07.10.2008
Verdopplung des Güterverkehrs nach Osteuropa bis zum Jahr 2030
Berlin. Das Forschungsprojekt "Ost-West-Güterverkehre 2030" wurde vom
ifmo initiiert und von dem Beratungsunternehmen ProgTrans bearbeitet. Ein
positives Zeichen für das wirtschaftliche Zusammenwachsen Europas ist der
prosperierende Handel zwischen West- und Osteuropa. Deutschland besitzt dabei
mit seinem Außenhandel und der geografischen Lage innerhalb der erweiterten EU
eine Schlüsselrolle.
Die Auswirkungen auf den Verkehr sind immens: "Insgesamt wird sich das
jährliche Ost-West-Güteraufkommen laut unserer Studie von 2005 bis 2030 von 165
Mio. Tonnen auf 330 Mio. Tonnen verdoppeln. Gerade in den nächsten Jahren bis
2015 ist mit dem stärksten Wachstum zu rechnen" unterstreicht Frank Hansen,
Leiter des Projektes im ifmo.
Konsequenz für Verkehrsinfrastruktur und Planung
Die Infrastruktur wird durch dieses Wachstum extrem belastet. Dies gilt
sowohl für Deutschland als auch für die beteiligten Nachbarländer. Bei der
Planung und Umsetzung zukünftiger Infrastrukturprojekte ist es daher von
besonderer Bedeutung die wachsenden Verkehre zwischen Ost- und Westeuropa mit
ihren strukturellen Besonderheiten zu berücksichtigen.
Unterschiedliche Verkehrsträgernutzung in Ost- und in Westrichtung
Nach Osteuropa werden zu einem großen Teil hochwertige, tendenziell
straßenaffine Güterarten wie Maschinen oder Fahrzeuge transportiert. In der
Gegenrichtung dominieren hingegen Massengüter, die eher auf der Schiene
transportiert werden. Dementsprechend unterschiedlich sind die Anforderungen an
die Verkehrsinfrastruktur:
Im Versand von West- nach Osteuropa werden die Verkehre zu einem großen Teil
auf der Straße stattfinden. Der Anteil des Straßengüterverkehrs von West nach
Ost wird bei einem Wachstum von 46 Mio. Tonnen in 2005 weiter auf 100 Mio.
Tonnen in 2030 ansteigen. Bereits in der jüngeren Vergangenheit war ein
deutlicher Trend hin zum Transport auf der Straße zu erkennen:
Bei den Verkehren von Ost nach West sind die Verkehre heute und auch
zukünftig im Vergleich zur Gegenrichtung gleichmäßiger auf alle Verkehrsträger
verteilt. Pipelines haben mit 35% in 2005 und 42% in 2030 die größten Anteile.
Der Schienenverkehr wickelt mit einem Wachstum von 21 Mio. Tonnen in 2005 auf 36
Mio. Tonnen in 2030 heute und zukünftig knapp ein Viertel des Güteraufkommens
ab. Der Straßengüterverkehr liegt hier bei gut einem Drittel.
Nur ein Viertel der Ost-West-Transportströme ist Transitverkehr
Bemerkenswert ist die große Bedeutung der deutschen Außenhandelsbeziehungen:
Über alle Korridore hinweg betrug der Anteil deutscher Transportströme 2005 rund
77 %. Auch in 2030 werden die Güterströme mit Quelle und Ziel in Deutschland mit
74 % weiterhin dominieren.
Das ifmo - eine Forschungseinrichtung der BMW Group.
Das ifmo beschäftigt sich interdisziplinär mit Mobilität im weitesten Sinne.
Ein Kuratorium aus hochrangigen Repräsentanten von Lufthansa, Deutsche Bahn und
MAN sowie weiteren Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft begleitet die
Arbeit des Instituts von Beginn an.
Ziel ist es, unter den gegebenen vielfältigen und anspruchsvollen
Rahmenbedingungen einen Beitrag zu leisten, um langfristig eine nachhaltige
Mobilität zu sichern.
Die gesamte Studie können sie auf der Webseite des ifmo (www.ifmo.de)
herunterladen.
Quelle: BMW Presse-Mitteilung vom 07.10.2008
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