch ein Hochgenuß: das neue 6er Cabrio.

Werfen wir einen Blick auf die Optik. Das neue 6er Cabrio überzeugt mit langer Haube, flacher Dachlinie und breiter Spur, sowie einem Blechkleid, das durch aufwändige Blech-Wölbungen und Charakterlinien besticht. Die Linien auf der Motorhaube und die leicht nach vorne geneigte BMW-Niere ("Shark-Nose") deuten Vorwärtsdrang an. Die lange Sickelinie in der Seitenansicht lassen das Cabrio noch gestreckter und eleganter erscheinen, die Wölbungen des Seitenblechs, die einer Wellenform nachempfunden sind, flachen das Auto optisch ab und betonen die Dynamik. Das Heck präsentiert sich mit attraktiven, markentypischen L-Rücklichtern in moderner LED-Technik. Das tief liegende Kennzeichen lässt das Fahrzeug noch tiefer wirken und die sich aus Rückleuchten und Kennzeichenmulde ergebende V-Form unterstreichen zusammen mit den muskulösen Radhäusern und den großen, außen liegenden Auspuffendrohren die sportliche Note. Vorne sind die Xenon-Schweinwerfer, umrandet mit den BMW-typischen Coronaringen in LED-Technik, weit nach außen gerückt, so dass das Blinklicht - für meinen Geschmack unschön - unterhalb des Scheinwerfers rücken musste. Somit wird einerseits die Breite des Cabrios betont und andrerseits setzt sich das Auto so optisch von 5er und 7er ab.

Nicht nur visuell ist das luxuriöse Oberklasse-Cabrio größer geworden: auf stolze 4,89 m (plus 74 Millimeter im Vergleich zum Vorgänger) haben die BMW-Ingenieure den 2+2 Sitzer gestreckt, in der Breite wächst das Auto um 39 mm. Das Mehr an Auto kommt einem verlängertem Radstand und dem Fußgängerschutz zu Gute; im ebenfalls größer gewordenen Innenraum bleibt auch weiterhin eigentlich nur Platz für zwei Erwachsene. Die Sitze im Fond sollten besser als Ablage verwendet werden, zumindest wenn ein 2 m Mensch (wie ich es bin) am Steuer sitzt, denn dann bleibt kein Fußraum mehr im Fond erhalten. Der Kofferraum ist Cabrio-like mit 300 Litern Volumen im geöffneten Verdeck-Zustand ausreichend und lässt Platz für zwei Golfbags.

BMW 650i Cabrio auf dem Chapmans Peak Drive vor der Hout Bay.
BMW 650i Cabrio auf dem Chapmans Peak Drive vor der Hout Bay.

Die A-Säule des 6er Cabrios hat BMW nun noch flacher gestellt und auch insgesamt ist das Cabrio noch etwas flacher geworden als sein Vorgänger. Aufgrund der für die Crash-Sicherheit benötigten hohen Steifigkeit fällt der Scheibenrahmen zudem relativ dick aus. In der Seitenansicht fällt das nicht auf - im Gegenteil: das bisschen Scheibe wirkt im Vergleich zum Rest wie verloren. Setzt man sich allerdings an das Steuer, so stört die A-Säule doch ein Stück weit die Sicht nach vorne. Ansonsten ist die Rundumsicht bei geöffnetem Verdeck akzeptabel; dennoch ist gerade bei geschlossenem Verdeck die Rückfahrkmera, die sich sauber hinter dem BMW-Emblem auf der Heckklappe verbrigt und beim Einlegen des Rückwärtsganges automatisch ausfährt, ein empfehlenswertes Extra.

