08.02.2006
Service: Zeit für die Auto-Frühjahrskur
Wenn der Winter sich verabschiedet, dann wird es Zeit auch seinem
Fahrzeug eine Frühjahrskur zu gönnen. Das Auto sieht nicht mehr gut aus, denn
Streusalz und Schneematsch haben ihre Spuren hinterlassen. Auch die Technik
leidet unter scharfen Salzen und durchdringender Feuchtigkeit. Die Pflege nach
der kalten Jahreszeit trägt entscheidend zum Werterhalt des Fahrzeuges bei -
also sollte man etwas Zeit und Geld investieren, um sein Auto Frühlingsfrisch zu
machen.
Mit einer gründlichen Wagenwäsche können Streusalzreste entfernt werden. Das
sollte selbstverständlich in einer Waschanlage oder einem SB-Waschplatz mit
Dampfstrahlgeräten erfolgen. Hier wird das Abwasser umweltgerecht entsorgt. Die
Radkästen und auch der Unterboden können mit den Hochdruckreinigern gesäubert
werden. Die Pflege des Lacks mit Politur oder Wachs lässt den Wagen in neuem
Glanz erstrahlen und schützt nachhaltig. Auch eine Motorwäsche empfiehlt sich.
Die sollte man aber besser dem Fachmann überlassen, denn im Motor finden sich
viele wasserempfindliche Teile.
Zeit
für die Auto-Frühjahrskur.
Nach der Grundreinigung sollten die Lackpartien besonders an der Wagenfront
und im Bereich der Radausschnitte nach Steinschlag- oder Splitschäden untersucht
werden. Werden solche Schäden zu lange ignoriert, entstehen leicht Rostnester.
Der Zubehörhandel bietet für kleinere Reparaturen, die man selbst durchführen
kann Lackausbesserungssets bzw. Lackstifte an. Hierbei ist die Kenntnis über die
richtige Bezeichnung des Herstellers für den Farbton wichtig. Wer unsicher ist,
sollte das Set besser beim Vertragshändler erwerben. Im Fahrzeugschein ist der
richtige Farbton vermerkt. Auch der Unterboden sollte auf Steinschlagschäden
untersucht werden, um Rostschäden vorzubeugen.
Der Innenraum sowie der Kofferraum sollten gründlich gereinigt und getrocknet
werden, so wird Schimmel verhindert. Um auch die Atmosphäre im Fahrzeuginneren
auf Frühling einzustellen ist das Ausklopfen der Fußmatten und das gründliche
Aussaugen des Wageninneren obligatorisch. Flecke in den Teppichen oder Polstern
reinigt man mit einem handelsüblichen Reiniger. Stoffe und Teppiche müssen vor
der erneuten Nutzung des Autos gut durchgetrocknet sein.
Scheiben
vor allem von innen putzen. Hier bilden Feuchtigkeit, Schmutz und bei Rauchern
das Nikotin einen Schmierfilm, der nicht nur Licht schluckt und deshalb bei
Dunkelheit Sicht kostet. Bei feuchtem Wetter laufen die Scheiben auch schneller
an. Innenseiten mit feuchtem Waschleder reinigen und Glasreiniger aufsprühen.
Mit trockenem Haushaltspapier nachpolieren. Sind dann noch Schlieren sichtbar,
den Vorgang mit Glasreiniger oder Alkohol wiederholen. Darauf achten, dass
nichts auf Innenverkleidungen gelangt, das kann Flecken verursachen.
Den Dachhimmel großflächig mit Textilreiniger besprühen und einwirken lassen.
Nur verschmutzte Stellen zu behandeln, führt zu Rändern. Mit Schwamm und
Frottierhandtuch nachwischen.
Die Armaturen mittels eines weichen Staubtuchs vorreinigen. Anschließend die
Kunststoffteile mit Cockpit- bzw. Kunststoffreiniger behandeln. Der
Zubehörhandel bietet auch hier eine reichhaltige Palette von Mitteln an, die zum
Teil über pflegende Eigenschaften oder Farbauffrischer verfügen. Dabei sollte
aber darauf geachtet werden, dass die Reiniger auch für das entsprechende
Fahrzeug geeignet sind. Darum die Hinweise des Herstellers gut durchlesen.
Sicherheitsgurte abbürsten, eventuell Polsterschaumreiniger nehmen. Vor dem
Wiedereinrollen gründlich trocknen lassen. "Müffelt" es nach gründlicher
Reinigung und Desinfektion der verschmutzten Stelle immer noch, hilft nur ein
Luftauffrischer aus dem Zubehörhandel.
Der Kofferraum sollte ausgeräumt werden. Auf Schneeketten und Anfahrhilfen im
Kofferraum kann im Sommer getrost verzichten. Das verringert den Spritverbrauch
und schafft Platz für das Feriengepäck.
Natürlich müssen auch die Winterreifen spätestens Ende April runter. Die
Pneus sollten nach der Demontage auf Beschädigungen untersucht werden. Nach
einer gründlichen Reinigung und Erhöhung des Luftdruckes um 0,5 bar können diese
dann möglichst trocken, kühl und nicht unter direkter Sonneneinstrahlung
eingelagert werden. Auf Felgen montierte Reifen hängend oder liegend; nicht
montierte stehend bei regelmäßiger Drehung lagern, um Standplatten zu vermeiden.
Auch Scheibenwischergummis sind dem Verschleiß ausgesetzt und haben
möglicherweise unter der winterlichen Scheibenvereisung gelitten. Sie sollten
kontrolliert und - wenn nötig - ausgewechselt werden. Dann wird auch der
stärkste Sommerregen nicht zum Problem.
Die Elektrik hat dem Autofahrer im Winter meist gute Dienste geleistet,
deshalb darf auch sie nicht beim Check vergessen werden. Die Batterie müssen auf
eventuelle Korrosionsstellen an den Polen untersucht und ihr Säurestand
überprüft werden. Wichtig ist außerdem die Funktion der Beleuchtung. Auch ein
Blick auf den Keilriemen sollte nicht fehlen. Lässt der möglicherweise schon
Schwachstellen erkennen, dann ist bei der nächsten größeren Fahrt das Risiko
einer Panne hoch. So aufpoliert kann die Fahrt in die wärmere Jahreszeit
starten.
Von Nicole Schwerdtmann und Stephan Bähnisch
Quelle: ar vom 08.02.06
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