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03.08.2005
Rede von Stefan Krause zum Zwischenbericht Juni 2005

Rede von
Stefan Krause
Mitglied des Vorstands der BMW AG, Finanzen,
Telefonkonferenz Zwischenbericht zum 30. Juni 2005
03. August 2005

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

im zweiten Quartal 2005 setzte sich die dynamische Absatzentwicklung des ersten Quartals fort. Die saisonale Geschäfts- und Ergebnisentwicklung entspricht angesichts der bestehenden externen Belastungsfaktoren und der modellzyklusbedingten Effekte unseren Erwartungen.

Stefan Krause, BMW Group, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Finanzen

Bild: Stefan Krause, BMW Group, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Finanzen (Bild aus Mai 2002)

 

Das Konzernergebnis vor Steuern lag im zweiten Quartal 2005 bei 916 Mio. Euro und damit 15,5% unter dem Wert des Vorjahres. Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres lag das Ergebnis vor Steuern im Konzern mit 1,7 Mrd. Euro um 10,7 % unter dem ersten Halbjahr 2004. Die Umsatzrendite vor Steuern erreichte im Konzern im ersten Halbjahr des laufenden Jahres 7,7% gegenüber 8,5% im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Überschuss der BMW Group profitierte von positiven Effekten bei laufenden und latenten Steuern und lag im zweiten Quartal mit 663 Mio. Euro bzw. fast 1,2 Mrd. Euro im ersten Halbjahr 2005 annähernd auf den Vorjahreswerten.

Für die Umsatzrendite nach Steuern bedeutet das im zweiten Quartal 2005 ein Niveau von 5,5% gegenüber 5,6% im gleichen Quartal des Vorjahres. Im zweiten Quartal 2005 ergibt sich ein Ergebnis je Stammaktie von 0,98 Euro sowie 0,99 Euro je Vorzugsaktie. Im ersten Halbjahr 2005 betrug das Ergebnis je Stammaktie 1,75 Euro und 1,76 Euro je Vorzugsaktie.
Die Bruttomarge des Konzerns war aufgrund der bereits dargestellten gestiegenen Belastungen sowie höherer Abschreibungen von 24,2% im Vorjahresquartal auf 23,4% im zweiten Quartal 2005 rückläufig. Im Halbjahresvergleich reduzierte sich die Bruttomarge im ersten Halbjahr 2005 um 0,2 Prozentpunkte auf 23,5%.

Das Ergebnis wird, wie bereits erwähnt, von den schlechteren Sicherungskursen vor allem im US-Dollar, den hohen Rohstoffkosten sowie einem angespannten Wettbewerbsumfeld belastet. Die sich aus der Währung ergebenden Effekte werden im Verlauf des Jahres 2005 tendenziell noch zunehmen.

Wie wir Ihnen ebenfalls schon Anfang des Jahres dargestellt haben, arbeiten wir intensiv daran, diesen externen Einflüssen entgegenzuwirken. Die Belastungen aus den genannten exogenen Einflussfaktoren sind jedoch signifikant. Hier stehen vor allem die Währungsbelastungen im Vordergrund.

Wir sind in den Hauptwährungen 2005 inzwischen fast vollständig gesichert. Dabei können wir jedoch nicht mehr in vollem Umfang von den sehr attraktiven Sicherungen aus der Vergangenheit profitieren, dennoch liegen unsere Sicherungskurse im laufenden Jahr aber nach wie vor deutlich unter den aktuellen Kassakursen.

Die sich ergebende Ergebnisabweichung kommt nicht aus der Absicherungsquote, sondern aus der Differenz zwischen den attraktiven Sicherungs- und Transaktionskursen des Jahres 2004 und schlechteren Kursen 2005.

Wir haben die Dollarstärke der letzten Wochen genutzt, um taktische Sicherungen vorzunehmen. Da wir aber für das laufende Jahr nahezu vollständig und zu Kursen unter dem aktuellen Kassakursniveau gesichert sind, wirkt sich diese Entwicklung des US-Dollars erst in den folgenden Jahren aus.

