03.05.2005
Rapsblüte 2005 - Biodiesel auf der Überholspur
Sprunghaft entwickelt sich der Aufbau der Produktionskapazität für Biodiesel
in Deutschland. 2005 ist eine Zunahme um 400.000 t auf 1,5 Mio. t zu
verzeichnen. Die Realisierung der sich noch im Bau befindlichen Vorhaben wird
2006 erstmals die zwei Mio. t Kapazitätsgrenze für Biodiesel erreichen.
Deutschland baut damit seine internationale Führungsposition bei der Produktion
und Vermarktung von Biodiesel weiter aus. Mehr als 30 Unternehmen betätigen sich
inzwischen als Biodiesel-Produzenten.
Mit der Richtlinie zur Förderung von Biokraftstoffen hat die Europäische
Union den politischen Willen nachhaltig unterstrichen, durch den Aufbau von
Absatzmärkten und Produktionskapazitäten für Biokraftstoffe einen Beitrag zur
Reduzierung der Abhängigkeit bei Erdölimporten und zur Erfüllung der
Klimaschutzverpflichtungen des nunmehr völkerrechtlich verbindlichen
Kyoto-Protokolls zu leisten.
Abbildung:
Tankstellen mit alternativen Kraftstoffen in Deutschland. Biodiesel ist
Spitzenreiter unter den alternativen Kraftstoffen in Deutschland. Die Zahl der
Tankstellen, die den auf Basis von Rapsöl produzierten Biokraftstoff verkaufen,
liegt deutlich vor Autogas- und Erdgastankstellen. Für das laufende Jahr 2005
wird ein Anstieg um 200 auf über 1.900 Biodieseltankstellen prognostiziert.
Die Mitgliedstaaten sind gefordert, die in dem so genannten Aktionsplan
vorgegebenen Mengenziele zu erfüllen. Für 2005 ist ein Mengenziel am
Kraftstoffmarkt von 2 % vorgegeben, das schrittweise bis zum Jahr 2010 auf
mindestens 5,75 % gesteigert werden soll.
In Deutschland werden etwa 29 - 30 Mio. t Dieselkraftstoff verbraucht. Mit
einem Absatz von etwa 1,5 Mio. t im laufenden Jahr und erwarteten zwei Mio. t im
Jahr 2006 werden die vorgegebenen Mengenziele im Dieselkraftstoffmarkt
vorzeitig, d. h. praktisch vier Jahre früher erreicht als von der EU-Kommission
vorgegeben.
Dank der Anfang 2004 in Kraft getretenen Steuerbefreiung für Biokraftstoffe
hat sich das Marktpotenzial um die Möglichkeiterweitert, Biokraftstoffe zu
herkömmlichen Kraftstoffen beizumischen. Hiervon machen namhafte
Mineralölkonzerne wie ARAL und Shell inzwischen Gebrauch. Gemäß der europäischen
Norm für Dieselkraftstoff (DIN EN 590) können bis zu fünf Prozent Biodiesel
konventionellem Diesel beigemischt werden. Biodiesel als Reinkraftstoff bieten
etwa 1.900 und damit jede achte öffentliche Tankstelle in Deutschland an. So
konnte der Absatz an öffentlichen Tankstellen auf etwa 320.000 t gesteigert
werden.
Eine Herausforderung für die Biodieselwirtschaft stellt die aktuelle
Feinstaubdiskussion dar. Die jetzt startende Nachrüstwelle bei Altfahrzeugen und
die Zusage der Fahrzeugindustrie, bereits ab 2005 Diesel-Pkw ab Werk serienmäßig
mit Dieselpartikelfilter auszurüsten, behindert derzeit die weitere Entwicklung
des Marktes für Reinkraftstoff. Hintergrund ist die derzeit noch fehlende
Freigabe der Partikelfilter für den Einsatz von Biodiesel. Bedingt durch die mit
einer Nacheinspritzung verbundene Motorölverdünnung ist eine Freigabenerteilung
nicht mehr möglich, wodurch das Kundenpotenzial im PKW-Bereich schrittweise in
den kommenden Jahren abnehmen dürfte. Biodiesel in der Zumischung ist von den
kraftstoff- und motortechnischen Problemen bei der Umstellung auf die neue
Abgasnorm nicht betroffen.

Foto: Rapsblüte in Deutschland. Deutschlands
schönste Ölfelder blühen in strahlendem Gelb. Über 1,3 Mio. Hektar geben der
Natur in diesen Tagen ihr ganz besonderes Aussehen. Raps führt mit großem
Abstand die Anbaufläche unter den nachwachsenden Rohstoffen an. Und das hilft
der Umwelt, denn Biodiesel auf Basis von Rapsöl trägt zur Umsetzung der
deutschen Klimaschutzziele bei. Bei seiner Verbrennung wird nur so viel CO2
frei, wie die Pflanze beim Wachstum aus der Atmosphäre entnommen hat.
Anders stellt sich die Situation im Nutzfahrzeugbereich dar. DaimlerChrysler
hat für die Euro 4-Motoren und den so genannten SCR-Kat als
Abgasnachbehandlungssystem eine Biodieselfreigabe erteilt. Die Union zur
Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) geht davon aus, dass weitere
Nutzfahrzeughersteller wie MAN und IVECO nachziehen werden. Bei einem
Preisabstand von zurzeit 18 Cent je Liter ist ein Umstieg auf Biodiesel
wirtschaftlich sehr attraktiv. Bereits 2004 wurden etwa 400.000 t Biodiesel an
Flottenbetreiber abgesetzt. Der zunehmende Wettbewerb wird die Nachfrage weiter
beleben.
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