26.05.2005
Prognose: Kraftstoffverbrauch in Deutschland sinkt drastisch
Prognose: Kraftstoffverbrauch in Deutschland sinkt drastisch
Der Verbrauch von Benzin- und Diesel-Kraftstoff in Deutschland wird im
kommenden Jahrzehnt drastisch sinken. Beim Benzinverbrauch ist laut der neueste
Ölprognose des Mineralölwirtschaftsbandes (MWV) bis zum Jahr 2020 mit einem
Minus von 33 Prozent zu rechnen. Beim Diesel-Kraftstoff werde der Rückgang zehn
Prozent betragen. Da es unter anderem bei Flugkraftstoffen zu einer höheren
Nachfrage kommt, werde der Verbrauch insgesamt bei Mineralölprodukten um zwölf
Prozent sinken. Gründe seien vor allem geringere Fahrleistungen sowie ein
niedrigerer Verbrauch der Neufahrzeuge.
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Um die Steuern bereinigte Benzinpreise
Im vergangenen Jahr sei die Inlandsnachfrage erneut gesunken. Der Absatz von
Otto-Kraftstoff in Deutschland habe sich um drei Prozent auf 25 Millionen Tonnen
verringert und habe damit auf dem niedrigsten Niveau seit 23 Jahren gelegen.
Dies sei Ausdruck der verbesserten Effizienz von Fahrzeugen sowie der anhaltende
Trend zu Diesel-Pkw gewesen. Beim Diesel-Kraftstoff sei eine Zunahme von 3,5
Prozent auf 29 Millionen Tonnen verzeichnet worden. Beim Diesel wird sich laut
MWV bis zum Jahr 2008/2009 noch ein leichter Anstieg ergeben wird, sollte beim
Diesel der kontinuierliche Absatzrückgang voranschreiten.
Der Anteil alternativer Kraftstoffe wie Biodiesel wird der Prognose zufolge
einen Anteil von zwei Prozent am Gesamtabsatz bis 2015 nicht überschreiten und
erst in den folgende fünf Jahren auf rund fünf Prozent zulegen. Die derzeitige
Wettbewerbsfähigkeit von Bio-Kraftstoffen sei allerdings nicht gegeben.
Biodiesel sei lediglich durch hohe Subventionen wettbewerbsfähig. Die
tatsächlichen Kosten heutiger Bio-Kraftstoffen lägen bei etwa 150 Dollar je
Barrel. Rohöl mit einem Preis von rund 50 Dollar je Barrel "vergleichsweise
günstig" sei. Zudem verursache die Herstellung "erhebliche" CO2-Emissionen.
Unzufrieden zeigte sich der Verband mit der Situation der Tankstellen. So sei
der Anstieg der Großhandelspreise für Kraftstoffe seit Jahresbeginn nicht
vollständig beim Verbraucher angekommen. Rund drei Cent je Liter des
Kostenanstiegs seien nicht an die Autofahrer weitergegeben worden. Die
Ertragslage der Tankstellen habe sich damit verschärft.
Quelle: ar vom 26.05.05  
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