Aus den hohen Rohstoffpreisen erwachsen uns, wie bekannt, Belastungen in Höhe eines niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrages. Wie Ihnen Dr. Panke bereits dargestellt hat, wirken jedoch positive Effekte aus Effizienzverbesserungen und dem Produktmomentum den Belastungen entgegen. Aber wie erwartet, gibt es eine zeitliche Differenz in der Wirkung dieser Effekte, die zu einer erheblichen Volatilität in der Quartalsberichterstattung führt.

Damit komme ich nun zu einigen weiteren Eckdaten:

Der Umsatz des Segments Automobile stieg im zweiten Quartal 2005 um 3,4% auf 11,9 Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Steuern im Segment Automobile lag aufgrund der vorgenannten Effekte mit 808 Mio. Euro um 16,8% unter dem Vorjahreswert. Der Umsatz im ersten Halbjahr beträgt 21,9 Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Steuern reduzierte sich um 11,9% auf 1,5 Mrd. Euro. Die Umsatzrendite im Segment Automobile betrug im zweiten Quartal des laufenden Jahres 6,8% sowie 6,9% im ersten Halbjahr 2005.

Das Segment Motorräder profitierte wie geplant von der im Vorjahr gestarteten Produktoffensive und ist wieder auf den Wachstumskurs der vergangenen Jahre eingeschwenkt. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal 2005 um 41,5% auf 423 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich im zweiten Quartal 2005 um 20,5% auf 53 Mio. Euro bzw. 16,7% auf 84 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2005.

Weiterhin äußerst erfreulich verläuft die Entwicklung des Finanzdienstleistungsgeschäfts.

Hier erhöhte sich das Geschäftsvolumen im ersten Halbjahr um 17,1% auf 36,8 Mrd. Euro. Die Anzahl der Neuverträge mit Kunden stieg im ersten Halbjahr 2005 um 11,5%. Der Anteil der Leasingverträge nahm weiter auf 37,6% des gesamten Neugeschäfts zu, im Vergleich zu 34,0% im Vorjahreszeitraum. Die Penetrationsrate, d.h. der Anteil der über die BMW Group Finanzdienstleistungen finanzierten Neufahrzeuge erhöhte sich im ersten Halbjahr 2005 auf 41,2% gegenüber 39,6% im Vorjahreszeitraum.

Die Ergebnisentwicklung im Finanzdienstleistungsgeschäft hat von diesem dynamischen Trend profitiert. Das Ergebnis vor Steuern stieg im zweiten Quartal um 18,4% auf 161 Mio. Euro. Im ersten Halbjahr beträgt die Steigerung des Segmentergebnisses 16,0% auf 311 Mio. Euro. Dabei wurde weiterhin eine umfangreiche Vorsorge für Kredit- und Restwertrisiken getroffen. Außerdem beobachten wir sehr stabile, teilweise sogar steigende Restwerte unserer Fahrzeugpalette.

In den Überleitungen auf das Konzernergebnis ergibt sich im zweiten Quartal 2005 ein im Vergleich zum Vorjahresquartal um 39 Mio. Euro höherer negativer Saldo von -106 Mio. Euro. Davon entfallen allein -57 Mio. Euro auf die negative Marktwertentwicklung der Optionsverpflichtung aus der Umtauschanleihe auf die von der BMW Group gehaltenen Anteile an der Rolls-Royce plc., London. Dazu kommen die gestiegenen Zwischengewinneliminierungen aufgrund des deutlichen Wachstums im Leasinggeschäft. Im Halbjahr beträgt der negative Saldo der Überleitungen -177 Mio. Euro.

Ich möchte noch auf einige wesentliche Bestandteile der Gewinn- und Verlustrechnung eingehen:

Wie in den letzten Quartalen haben wir auch im zweiten Quartal 2005 wie erwartet als Folge der umfangreichen Produktinvestitionen in den vergangenen Jahren sowie dem Anlauf des neuen Werkes in Leipzig höhere Abschreibungen zu verzeichnen gehabt.

Die Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen stiegen im ersten Halbjahr 2005 von 870 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf nahezu 1,1 Mrd. Euro. Die Forschungs- und Entwicklungskosten nahmen im zweiten Quartal 2005 um 5,2% von 592 Mio. Euro im Vorjahr auf 623 Mio. Euro zu. Die Forschungs- und Entwicklungskosten bezogen auf den Umsatz stiegen nur leicht von 5,0% im Vorjahresquartal auf 5,1% im zweiten Quartal 2005.

