23.12.2008
Service: Was sich 2009 für Autofahrer ändert
Autofahrer müssen sich 2009 auf zahlreiche Neuerungen einstellen. Die
wichtigste ist nach Ansicht des ADAC der neue Bußgeldkatalog, der zum 1. Februar
in Kraft treten soll. Vor allem Rasen, Drängeln sowie Alkohol- und Drogenfahrten
werden dann deutlich teurer. Schon am 19. Januar kommt mit dem neuen
Führerscheinrecht außerdem das Aus für den so genannten Führerscheintourismus.
Ausländische Fahrerlaubnisse gelten dann nicht mehr, wenn zuvor der deutsche
Führerschein entzogen wurde.
Beim Diesel wird der Bioanteil im nächsten Jahr von fünf auf sieben Prozent
erhöht. Experten gehen davon aus, dass der B7 genannte Kraftstoff den Motoren
nicht schadet. Bis spätestens 31. März 2009 müssen große Lkw ab Baujahr 2000 mit
verbesserten Weitwinkelspiegel nachgerüstet werden. Neu entwickelte Pkw und
leichte Nutzfahrzeuge erhalten ab September 2009 nur noch dann eine
Typgenehmigung, wenn sie mindestens die Abgasnorm Euro 5 erfüllen. Die ebenfalls
im nächsten Jahr umzusetzende EU-Richtlinie ECE R117 verlangt außerdem, dass
Neureifen deutlich leiser werden.
Am 11. Januar 2009 tritt die so genannte Rom-II-Verordnung in Kraft. Sie
regelt, welches Recht bei Verkehrsunfällen im Ausland gilt. Im Wesentlichen soll
das Recht des Staates gelten, in dem der Schaden eingetreten ist. Die Umsetzung
des EU-Rahmenbeschlusses zur gegenseitigen Anerkennung und Vollstreckung von
Geldsanktionen in Deutschland war ursprünglich ebenfalls für 2009 vorgesehen.
Derzeit ist allerdings immer noch kein konkreter Umsetzungstermin bekannt.
Zehn weitere Städte führen im kommenden Jahr Umweltzonen ein, die nur mit
Fahrzeugen befahren werden dürfen, die eine gültige Schadstoffplakette an der
Windschutzscheibe haben. Ab dem 1. Januar werden in Bayern die Städte Augsburg
und Neu-Ulm betroffen sein, in Baden-Württemberg gelten die Umweltzonen in den
Städten Heilbronn, Herrenberg, Karlsruhe, Pforzheim und Ulm. Ebenfalls ab
Jahresbeginn wird auch in Bremen-Mitte eine Umweltzone eingerichtet. Erst zum
15. Februar ziehen dann die Städte Düsseldorf und Wuppertal in
Nordrhein-Westfalen nach. Hannover hingegen duldet ab 1. Januar in seinen
Umweltzonen keine Fahrzeuge mehr, die nur der rote Plakette an der
Windschutzscheibe haben (Schadstoffgruppe 2). Das sind in der Regel
Diesel-Fahrzeuge betroffen, die nicht die Euro-3-Norm erfüllen. Betroffen sind
nicht zuletzt kleine Handwerksbetriebe mit älterem Fuhrpark..
Die Kraftstoffpreise werden nach Ansicht des Auto Club Europa (ACE) im
nächsten Jahr wahrscheinlich nicht noch einmal das hohe Niveau von Mitte 2008
erreichen, dennoch müssen Autofahrer mittelfristig wieder mit steigenden Kosten
für Kraftstoff rechnen. Dafür dürfte 2009 für Autokäufer ein gutes Jahr werden.
Sie werden laut ACE angesichts der Absatzkrise weiter mit steuerlichen Anreizen
und hohen Preisnachlässen zum Konsum animiert. Gemeinsam mit dem
Bundesumweltminister plant der Club ein Aktionsprogramm zur Förderung von
Fahrgemeinschaften. Damit soll nicht nur das Portemonnaie, sondern auch der
Berufsverkehr entlastet werden.
Turnusgemäß werden in Italien die Bußgelder zum Jahresanfang dem aktuellen
italienischen Lebenshaltungskostenindex angepasst. Die durchschnittliche
Erhöhung beträgt rund vier Prozent.
Quelle: ar, von Jens Riedel
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