27.09.2006
Umrüstung auf Winterreifen früh planen
Winterreifen liegen voll im Trend: Die Zahl der Autofahrer, die umrüsten,
steigt seit Jahren und liegt inzwischen über 50 Prozent. Wie die Initiative "Pro
Winterreifen" ermittelt hat, lag die Umrüstquote bei in diesem Jahr bei 54
Prozent, das bedeute eine Steigerung um 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Dafür ist natürlich auch die Politik verantwortlich, die mittlerweile eine
richtige Bereifung quasi vorschreibt. Auch wenn jetzt noch "Sommer" ist, die
Zeit zur Umrüstung und Anschaffung ist nahe.
Der Zeitpunkt zum Kauf der neuen Pneus ist günstig. Denn jetzt ist das
Wunschprodukt garantiert vorrätig und ein Termin zur Montage leicht zu
vereinbaren. Auf den Internetseiten der einschlägigen Handelsketten wie Point S
oder
www.reifendirekt.de locken
Sonderangebote, auch wenn es sich teilweise um Produkte der vergangenen Saison
handelt. Ein Preisvergleich ist dabei Pflicht: Die Angebote weisen
Preisunterschiede von bis zu 30 Prozent auf - wohlgemerkt für ein und dasselbe
Produkt. Auf Komplettangebote achten: Wuchten und Montage sollten ebenso
inklusive sein wie die Entsorgung der Altreifen. Wer sich jetzt kümmert, muss
die Reifen ja noch nicht aufs Auto montieren lassen, was bei Temperaturen
jenseits der 20 Grad ein ziemlicher Unsinn wäre. Aber die Reifen können in aller
Ruhe ausgesucht, auf die Felgen aufgezogen, ausgewuchtet und dann zur Seite
gelegt werden - und werden dann im Oktober nur noch aufgesteckt.

BMW 3er auf Winterreifen
Die Argumente gegen Winterreifen sind immer wieder die gleichen: hoher Preis,
begrenzte Geschwindigkeit, und überhaupt, die Winter seien hierzulande längst
nicht so streng. Doch Winterreifen spielen nicht erst auf Schnee und Eis ihre
Vorteile gegenüber Sommerreifen aus. Sobald die Temperatur auf sieben Grad
Celsius und niedriger fällt, sorgen sie für bessere Traktion und damit für mehr
Sicherheit, auch auf nasser Fahrbahn. Der Winter in unseren Breiten ist sowieso
eher nass als schneereich: 45 Prozent der Winterzeit sind die Straßen einfach
nur nass, zu 15 Prozent schneebedeckt und zu 40 Prozent sogar trocken, aber
kalt. Ergo kommt den Nässeeigenschaften eines Winterreifens höhere Bedeutung zu
als der Traktion auf Schnee und Eis. Die Reifenindustrie entwickelt ihre
Produkte entsprechend. Allwetterreifen. also Pneus fürs ganze Jahr, können
Winterreifen in Sachen Grip bei Regen und Schnee nicht das Wasser reichen. Also
auf die Schneeflocke an der Flanke achten, sie weist den Pneu als echten
Winterreifen aus.
Natürlich kosten neue Reifen Geld. Je nach Größe und Marke fallen zwischen 40
und 200 Euro pro Reifen an, bei SUVs oder Sportwagen steigen die Kosten wegen
der breiten "Schlappen" sogar noch kräftiger. Dafür halten die Sommerreifen
länger, weil sie im Winterhalbjahr Pause haben. Am besten kauft man die
Winterreifen auf Felgen, einfache aus Stahl reichen, so dass die kompletten
Räder am Saisonende abmontiert und gelagert werden können. Weitere
Sparmöglichkeit: Reifen einer niedrigeren Geschwindigkeitskategorie. Autos, die
schneller als 190 km/h fahren können, brauchen Reifen der Kategorie H; diese
sind bis 210 km/h zugelassen. Bei Sommerreifen streng verboten, ist es bei
Winterreifen erlaubt, etwa T-Reifen (bis 190 km/h) zu montieren, wenn im
Sichtbereich des Fahrers, also auf dem Armaturenbrett oder in einer Ecke des
Tachodisplays, ein Aufkleber platziert wird.
Der Handel stellt sich auf den Ansturm der Kunden ein. Teilweise verlängern
die Händler ab September oder Oktober ihre Öffnungszeiten. Wer sich Angebote
einholt, kann diese Information gleich mit erfragen. Für Urlauber: In einigen
Ländern besteht sogar eine echte Winterreifenpflicht: In Slowenien zwischen dem
15. November und dem 15. März. Ausländische Fahrzeuge sind hiervon lediglich bei
winterlichen Straßenverhältnissen betroffen. Das Profil der Reifen muss
mindestens drei Millimeter betragen. In Finnland gilt für in- und ausländische
Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht sowie bei Anhängergespannen auch für den
gebremsten Anhänger eine Winterreifenpflicht vom 1. Dezember bis 29. Februar.
Auch hier liegt die Mindestprofiltiefe bei drei Millimeter. In Österreich und
der Schweiz können Autofahrer ihren Versicherungsschutz verlieren, wenn ihr
Fahrzeug nicht angemessen bereift ist, auch wenn es keine gesetzlich formulierte
Winterreifenpflicht gibt.
Fazit: Wer auf Winterreifen umrüstet, fährt auf der sicheren Seite. Also rechtzeitig
an den Wechsel denken, frühzeitig kaufen und vor dem ersten Nachtfrost wechseln.
Dann kann der Winter kommen, auch wenn jetzt noch gelegentlich sommerliche
Gefühle aufkommen.
Quelle: ar, Stephan Bähnisch und Klaus Justen
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