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BMW hat nach langjähriger Umbauzeit sein BMW Museum neu eröffnet. Werfen Sie ein Blick in die "BMW Schüssel":
 

 
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29.04.2008
Rede von Dr. Norbert Reithofer - Telefonkonferenz Zwischenbericht zum 31. März 2008

- Es gilt das gesprochene Wort -

Rede von
Dr. Norbert Reithofer
Vorsitzender des Vorstands der BMW AG
Telefonkonferenz Zwischenbericht zum 31. März 2008
29. April 2008

Meine Damen und Herren,

auch von mir: Guten Morgen! Ich freue mich, dass Sie sich zu unserer ersten Telefonkonferenz in diesem Jahr zugeschaltet haben.

Drei Punkte möchte ich zu Beginn heraus stellen:

  • Wir haben uns im ersten Quartal 2008 operativ verbessert.
  • Wir setzen die Maßnahmen im Rahmen der Strategie Number ONE planmäßig um.
  • Im Geschäftsjahr 2008 wollen wir weiterhin unsere anspruchsvollen Ziele erreichen.

Allerdings haben wir verschärfte externe Belastungen zu verkraften, vor allem im Zusammenhang mit der Abschwächung der Wirtschaft und einer entsprechenden Stimmungslage der Konsumenten in den USA. In diesem Zusammenhang haben wir unsere Risikovorsorge erhöht. Dadurch wurde das Ergebnis im 1. Quartal belastet.

Dr. Norbert Reithofer, Vorsitzender des Vorstands der BMW AG

Dr. Norbert Reithofer, Vorsitzender des Vorstands der BMW AG

 

Wir haben dazu weitreichende Maßnahmen ergriffen, um die zusätzlich aufgetretenen Belastungen bestmöglich zu kompensieren. Dr. Ganal wird Ihnen dies später erläutern.

Wo stehen wir nach den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres im Detail?

  • Der Automobilabsatz der BMW Group stieg im ersten Quartal 2008 auf insgesamt mehr als 351.000 Fahrzeuge. Ein Plus von 5,6 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum.
  • Im Finanzdienstleistungsgeschäft lag die Zahl der betreuten Leasing- und Finanzierungsverträge mit Händlern und Endkunden zum Ende des ersten Quartals bei mehr als 2,7 Millionen Verträgen und damit um 15,6 Prozent über dem Vorjahresstand.

Wie haben sich Umsatz und Ertrag im ersten Quartal entwickelt?

  • Der Umsatz des Konzerns lag bei mehr als 13,28 Milliarden Euro und damit um 11,2 Prozent höher als der vergleichbare Vorjahreswert.
  • Das Ergebnis vor Steuern erreichte 641 Millionen Euro und liegt rund 24,8 Prozent unter dem Wert der ersten drei Monate des Vorjahres. Wie eingangs skizziert, war das erste Quartal von negativen Sondereinflüssen geprägt, allein 236 Millionen Euro davon entfielen auf die bereits erwähnte Erhöhung der Risikovorsorge. Ohne diese außerordentlichen Belastungen wäre unser Ergebnis gestiegen.

 

Meine Damen und Herren,

ein wesentlicher Erfolgsfaktor liegt in der hohen Begehrlichkeit und der Effizienz unserer Fahrzeuge. Zwei Beispiele:

  • Insgesamt haben wir allein im ersten Quartal fast 50.000 BMW 1er ausgeliefert – über 50 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dazu hat vor allem das neue 1er Coupé beigetragen.
  • Der neue BMW X5 ist seit Mitte 2007 am Markt. Im ersten Quartal 2008 haben wir über 31.000 Fahrzeuge dieses Modells ausgeliefert.

Auch in diesem Jahr erweitern wir unsere Modellpalette:

  • Bei BMW ist das 1er Cabrio seit März verfügbar. Das BMW M3 Cabrio folgte im April, genauso wie der neue BMW X6, der zunächst in den USA eingeführt wird. Ab Mai wird er auch in Europa angeboten.
  • MINI hat in diesem Jahr bereits zwei neue Modelle vorgestellt. Ab Sommer werden der MINI John Cooper Works und der MINI John Cooper Works Clubman erhältlich sein.
  • Bei Rolls-Royce wird das erste Phantom Coupé im zweiten Halbjahr in Kundenhand gehen.

Dies zeigt: Wir sind und wir bleiben stark im Markt. Und ich verspreche Ihnen: Wir werden in diesem Jahr noch weitere neue Modelle heraus bringen. Dabei haben wir auch die eine oder andere Überraschung parat.

Mit den neuen Modellen machen wir unsere Flotte immer umweltfreundlicher. Wie Sie wissen, wollen wir in diesem Jahr in Europa über 800.000 Fahrzeuge der Marken BMW und MINI mit EfficientDynamics Maßnahmen verkaufen.

Auf diese Weise bauen wir unseren Wettbewerbsvorsprung bei der Reduzierung von Verbrauch und Emissionen über die gesamte Flotte aus. Dazu wird natürlich auch die Einführung der ersten Modelle mit „BMW Advanced Diesel with BluePerformance“ im Herbst in den USA beitragen.

Was die internationalen Automobilmärkte betrifft, so werden auch in diesem Jahr vor allem die Schwellenländer dynamisch wachsen.

