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03.05.2006
Telefonkonferenz Zwischenbericht zum 31. März 2006 - Rede von Stefan Krause

- Es gilt das gesprochene Wort -

Rede von
Stefan Krause
Mitglied des Vorstands der BMW AG, Finanzen,
Telefonkonferenz Zwischenbericht zum 31. März 2006
03. Mai 2006

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

die ersten drei Monate 2006 waren das beste erste Quartal der Unternehmensgeschichte!

Stefan Krause, BMW Group, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Finanzen

Stefan Krause, BMW Group, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Finanzen

 

Wir haben den Automobilabsatz deutlich um 13,9% auf einen neuen Rekordwert von rund 333.000 Fahrzeugen gesteigert. Das Ergebnis stieg ebenfalls deutlich. Ich möchte hervorheben, dass wir nicht nur inklusive des Sondereffekts im Zusammenhang mit der Rolls-Royce Umtauschanleihe, sondern auch operativ eine deutliche Ergebnisverbesserung erreicht haben.

Dies ist eine hervorragende Leistung, da unser Ergebnis nach wie vor von Wechselkursbelastungen sowie anhaltend hohen Rohstoffpreisen beeinträchtigt wird.

Wir sind auf einem guten Weg, unser Ergebnisziel von 4 Mrd. Euro im Konzern zu erreichen.

Umsatz

Der Umsatz der BMW Group stieg im ersten Quartal 2006 um 12,2% auf 11,618 Mrd. Euro. Währungsbereinigt wäre der Konzernumsatz um 9,4% gestiegen.

 

Ergebnisüberblick

Wie im Geschäftsbericht 2005 dargestellt, haben sich aufgrund der Neubehandlung der Bilanzierung der Pensionsrückstellungen nun auch die Vorjahreswerte einiger Ergebniszahlen im Quartal verändert.

Die BMW Group erzielte im ersten Quartal 2006 ein Ergebnis vor Steuern von 1,296 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 57,7% gegenüber dem Vorjahresquartal. Darin ist ein Buchgewinn durch die Umtauschanleihe auf die Anteile an der Rolls-Royce plc in Höhe von 375 Mio. Euro enthalten.

Aber auch ohne den Sondereffekt haben wir das Ergebnis im ersten Quartal deutlich gesteigert. Das Ergebnis vor Steuern stieg im Konzern ohne Berücksichtigung des vorgenannten Effekts immer noch deutlich um 12,0%.

Im operativen Geschäft haben sich sowohl das Segment Automobile mit einem Anstieg des Ergebnisses vor Steuern von 7,2% von 710 auf 761 Mio. Euro als auch die Finanzdienstleistungen mit einem Ergebnisanstieg von 15,3% auf 173 Mio. Euro dynamisch entwickelt.

Das Ergebnis des Segments Motorräder ging im abgelaufenen Quartal um 2 Mio. Euro auf 29 Mio. Euro zurück.

Der Überschuss des Konzerns stieg im ersten Quartal 2006 um 80,6% auf 948 Mio. Euro. Die Steuerquote liegt bei 26,9% (Vj. 36,1%). Der deutliche Rückgang der Steuerquote erklärt sich durch den steuerfreien Ergebniseffekt aus der Umtauschanleihe. Wir rechnen im Gesamtjahr jedoch mit einem Anstieg der Steuerquote.

Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich im ersten Quartal des laufenden Jahres auf 1,44 Euro je Stamm- und Vorzugsaktie.

 

Gewinn- und Verlustrechnung

Die Bruttomarge des Konzerns ging von 23,7% im Vorjahr auf 22,1% im abgelaufenen Quartal zurück.

