05.07.2006
Service: Reisen mit Kindern - Planung und Ablenkung sind alles
"Wann sind wir endlich da?" - Eltern sind dieses Satzes auf der stundenlangen
Urlaubsfahrt sicher schnell überdrüssig. Da hängt der Familienfrieden häufig
sehr schnell schief und von Entspannung kann nicht die Rede sein. Eine
sorgfältige Planung schafft Abhilfe und macht die lange Fahrt vielleicht sogar
zum Vergnügen für Jung und Alt. 7-forum.com gibt Tipps für das Reisen mit
Kindern im Auto.
Erziehungsexperten raten, Kinder so weit wie möglich in die Reiseplanung mit
einzubeziehen. So sollten ältere Kinder beispielsweise mitentscheiden, wann auf
der Reiseroute eine Pause eingelegt wird. Empfehlenswert sind vor allem
Raststätten und Parkplätze, auf denen ein Spielplatz zur Verfügung steht. Denn
der Bewegungsdrang der Kleinen will befriedigt werden. Alternativ dazu können
auch Schwimmbäder oder Thermen ein geeigneter Pausenort sein. Dort können Kinder
sich austoben und Erwachsene sich erholen - die nächste Reiseetappe verläuft
garantiert deutlich ruhiger.

Urlaubsfahrten mit Kindern sollten sorgfältig
geplant werden. Foto: ar/Aral
Eine Mahlzeit auf einem schönen Rastplatz bewahrt das Auto vor Flecken und
Krümeln. Dabei sollten Eltern ihre Sprösslinge nicht aus den Augen lassen, denn
auf einem belebten Rastplatz lauern viele Gefahren durch den fließenden Verkehr.
Bei der Auswahl der Speisen gilt: Gesunde und leichte Kost und vor allem
reichlich Flüssigkeit sind wichtig und steigern auch die Konzentrationsfähigkeit
des Fahrers. Mineralwasser, Früchtetees oder Fruchtschorlen sind gesund und
versorgen den Körper mit Elektrolyten. Blähende Gerichte sollten vermieden
werden. Und alle zwei Stunden eine Pause ist Pflicht mit kleinen Kindern.
Vor Beginn der Reise einfache Spiele vorbereiten. Spielvorlagen sollten in
ausreichender Menge im Auto bereit liegen. Auf das Papier verzichten kann man
bei Ratespielen wie zum Beispiel "Ich sehe was, was Du nicht siehst". Ältere
Kinder ab etwa acht Jahren erraten gerne Kennzeichen (Für was steht DD - Dresden
oder Düsseldorf) oder versuchen, mit den Buchstaben des Nummernschildes Sätze zu
bilden. An das Lieblingskuscheltier denken. Das gibt den Kleinen ein Gefühl der
Geborgenheit und hilft gegen Heimweh. Auch die richtige Musik- und Buchauswahl
hilft Konflikte vermeiden.
Auch die beliebten Nachtfahrten sind ein zweischneidiges Schwert. Zwar sind
die Straßen frei, die Unfallhäufigkeit steigt jedoch Untersuchungen von
Versicherern zufolge um das bis zu Sechsfache, weil der Fahrer insbesondere in
der Zeit zwischen zwei und sechs Uhr nachts viel schneller ermüdet. Der Vorteil
bei Nachtfahrten: Die Kinder können schlafen. Sven Janssen, Sprecher beim
Automobilclub von Deutschland, rät eventuelle Fahrten in der Nacht von der
Konstitution des Fahrers abhängig zu machen. Wer nachts keine Schwierigkeiten
hat, kann diese Alternative durchaus in Erwägung ziehen. Bei einem Zwischenstopp
sollte das Ziel sorgfältig ausgewählt werden. Ist vielleicht ein Freizeitpark
auf dem Weg oder ein Zoo? So kann der Urlaub schon auf der Anreise zum positiven
Erlebnis werden, so Janssen.
Wichtig für die Reise ist natürlich auch die richtige Reiseapotheke, die auch
auf speziell auf das Alter der Kinder und die Bedürfnisse der Eltern abgestimmt
sein sollte. Das Impfbuch und eventuell das Vorsorgeheft dürfen nicht fehlen.
Noch ein Wort zu den immer beliebter werdenden DVD-Systemen an Bord. Während
die fest installierten aber teuren Systeme unbedenklich sind, wenn es um die
Sicherheit geht, sollten mobile Geräte mit äußerster Sorgfalt befestigt werden.
Ein lose auf einem Klapptisch abgestelltes oder notdürftig an der Kopfstützen
befestigtes Gerät kann im Fall einer heftiges Bremsung schnell zum gefährlichen
Geschoss werden. Das haben aktuelle Untersuchungen des ADAC ergeben.
Wer all diese Hinweise befolgt, kommt sicher entspannter ans Ziel.
Gelassenheit und die richtige Planung machen so die Urlaubsfahrt weniger
stressig. Und selbstverständlich sollte auch die Heimfahrt entsprechend geplant
werden, sonst ist die Familie nach der Rückkehr nach Hause schon wieder
urlaubsreif.
Quelle: ar, Stephan Bähnisch
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