15.02.2006
Schwarze Götter im Exil
Das Goethe-Forum präsentiert Wanderausstellung
München. Die BMW Group ist Erster Partner des Goethe-Forums, das die
Ausstellung realisiert. Der vorläufig letzte Ausstellungsort ist das Staatliche
Museum für Völkerkunde in München, wo sie am 21. Februar 2006 um 19 Uhr eröffnet
wird und bis zum 14. Mai 2006 zu sehen ist. Seit dem 2. September 2004 werden in
der deutschlandweit präsentierten Wanderausstellung "Schwarze Götter im Exil"
die fotografischen Arbeiten von Pierre Fatumbi Verger (1902 - 1996) und Marion
Carvo Neto (*1947) präsentiert. Stationen waren bislang das Ethnologische Museum
Berlin-Dahlem, das Museum der Weltkulturen in Frankfurt am Main und das
Lindenmuseum Stuttgart.
Die Werke Vergers beleuchten die wechselseitigen kulturellen und
soziologischen Beziehungen zwischen den Völkern Brasiliens, der Karibik,
Nordamerikas und Europas, die seit der Sklavenzeit bis in die Gegenwart eng
verflochtenen sind. "Schwarze Götter im Exil" ist die erste Tournee-Ausstellung
mit Arbeiten des französischen Fotografen Pierre Fatumbi Verger in Deutschland.
Die Ausstellung versammelt unveröffentlichte Aufnahmen aus fünf Jahrzehnten und
bietet einen einzigartigen Einblick in die afrobrasilianische Lebens- und
Glaubenswelt. Bis heute haben die fotografischen Arbeiten Vergers nicht an
Aktualität verloren. Sie eröffnen einen einzigartigen Zugang zum Verständnis von
Religion und kultureller Identität in modernen, multiethnisch geprägten
Gesellschaften.
Zwölf Millionen Sklaven sollen nach UNESCO Studien von Europäern aus Afrika
in die "Neue Welt" verschleppt worden sein. Das kollektive Gedächtnis an diesen
größten Menschenraub der Weltgeschichte wurde auf der anderen Seite des
Atlantiks in rituellen Praktiken des brasilianischen Candomblé, haitianischen
Voodoo oder der kubanischen Santería wachgehalten.
Begleitet wird die Ausstellung von einem interdisziplinären Rahmenprogramm,
das die kulturellen Transfers im transatlantischen Dreieck von der Sklavenzeit
bis in die Gegenwart untersucht. Ein Symposium zum Thema Territorium und
kulturelle Identität - Afrikanische Diaspora in Amerika und Europa steht im
Mittelpunkt dieses Programms. Das Symposium soll zu einer neuen Wahrnehmung der
kulturellen Verflechtungen zwischen Europa, Afrika und Amerikas führen und wird
am 11. März 2006 im Goethe-Forum in München stattfinden.
Ein umfangreicher Fotoband zu Pierre Vergers Werk ist im Verlag Das
Wunderhorn Heidelberg erschienen.
Ein umfangreiches Rahmenprogramm thematisiert die kulturellen Transfers im
"transatlantischen Dreieck" von der Sklavenzeit bis in die Gegenwart:
Vortragsreihe im Staatlichen Museum für Völkerkunde München.
- 22. Februar, 19 Uhr, Transit Götterwelten in Bewegung
- 01. März, 19 Uhr, Pierre Verger, Hubert Fichte, Eleonore Mau und die
afrobrasilianischen Religionen
- 08. März, 19 Uhr, Afrikanische Strukturen und Performance in der Musik
Brasiliens
- 15. März, 19 Uhr, Ikonen der Sklaverei: Afrobrasilien in der Fotografie des
19. Jahrhunderts
- 22. März, 19 Uhr, Sakrale Landschaft: München als Heimat afroamerikanischer
Gottheiten
Der Eintritt ist jeweils frei.
Performance.
10. März, 19 Uhr, Museum für Völkerkunde München
Candomblé: Tanz und Musik der Gottheiten
Eintritt 10€ (Abendkasse), erm. 8€
Symposium und Podiumsdiskussion.
11. März, 10 Uhr, Goethe-Forum
"Territorium und kulturelle Identität - Schwarze Diaspora in den Amerikas und in
Europa"
Weitere Informationen im Internet:
Schwarze Götter im Exil:
www.schwarze-goetter-im-exil.de
Goethe-Institut:
www.goethe.de
Völkerkunde-Museum:
www.voelkerkundemuseum-muenchen.de
Quelle: BMW Presse-Mitteilung vom 15.02.06
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