Die Forschungs- und Entwicklungskostenquote beläuft sich im ersten Halbjahr des laufenden Jahres damit auf 5,4% gegenüber 5,0% im Vorjahreszeitraum.

Die Aktivierungsquote der Entwicklungskosten betrug im ersten Halbjahr 2005 39,1%, gegenüber 32,6% im Vorjahreszeitraum.

Die gesamten Forschungs- und Entwicklungsleistungen, dass sind die Forschungs- und nicht aktivierungsfähigen Entwicklungskosten zuzüglich der Investitionen in aktivierungspflichtige Entwicklungskosten, haben im ersten Halbjahr 2005 auf 1,4 Mrd. Euro gegenüber rund 1,3 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum zugenommen. Bezogen auf den Umsatz ergibt sich eine Quote von 6,3% im ersten Halbjahr 2005 im Vergleich zu 5,5% im Jahr 2004.

Auch für das Jahr 2005 erwarten wir, dass die Forschungs- und Entwicklungskosten das Niveau des Vorjahres wegen des Anstiegs der Abschreibungen von aktivierten Entwicklungskosten, aber vor allem einiger neuer Projekte wie bereits erwähnt übersteigen werden.

Im Finanzergebnis waren im zweiten Quartal sowie im ersten Halbjahr 2005 das Beteiligungs- sowie das Zinsergebnis im Vorjahresvergleich rückläufig. Aufgrund des Kursanstiegs der von der BMW Group gehaltenen Rolls-Royce plc. Aktien hat sich eine negative Marktwertentwicklung der Optionsverpflichtung aus der Umtauschanleihe im sonstigen Finanzergebnis deutlich ausgewirkt. Das Finanzergebnis beläuft sich im zweiten Quartal 2005 auf -193 Mio. Euro.

Die Finanzlage des Unternehmens hat sich weiter sehr erfreulich entwickelt.

Der Cashflow stieg im zweiten Quartal 2005 um 11,6% auf 1,5 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahr. Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres war ein Anstieg im Jahresvergleich um 12,2% auf 2,8 Mrd. Euro zu verzeichnen.

Die abschließende Kaufpreiszahlung für den Verkauf von Land Rover in Höhe von einer Mrd. Euro wurde Ende Juni verbucht. Der Free Cashflow stieg entsprechend deutlich von 576 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2004 auf fast 2,0 Mrd. Euro im laufenden Jahr. Die flüssigen Mittel des Unternehmens betrugen zum 30. Juni 2005 fast 2,7 Mrd. Euro.

Am 12. Mai 2005 hat die Hauptversammlung dem Vorstand die Ermächtigung zum Rückkauf von bis zu 10% der eigenen Aktien erteilt. Wir sind in der abschließenden Phase der Entscheidungsfindung und werden demnächst bekannt geben, wie und in welchem Umfang diese Ermächtigung umgesetzt wird.

 

Meine Damen und Herren,

ich möchte abschließend die Entwicklung im zweiten Quartal 2005 zusammenfassen und Ihnen einen Ausblick auf das Gesamtjahr geben.

Wir haben im abgelaufenen Quartal externe Einflüsse sowie den Modellwechsel unseres volumenstärksten Modells zu verkraften gehabt. Der Ergebnisverlauf entspricht dabei unseren Erwartungen.

Auch in der zweiten Jahreshälfte rechnen wir mit anhaltenden externen Belastungen. Diesen werden aber zunehmend positive Effekte aus den internen Maßnahmen sowie auf der Leistungsseite des Unternehmens gegenüberstehen.

Für den weiteren Jahresverlauf sind wir daher zuversichtlich und streben unverändert an, im Jahr 2005 das hohe Ergebnisniveau des Vorjahres in etwa zu erreichen.

Ich danke für Ihr Interesse und Ihre Aufmerksamkeit.

 

Quelle: BMW Presse-Mitteilung vom 03.08.05

 

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interner Link BMW Group bestätigt Jahresausblick 2005 (News vom 03.08.05)

interner Link Rede vom Vorstandsvorsitzenden Helmut Panke zum Zwischenbericht (03.08.05)

 
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