Geöffnet hinterlässt das 6er Cabrio einen guten Eindruck, aber wie sieht es geschlossen aus? Auf Knopfdruck, auch per Fernbedienung (leider nur aus direkter Nähe) und bis zu einer Fahrgeschwindikgeit von 40 km/h kann das Verdeck in rund 24 Sekunden elektrisch geschlossen werden. Wie beim Vorgänger kommt ein Textil-Finnenverdeck, das in drei Farben lieferbar ist, mit senkrecht stehender, beheizbarer Heckscheibe zum Einsatz. Ein Klappdach, so wie es z. B. Mercedes in seiner SL-Klasse anbietet, gibt es nicht, denn BMW geht davon aus, dass der typische 6er-Cabrio Besitzer noch über mind. ein weiteres Fahrzeug (wie z. B. einer Limousine) verfügt und das 6er Cabrio sowieso nur bei passendem Cabrio-Wetter bewegt wird. Außerdem, so erklären es mit nach Südafrika zur Presse-Präsentation mitgereiste BMW-Techniker, steht das Stoffverdeck in seinen Eigenschaften bzgl. Wärme- und Schallschutz einem üblichen Blech-Klappdach praktisch in nichts mehr nach. Somit gibt es puristisches Cabrio-Feeling wie es sich gehört, und keinen Cabrio/Coupé Kompromiss. Das Coupé vom 6er wird übrigens diesmal erst nach dem Cabrio vorgestellt und stellt eine eigene, unabhängige Entwicklung dar, d. h. das neue 6er Cabrio ist nicht einfach ein 6er Coupé mit abgeschnittenem Dach.

BMW 650i Cabrio, Fahrfoto auf dem Faure Marine Drive nahe des Steenbrasdamms in Südafrika
BMW 650i Cabrio, Fahrfoto auf dem Faure Marine Drive nahe des Steenbrasdamms in Südafrika

Geschlossen sieht das Cabrio naturgemäß nicht mehr ganz so hübsch aus, präsentiert sich dank seiner Finnen aber einzigartig und setzt sich angenehm von der Masse ab. Dach und Karosserie werden optisch durch einen großen Chromrahmen getrennt, der auch bei geöffnetem Dach die Finnenform verrät. Die großen Finnen, also die C-Säule, verschlechtern die Rundumsicht im Auto. Die elektrisch runterfahrbare Heckscheibe sorgt auch bei geschlossenem Dach für eine zugfreie Frischluftzufuhr und bei geöffneten Dach dient sie als abgespecktes Windschott. Einen echten Windschott-Ersatz stellt sie allerdings nicht da, das BMW gegen 380 Euro Aufpreis anbietet.

Im Innenraum erwartet den BMW-Kenner nichts Überraschendes. Wer schon einmal in einem 5er oder 7er BMW gesessen hat, fühlt sich gleich wie zuhause. Die verwendeten Materialen wirken hochwertig, die Haptik ist perfekt. Hier gibe es nichts zu verbessern. Das Cockpit mit den optimal ablesbaren Tacho-Instrumenten in Black-Panel-Technologie, die leicht um den Fahrer geneigete Mittelkonsole mit Schnellwahltasten und iDrive Controller sind inzwischen so ausgereift, dass die ersten iDrive-Zeiten komplett vergessen sind. Anders als bei BMW gewohnt, ist der Bordmonitor freistehend quasi als Flatscreen und mit Chromrand auf das Amaturenbrett gesetzt, und überzeugt restlos durch seine Größe und Auflösung. Nur bei direkter Sonneneinstrahlung fehlt die unschöne Hutze aus dem Vorgänger, die für Schatten auf dem Bildschirm sorgte. Die serienmäßigen Ledersitze verfügen über SunReflective Technik, so dass diese auch bei direkte Sonneneinstrahlung nicht zu heiß werden. Negativ: eine für Cabrios vor allem bei kühlerer Witterung sinnvolle Nackenheizung, wie sie beim Wettbewerb angeboten wird, gibt es bei BMW nicht.

BMW 650i Cabrio nahe Simons Town.
BMW 650i Cabrio nahe Simons Town, Süd-Afrika.

Ausstattung auf höchstem Niveau

Zum entspannten Fahren gehört in einem Luxus-Cabrio selbstverständlich die dazu gehörige Ausstattung. Hier bedient sich das 6er Cabrio u. a. aus der Mehrpreisliste von 5er und 7er. Alle bekannten BMW-Helferlein inkl. Verkehrsschilderkennung, Spurverlassenswarnung, Nachtsichtgerät, Surroundview und radargestützte aktive Geschwindigkeitskontrolle (erst ab September lieferbar, da es noch Schwierigkeiten mit der Platzierung des Radarsensors gab) sind im 6er Cabrio zu bestellen. Die im 7er-BMW neu eingeführte, sehr sinnvolle Aktivlenkung mit leicht mitlenkenden Hinterrädern und ConnectedDrive gehören ebenfalls zu den im Wettbewerbsumfeld einzigartigen Optionen. Neu ist ein Park-Assistent, der ähnlich wie im 5er ein halbautomatisches Einparken zulässt. Weiterentwickelt hat BMW das Head-Up-Display, das die Einspiegelung wichtiger Fahrzeuginformationen wie Geschwindigkeit und Navigationspfeile in die Windschutzscheibe ermöglicht. Das im Wettbewerbsumfeld einzigartige System präsentiert sich nun mit vollfarbiger Darstellung. Bis auf die bereits erwähnte Nackenheizung und das etwas billig wirkende Windschott fehlt nichts Entscheidendes im 6er Programm. Zur Individualisierung gibt es über BMW Individual zahlreiche Möglichkeiten, um das Cabrio noch einzigartiger zu gestalten.