Wesentliche Einflussfaktoren der Ergebnisentwicklung waren:

  • Anhaltende Währungsbelastungen, da sich die Sicherungskurse weiter dem aktuellen Kassakursniveau angenähert bzw. gegenüber dem Vorjahr verschlechtert haben. Die Belastungen wirken nun im Gegensatz zum Vorjahr vor allem im ersten Halbjahr, während sie im Vorjahr eher in der zweiten Jahreshälfte auftraten.
  • Im ersten Quartal belasteten vorwiegend die ungünstigeren Sicherungskurse vor allem im US-Dollar das Ergebnis. Die bereits im März diskutierten Effekte aus dem japanischen Yen werden wir noch stärker in der zweiten Jahreshälfte zu spüren bekommen.
  • Zum anderen wirkten sich die anhaltend hohen Rohstoff- und Edelmetallkosten weiterhin negativ im Ergebnis aus.
  • Neben dem gestiegenen Absatz sowie einer positiven Mix- und Preisentwicklung hatten im ersten Quartal 2006 laufende Effizienzverbesserungen einen positiven Einfluss auf das Ergebnis.

 

Nun noch einige Details der Ergebnisentwicklung:

Die Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen waren in den ersten drei Monaten 2006 gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 528 Mio. Euro fast unverändert (Vj. 526 Mio. Euro).
Die Forschungs- und Entwicklungskosten erhöhten sich im ersten Quartal 2006 um 2,0% auf 609 Mio. Euro. Die Forschungs- und Entwicklungskostenquote reduzierte sich aber von 5,8% im Vorjahresquartal auf 5,2% im ersten Quartal des laufenden Jahres.

Die Aktivierungsquote der Entwicklungskosten erhöhte sich in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres aufgrund der höheren Anzahl von Projekten, die in die Serienentwicklung eingetreten sind, auf 38,6%. Im Vorjahreszeitraum betrug die Aktivierungsquote 33,3%; im Gesamtjahr 2005 lag sie bei 44,8%.

Das Ergebnis vor Finanzergebnis des Konzerns erreichte im abgelaufenen Quartal 889 Mio. Euro, d.h. es erhöhte sich um 7%.

Das Finanzergebnis verbesserte sich deutlich von -9 auf 407 Mio. Euro. Diese Veränderung ist vor allem auf den Sondereffekt in Höhe von 375 Mio. Euro im Zusammenhang mit der Umtauschanleihe bzw. der Beteiligung an der Rolls-Royce plc zurückzuführen. Daneben wirkten weitere positive Effekte aus der Marktbewertung von Finanzinstrumenten.

Das Ergebnis vor Steuern erreichte mit 1,3 Mrd. Euro einen neuen Rekordwert. Die Umsatzrendite auf Basis des Ergebnisses vor Steuern stieg deutlich von 7,9% im Vorjahr auf 11,2% im ersten Quartal 2006. Auf Basis des um den Sondereffekt bereinigten Ergebnisses betrug die Umsatzrendite des Konzerns unverändert 7,9%.

 

Segment Automobile

Das Ergebnis des Segments Automobile war von den vorgenannten Effekten aus Währungen und Rohstoffen belastet. Im Gegensatz dazu haben wir einen deutlichen Absatzanstieg mit positiven Mixeffekten und anhaltende Effizienzverbesserungen realisiert.

Das Ergebnis vor Steuern stieg im Segment Automobile um 7,2% auf 761 Mio. Euro. Der Segmentumsatz stieg etwas stärker um 12,8%. Die Umsatzrendite im Segment Automobile ging daher aufgrund der anhaltenden Belastungen leicht von 7,1% im Vorjahresquartal auf 6,8% im abgelaufenen Quartal zurück.

 

Segment Motorräder

Aufgrund des langen Winters lag der Absatz von BMW Motorrädern im ersten Quartal 2006 noch unter dem Vorjahr. Dementsprechend lag das Ergebnis vor Steuern mit 29 Mio. Euro auch leicht unter dem Vorjahreswert. Positiv hat sich der höherwertige Produktmix ausgewirkt. Aufgrund des stärkeren US-Dollars war die Umsatzentwicklung des Segments mit 1,6% nur leicht rückläufig.

 

Segment Finanzdienstleistungen

Bei den Finanzdienstleistungen befinden wir uns weiterhin auf dem Wachstumskurs.