Die BMW Group konnte im ersten Quartal auf den chinesischen Märkten (China, Hongkong, Taiwan) im Vergleich zum ersten Quartal 2007 um fast 40 Prozent zulegen. Auf der Peking Motor Show erhielt der neue BMW X6 gerade ein sehr positives Feedback. China bleibt ein wichtiger Wachstumsmarkt für uns. Wir überlegen daher, unsere Produktionskapazitäten in China von derzeit 41.000 Einheiten mittelfristig zu erweitern.

Am Beispiel China wird deutlich, wie wichtig es ist, zum richtigen Zeitpunkt in den richtigen Märkten aktiv zu werden. Temporäre Schwächephasen anderer Märkte lassen sich so zum Teil kompensieren.

 

Meine Damen und Herren,

wo stehen wir im Prozess der Strategieumsetzung?

Ich kann Ihnen versichern: Wir kommen gut voran. Derzeit brechen wir die Konzernstrategie mit entsprechenden Maßnahmen auf alle Ressorts herunter.

Auch in Bezug auf die angestrebten Effizienzsteigerungen sind wir auf Kurs, ebenso wie bei der angekündigten Reduzierung des Personalstandes um 3.100 Mitarbeiter. Dafür haben wir im ersten Quartal 40 Millionen Euro aufgewendet.

 

Meine Damen und Herren,

wir sind eines der wirklich internationalen Unternehmen in unserer Branche. Die USA sind unser größter Einzelmarkt. In der Vergangenheit haben wir von unserer starken Präsenz in den USA profitiert.

Sie alle haben die Entwicklung in der internationalen Finanzwelt und jetzt auch im industriellen Umfeld wahrgenommen. Die Finanzkrise in den USA birgt auch für unsere Geschäftsentwicklung Risiken. Wir hatten bereits im Geschäftsbericht sowie auf diversen Konferenzen auf die Risiken für das Automobil- und Finanzdienstleistungsgeschäft hingewiesen.

In den vergangenen Wochen hat sich die internationale Finanzkrise weiter verschärft und das Konsumklima eingetrübt. Dies hat unter anderem zu einer deutlichen Belastung der nordamerikanischen Gebrauchtwagenmärkte geführt, die so zu Anfang des Jahres nicht absehbar waren. Dies beeinflusst die Wiedervermarktung von Fahrzeugen, die aus Leasingverträgen zurückkommen. Der Umfang dieser Belastungen erhöhte sich dadurch, dass viele Leasingverträge im ersten Quartal 2008 ausgelaufen sind.

Wir haben gehandelt und eine entsprechende Risikovorsorge vorgenommen.

Am vergangenen Donnerstag haben wir – wie Sie wissen – in einer Ad hoc Mitteilung bekannt gegeben, dass wir unsere Risikovorsorge erhöht haben.

Wir gehen davon aus, dass wir mit diesem Schritt zum gegenwärtigen Zeitpunkt ausreichend Vorsorge getroffen haben – auf der Grundlage derzeit möglicher Markteinschätzungen. Wir sind zuversichtlich, mit den getätigten Maßnahmen die Risiken abgedeckt zu haben.

Sollte es jedoch im Verlauf des Jahres 2008 nicht zu einer Erholung der Märkte kommen, insbesondere für gebrauchte Fahrzeuge, dann besteht die Gefahr, dass wir die Risikovorsorge möglicherweise zu Lasten des Ergebnisses in 2008 erhöhen müssen.

Zum jetzigen Zeitpunkt allerdings bestätigen wir – angesichts der getroffenen Vorsorge einerseits und einer erwarteten Verbesserung der Marktsituation im zweiten Halbjahr andererseits – unsere Ergebnisprognose für 2008.

Wir halten an unserem Ausblick auf Jahresebene fest. Wir wollen unsere erfolgreiche Geschäftsentwicklung im Jahr 2008 fortsetzen:

  • Wir streben einen neuen Höchstwert beim Automobilabsatz aller drei Marken an.
  • Wir wollen ein Konzernergebnis vor Steuern über Vorjahr erreichen – bereinigt um den Sondereffekt aus der Rolls-Royce Umtauschanleihe im Jahr 2007.
  • Wir streben eine Verbesserung der Ergebnisqualität an.

Die BMW Group steht weiterhin für langfristiges Wachstum und langfristige Wertsteigerung. Diesen Weg wird der Vorstand in seiner neuen Zusammensetzung konsequent weiter verfolgen.

Wir haben heute viel über kurzfristig wirkende Belastungen gesprochen. Zum Abschluss noch zwei aktuelle Studien, über die ich mich gefreut habe. Denn sie bringen zum Ausdruck, dass wir auf unserem langfristigen Weg gut unterwegs sind:

  • Nach einer Analyse des Marktforschungsinstituts Millward Brown ist BMW unter allen Marken in der Welt die wertvollste deutsche Marke.
  • Die Boston Consulting Group hat die BMW Group als einziges deutsches Unternehmen unter die 25 innovativsten Unternehmen in der Welt auf Platz 14 gewählt. In der Begründung heißt es sinngemäß: Während andere Automobilhersteller über neue, effiziente Antriebsformen sprechen, hat BMW die entsprechenden Technologien längst am Markt.

Dem möchte ich nichts weiter hinzufügen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Quelle: BMW Presse-Mitteilung vom 29.04.2008

 

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