Fahrtest in Südafrika

Optisch und auch bei der Ausstattung hat BMW beim 6er Cabrio also (fast) alles richtig gemacht. Interessant ist nun die Frage, wie sich das neue Luxusmobil auf der Straße verhält. Startend vom "One and Only" Hotel in Kapstadt hat BMW für meine heutige Testfahrt eine attraktive Route gen Süden vorgeschlagen. Das Roadbook, das per ConnectedDrive an meinen Testwagen übertragen wurde, soll mich u. a. über den weltberühmten Chapman's Peak Drive führen. Ich folge dem Vorschlag und mache mich entspannt auf den Weg - naja, halbwegs entspannt zumindest. Denn das Lenkrad des Testfahrzeugs sowie alle Bedienelemente sitzen spiegelverkehrt auf der "falschen" Seite und fordern Eingewöhnung - dem südafrikanischen Linksverkehr sei Dank.

BMW 650i Cabrio bei Gordons Bay.
BMW 650i Cabrio bei Gordons Bay in Süd-Afrika.

Erstmal vorsichtig vom Hotel entfernt, nehme ich gleich die erste Bodenwelle mit, die es in Kapstadt zur Verkehrsberuhigung gleich mehrfach gibt. Mit rund 50 km/h bin ich deutlich zu schnell und es tut mir weh, was der Wagen gleich zu Beginn meiner Testfahrt aushalten muss. Aber: kein Kratschen, kein Verwinden - das Cabrio fühlt sich auch unter Belastung an wie ein geschlossenes Fahrzeug. Respekt! Das ist nicht selbstverständlich.

Auffällig auffällig bewegt sich das 6er Cabrio auf den Straßen Südafrikas. Während meiner gesamten Testfahrt gibt es immer wieder neugierige Blicke und vor Ampeln kommt gleich mehrfach von anderen Verkehrsteilnehmern die Frage, was für ein Auto ich denn da habe und die Feststellung, dass es "super" sei. Den typisch deutschen Neidblick gibt es hier nicht - sehr angenehm! Überhaupt sind die Süd-Afrikaner ein nettes und zuvorkommendes Volk.

Eine der verkehrsbedingten Zwangspausen auf dem Weg aus Kapstadt nutze ich, um mein iPhone per Bluetooth mit dem Fahrzeug zu verbinden - und siehe da, plötzlich kommt "meine" Musik aus der hervorragenden Sound-Anlage. Nun macht das langsame Gleiten durch die Stadt - ich befinde mich in der "Komfort"-Stellung - mehr Freude! Apropos iPhone: wie jüngst herausgefunden wurde, zeichnen iPhones Standortdaten auf - ohne das Wissen des Nutzers. Beim 6er Cabrio, bzw. allen BMWs mit ConnectedDrive ist das ähnlich! Eine BMW-Mitarbeiterin vor Ort versicherte mir allerdings, dass keine Daten dauerhauft gespeichert und auch nicht verwendet würden, außer im Sinne des Fahrers, z. B. im Falle eines Unfalls.

BMW 650i Cabrio sündlich von Simon's Town nahe dem Stony Beach.
BMW 650i Cabrio sündlich von Simon's Town nahe dem Stony Beach.

Unter der Haube meines 650i Cabrios säuselt ein 4,4 Liter großer, 407 PS starker V8-Bi-Turbo Motor, der gleiche Motor, der auch in der 5er, 7er, X5 und X6-Baureihe zum Einsatz kommt. Interessanterweise hört und fühlt sich der Motor im 6er ganz anders an als z. B. im 750i. Was für ein Unterschied! Ist der Motor im 7er soundmäßig schlicht langweilig, so kitzelt es mich im 6er ständig, auf das Gaspedal zu treten, nur um wieder den tollen Sound zu genießen. In der Sport-Stellung klingt der Motor dabei noch ein Stück sonoriger als in den anderen Stellungen. Sicher bieten Porsche, Ferrari und Co noch mehr Sound, aber der 6er trifft genau die richtige Mischung aus "sportlich" und "nicht übertrieben", ohne dabei laut zu werden. Ich bin hellauf begeistert und würde mir wünschen mein 750Li (F02) würde ähnlich klingen.