Das bilanzielle Geschäftsvolumen erhöhte sich in den ersten drei Monaten 2006 um 19,5% auf 40,8 Mrd. Euro. Der Anteil der über das Segment geleasten oder finanzierten Neufahrzeuge der BMW Group ging in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,8 Prozentpunkte auf 41,5% zurück.

Die Anzahl der Neuverträge im Kundengeschäft stieg im ersten Quartal 2006 um 9,0%. Dabei war das Wachstum in der Kreditfinanzierung mit 11,3% stärker als im Leasinggeschäft, in dem die Anzahl der Neuverträge mit Kunden um 5,5% gegenüber dem Vorjahr anstieg.

Das Ergebnis im Geschäft mit Finanzdienstleistungen hat sich mit einem Zuwachs von 15,3% auf 173 Mio. Euro weiter deutlich verbessert. Diese Entwicklung resultiert aus der positiven Entwicklung in allen Geschäftsfeldern des Segments.

 

Überleitungen

Aufgrund des Buchgewinns aus der teilweisen Wandlung der Umtauschanleihe ergibt sich in den Überleitungen im ersten Quartal 2006 ein positiver Saldo von 333 Mio. Euro im Vergleich zu -69 Mio. Euro im Vorjahr.

 

Cashflow

Zum Ende des ersten Quartals 2006 erhöhte sich der operative Cashflow um 9% auf 1,2 Mrd. Euro. Der Free Cashflow hingegen stieg per Ende März 2006 sogar um 39% auf 487 Mio. Euro.

 

Aktienrückkauf

Den im Vorjahr begonnenen Rückkauf von Stammaktien im Umfang von 3% des Grundkapitals haben wir am 15. Februar abgeschlossen. Am 21. Februar wurden 20,2 Mio. Aktien zur Einziehung beim Handelsregister angemeldet und vom Grundkapital abgesetzt.

Der Vorstand der BMW AG hat entschieden, auch im Jahr 2006 das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm fortzuführen. Zum Zweck der anschließenden Ausgabe an Mitarbeiter sollen bis zu 1,5 Mio. Vorzugsaktien über die Börse zurückgekauft werden. Der Rückkauf erfolgt seit Anfang April – wie auch in den bisherigen Programmen – unter Einschaltung eines Wertpapierhauses oder Kreditinstituts.

Die Aktien werden im Laufe des Jahres den Mitarbeitern zum Kauf angeboten.

Wir informieren Sie auf unserer Investor Relations Internetseite jeweils zu Wochenbeginn über die in der Vorwoche getätigten Aktienrückkäufe.

 

Meine Damen und Herren,

wir sind gut in das Jahr 2006 gestartet. Wie bereits zur Bilanzpresse- und Analystenkonferenz angekündigt, rechnen wir mit einer anhaltend positiven Geschäftsentwicklung im weiteren Jahresverlauf.

Beim Automobilabsatz werden wir im weiteren Jahresverlauf aufgrund von Basis- und Modellzykluseffekten eine moderatere Entwicklung sehen. Außerdem wirken sich im Gesamtjahr weiterhin Belastungen aus Währungen und Rohstoffkosten aus, wenn auch mit abnehmender Tendenz in Richtung Jahresende.

Die BMW Group wird im Gesamtjahr von positiven Absatz- und Mixeffekten sowie anhaltenden Effizienzverbesserungsmaßnahmen profitieren.

Daher kann ich Ihnen heute bestätigen, dass wir nach wie vor damit rechnen, ein Ergebnis vor Steuern von 4 Mrd. Euro zu erreichen.

Dabei ist es wichtig zu erwähnen, dass das Konzernergebnis vor Steuern auch ohne den Sondereffekt über dem des Vorjahres liegen wird.

Ich danke für Ihr Interesse und Ihre Aufmerksamkeit und freue mich nun gemeinsam mit Dr. Panke auf Ihre Fragen.

Quelle: BMW Presse-Mitteilung vom 03.05.06

 

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