18.09.2007
Langstrecken-Krimi mit Happy End - Team BMW Motorrad Motorsport gewinnt
München. Der vierte und letzte Langstrecken-Einsatz des Teams BMW
Motorrad Motorsport in der Saison 2007 hätte spannender kaum ausfallen können.
Als am vergangenen Sonntag, den 16. September Richard Cooper (GBR) nach 24
Nerven aufreibenden Stunden mit dem Werks-Boxer die Ziellinie überquerte, stand
allen Teammitgliedern die Begeisterung deutlich ins Gesicht geschrieben. Der
Sieg in der Open Klasse und der 23. Rang im starken, von französischen
Spitzenteams dominierten Gesamtklassement, hatten sich als ein Stück harte
Arbeit erwiesen.
Wie bereits bei den 24 Stunden von Oschersleben gingen auch beim Bol d´Or
2007, 71. Ausgabe des Langstreckenklassikers und vorletzter Lauf der
diesjährigen QMMF Langstrecken-Weltmeisterschaft, im französischen Magny-Cours
zwei Renn-Boxer auf Basis der BMW R 1200 S an den Start. 57 internationale Teams
hatten sich bereits am Donnerstag und Freitag qualifiziert. Bei Sonnenschein und
bis zu 26 Grad Celsius traten sie am Sonnabend, den 15. September um 15:00 Uhr
vor 55.000 begeisterten Zuschauern zum Rennen an.
Bike 1 mit der Startnummer 17 wurde dieses Mal pilotiert von Thomas
Hinterreiter (AUT), Rico Penzkofer (GER) und Richard Cooper (GBR). Markus Barth
(GER), Jose Luis Nion (SPA) und Brian Parriott (USA) qualifizierten sich mit
Bike 2 (Startnummer 71). Durch den krankheitsbedingten Ausfall von Markus Barth
kam im Rennen Ersatzfahrer Barry Burrell (GBR) zum Einsatz.
Auf einer Strecke von insgesamt rund 3200 km behaupteten sich die in der Open
Klasse gemeldeten Sportboxer zunächst erfolgreich im Umfeld der starken
französischen Endurance-Teams. Von den Startpositionen 28 (Bike 1) und 39 (Bike
2) brachten die Piloten ihre beiden Motorräder routiniert Platz um Platz nach
vorne. Auf Platz 14 und 28 liegend, nahm das Unheil jedoch seinen Lauf. Für Bike
2 war das Rennen nach 9 Rennstunden beendet, da es dem Fahrer Juan Luis Nion
nach einem Sturz nicht gelang, das Motorrad in die Box zurückzuschieben. Bike 1
mit der Startnummer 17 ging insgesamt dreimal zu Boden. Hier war es den Piloten
jedoch immer möglich, den Rennboxer aus eigener Kraft in die Box zu bringen, wo
hoch professionelle Mechaniker in Rekordzeit sämtliche Sturzteile austauschten.
Dennoch büßte das Team wertvolle Minuten, Runden und am Ende sogar einen Fahrer
ein. Rico Penzkofer schied in den frühen Morgenstunden mit gebrochenem
Schlüsselbein aus. Thomas Hinterreiter und Richard Cooper absolvierten die
verbliebenen sieben Stunden im stetigen Wechsel. Runde um Runde beruhigte der
markante Boxer-Sound jedoch die angespannten Nerven der Teammitglieder.
Nicht zuletzt die große Motivation der Piloten, sich den nominell überlegenen
japanischen Vierzylindern nicht einfach geschlagen zu geben, sorgte am Ende für
einen beachtlichen 23. Rang im Gesamtklassement. Eine gute Produktsubstanz,
echter Enthusiasmus und der feste Wille des gesamten Teams, das Rennen zumindest
mit einem Motorrad zu beenden, machten diese Leistung möglich. Einen nicht zu
verachtenden Motivationsschub gab zudem einmal mehr die Anwesenheit von Stéphane
Mertens, der zur großen Freude des Teams im Qualifying nach etlichen Monaten
verletzungsbedingter Zwangpause wieder den Rennboxer bestiegen hatte.
BMW Motorrad Motorsportchef Berti Hauser zum vierten und letzten Einsatz des
Endurance Boxers in diesem Jahr: "Wir hatten schon sehr viel Glück im Unglück.
Die Sturzschäden blieben meistens im Rahmen; wir hatten viel Arbeit, haben diese
aber durch gute Vorbereitung und perfektes Teamwork super gemeistert. Es ist
natürlich sehr schade, dass sich Rico eine Verletzung zugezogen hat. Dennoch -
bei einem derart außergewöhnlichen Rennen können wir sehr stolz auf unsere
Leistung sein, und das gilt auch rückwirkend für die anderen Rennen. Dass wir
mit den Top-Teams mithalten konnten, sogar zweimal in die Top 10 gefahren sind,
hätten wir nicht für möglich gehalten. Wir sind rundum zufrieden und haben uns
für 2008 viel vorgenommen."
Auf der Motorradmesse Mondial du Deaux Roues wird BMW Motorrad erstmals das
auf dem Rennboxer basierende Serienmotorrad der Öffentlichkeit präsentieren.
Bol d´Or 2007 - Gesamtklassement
1 Yamaha GMT 94 801 Runden
2 Suzuki Endurance Racing Team SERT 1 794 Runden
3 Suzuki Endurance Racing Team SERT 2 791 Runden
4 Phase One Endurance 789 Runden
5 Acropolis Moto Expert 782 Runden
6 National Motos 779 Runden
7 Endurance Moto 38 772 Runden
8 Junior Team Suzuki LMS 771 Runden
9 IGOL Team 18 Sapeurs Pompier 769 Runden
10 IGOL AM Moto Racing 768 Runden
23 BMW Motorrad Motorsport 728 Runden
Quelle: BMW Presse Mitteilung vom 18.09.2007
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