Endlich allein auf der Landstraße schalte ich das aufpreispflichtige AdaptiveDrive von der "Komfort"-Stellung auf "Sport" und schon liegt das Cabrio satter auf der Straße, die Lenkung fühlt sich direkter an, und das brilliant auf den Motor abgestimmte ZF 8-Gang-Automatik-Getriebe lässt mehr Drehzahl und damit mehr Leistung zu. So kommt Freude beim Fahren auf! Das Fahrwerk, das dank DynamicDrive auch Wankbewegungen ausgeleicht, arbeitet perfekt und sorgt für beste Straßenlage. Das hohe Gewicht von rund zwei Tonnen lässt sich allerdings trotz des tiefen Schwerpunktes bei Kurvenfahrten nicht weg diskutieren. Im Vergleich zum 7er geht es aber deutlich dynamischer zu. Echtes Sportwagen-Feeling kommt zumindest bei Beschleunigung und Verzögerung auf.

Zwei BMW 650i Cabrio Individual Generationen nebeneinander im Palmiet Valley Estate, Süd-Afrika.
Zwei BMW 650i Cabrio Individual Generationen nebeneinander
im Palmiet Valley Estate, Süd-Afrika.

Sportliches Fahren ist also durchaus möglich, wenngleich das Niveau eines Porsche bei weitem nicht erreicht wird. Dafür bietet der 6er mehr Platz und bei Wahl der Komfortsitze einen Sitzkomfort, der kaum noch zu toppen sein dürfte. Im Komfort-Modus schwebt das Auto scheinbar über die Straße und der 8-Gang-Automat sorgt mit unmerklichen Schaltvorgängen für stoische Ruhe des Motors. Was willl man mehr, wenn man auf einer südafrikanischen Küstenstraße die Landschaft genießen möchte?

Auch wenn es eigentlich viel zu heiß dafür ist, fahre ich selbstverständlich offen, um das Cabrio-Feeling zu genießen. Die Klima-Anlage arbeitet im Cabrio-Modus und kühlt mich zumindest ein wenig ab. Bei höheren Geschwindigkeiten wird es dank Fahrtwindes zugig, es sei denn man schließt die Fenster und öffnet das Windschott. Das aufpreispflichtige Windschott wirkt leider billig, aber es tut wofür es gemacht wurde: es schottet den Wind hervorragend ab, und entstehende Windgeräusche halten sich in erträglichen Grenzen. So kann man das Offen-Fahren auch jenseits von 100 km/h genießen.

 Presse-Konferenz zum neuen 6er-Cabrio in Kapstadt
Presse-Konferenz zum neuen 6er-Cabrio in Kapstadt

Zum Fotografieren meines Testwagens halte ich öfter an. Mal eben Ein- und Aussteigen fällt in diesem Auto aufgrund der tiefen Sitzposition deutlich schwerer als in einer Limousine, und dank des starken Windes an der Küste bedeutet es einen Kraftakt, die große Fahrertür zu öffnen. Ich frage mich, wie ältere Herrschaften, die ich ja auch zur Zielgruppe des 6er Cabrios zählen, bei diesem Wind aus dem Auto aussteigen würden. Wahrscheinlich gar nicht! Jedenfalls lohnt sich der Kraftakt "Aussteigen" zum Fotografieren, wie die hier gezeigten Fotos (hoffentlich) zeigen.

Die (Fahrt-) Zeit vergeht wie im Fluge und leider reicht die Zeit nicht, um auch einen Abstecher zum Cape Point zu unternehmen. Aber der Rückweg über den mautpflichtigen Chapman's Peak Drive entschädigt mit grandiosen Ausblicken auf die Küste in der Kap-Region. Die wohl spannendsten zehn Kilometer Südafrikas sind hier in sieben Jahren Arbeit in den Fels gehauen worden - natürlich entsprechend schmal, für einige der an der Presse-Veranstaltung teilnehmenden Journalisten zu schmal. So gelingt es nicht allen Teilnehmern, ihre 6er Cabrios heile über diese Traumstraße zu bewegen und touchieren den hohen Bordstein - zu Lasten der Alufelgen.

Nach einem Zwischenstopp für Kaffee und Kuchen in im Dunes Restaurant an der Hout Bay, wo BMW-Mitarbeiter Antworten auf neugierige Journalistenfragen gaben, endet die Testfahrt nach insgesamt rund 130 km Fahrt wieder am Hotel. Der Bord-Computer gibt einen Verbrauch von rund 15 Litern je 100 km aus.

LED Corona-Standlichtringe und Lichtband am BMW 6er Cabrio Scheinwerfer
LED Corona-Standlichtringe und Lichtband am BMW 6er Cabrio Scheinwerfer

Mein Aufenthalt in Kapstadt ging nahtlos mit einer Pressekonferenz weiter, in der ich Gelegenheit hatte, mit BMW-Entwicklern und Designern zu sprechen. Nach einem Dinner endete der Abend bei einem gemütlichen Beisammensein und weiteren Gesprächen rund um das neuer 6er Cabrio und BMW ansich. Am nächsten Tag ging es vor der Abreise nach Deutschland nochmal auf eine Tour im 6er-Cabrio, wobei die Eindrücke des ersten Tages bestätigt wurden. Bei einem Zwischen-Aufenthalt in Palmiet Valley bekamen die Journalisten die Gelegenheit, ein Individual 6er Cabrio zu bewundern, und es direkt mit seinem Vorgänger zu vergleichen. Mit einem Abstecher über den Signal Hill in Kapstadt, von dem man einen herrlichen Blick über die Stadt hat, endete schliesslich mein Aufenthalt in Kapstadt.

Fazit

Glückwunsch an BMW: Mit dem 6er Cabrio ist ein großer Wurf gelungen! Optisch hat sich das Cabrio gelungen zu einem absoluten Hingucker weiter entwickelt. Technisch präsentiert es sich auf aller höchstem Niveau mit bisher noch nie dagewesener aktiver und passiver Sicherheits-Ausstattung. Vor allem in den Bereichen Dynamik und Fahrkomfort, sowie in der Bedienung des Fahrzeugs sind große Fortschritte erzielt worden. Der Spagat ist also geglückt, d. h. dank hervorragender Fahrwerks- und Antriebstechnik präsentiert sich das Cabrio auf Knopfdruck entweder komfortabel oder sportlich, wobei der Kompromiss für den rein sportlich ambitionierten Fahrer etwas ungünstiger ausfällt. Dies könnte sich aber mit dem M6 Cabrio wieder ein wenig ändern. Einzig im Bereich EfficientDynamics gibt es zumindest beim 650i nicht wirklich Neues zu vermelden. Wer aber ab 94.000 Euro für ein Cabrio ausgeben kann, dürfte ein Verbrauch von wohl über 14 Litern im Alltagsbetrieb nicht abschrecken. Alle anderen sollten auf die Diesel-Varianten des Cabrios waren. Wie auch immer: wer sich das Auto als Zweitwagen leisten kann, trifft mit dem 6er Cabrio eine hervorragende Wahl!

Text und Fotos: Christian Schütt

Dieser Bericht ist vorab im neuen 7-forum.com Magazin "Sieben" erschienen.

Ergänzend zum Bericht aus Kapstadt gibt es in folgend Galerie viele weitere Fotos vom 6er-Cabrio und auch von der Umgebung in Südafrika, in der die Testfahrten stattgefunden haben:

 

Noch mehr Fotos vom neuen 6er Cabrio in Süd-Afrika hat Bernhard Limberger und sein Team für BMW in Südafrika aufgenommenen:

 

Alle (BMW-Presse-) Infos zum neuen 6er Cabrio entnehmen Sie bitte dem Menü oben links, oder folgend:


 

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Kommentare zur Meldung

 Kommentare zur Meldung: 1
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15.06.2011 13:54
chatfuchs
Zwei Tage mit dem BMW 6er Cabrio in Südafrika - Wenn (fast) alle Träume wahr werden

... Klasse! Ein toller Bericht zu einem wirklich tollen Fahrzeug.

... bin mal gespannt, wann ich dieses Cabrio als M6 mal probefahren darf. Nur ca. 400PS würde mich zum wechseln sicher nicht reizen. Trotzdem ist die zweite Sitzreihe natürlich ein Argument.

Gruß
Frank
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