15.03.2006
Bilanzpressekonferenz - Rede von Helmut Panke
- Es gilt das gesprochene Wort -
Rede von
Dr. Helmut Panke
Vorsitzender des Vorstands der BMW AG
Bilanzpressekonferenz
München, 15. März 2006
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich begrüße Sie alle sehr herzlich zur Bilanzpressekonferenz der BMW Group.
Meine zentrale Botschaft heute lautet:
Das Geschäftsjahr 2005 war für die BMW Group ein starkes und sehr
erfolgreiches Jahr. Operativ war das Jahr 2005 sogar das beste Jahr unserer
Unternehmensgeschichte.
Im Einzelnen:
- In einem schwierigen Umfeld auf den internationalen Automobilmärkten haben
wir im vergangenen Jahr 2005 mit einem Jahresüberschuss von mehr als 2,23
Milliarden Euro den Rekordwert von 2004 eingestellt. Wenn wir das Ergebnis vor
Finanzergebnis betrachten, dann haben wir mit über 3,79 Milliarden Euro einen
Gewinnanstieg erreicht.
- Im aktuellen Geschäftsjahr 2006 werden wir unsere erfolgreiche
Geschäftsentwicklung fortsetzen. Beim Automobilabsatz wollen wir einen neuen
Spitzenwert erreichen. Zudem strebt die BMW Group ein Ergebnis vor Steuern über
dem Wert des Jahres 2005 an.
Meine Damen und Herren,
in meinem Bericht werde ich mich auf drei Themenfelder konzentrieren:
- die Bewertung des Geschäftsjahres 2005
- eine Bilanz unserer Produkt- und Marktoffensive seit dem Beginn ihrer
Umsetzung im Jahr 2001
- einen Ausblick auf die erwartete Entwicklung des Konzerns im aktuellen
Geschäftsjahr 2006 und darüber hinaus auf der Basis der fortgesetzten
dynamischen Produkt- und Marktoffensive.
Direkt zum ersten Punkt – zur Bewertung des abgelaufenen Geschäftsjahres 2005.
Unsere Zahlen für 2005 haben wir bereits veröffentlicht. Deshalb nur die
wesentlichen Eckdaten:
- Der Automobilabsatz der BMW Group stieg um 9,9 Prozent auf einen neuen
Höchstwert von über 1,3 Millionen Fahrzeuge. Jede unserer drei Premiummarken –
BMW, MINI und Rolls-Royce – verzeichnete 2005 ein Absatzplus. Alle drei Marken
sind in ihrem Segment im Wettbewerbsvergleich führend.
- Ein Wort zur Marke BMW: BMW war mit über 1,12 Millionen ausgelieferten
Automobilen im Jahr 2005 die absatzstärkste Premiummarke überhaupt. Gegenüber
ihren Wettbewerbern konnte sie ihren Vorsprung im vergangenen Jahr vergrößern –
sowohl in absoluten Zahlen als auch prozentual. Das heißt: BMW ist dynamischer
gewachsen als die Wettbewerber.
- Über 250.000 unserer ausgelieferten BMW Automobile, also fast ein Viertel,
verfügten im Jahr 2005 über Allrad-Antrieb. Im Premiumsegment ist xDrive mit
Abstand das meistverkaufte Allradsystem. Nur Hersteller im Massenmarkt wie Jeep,
Ford, GM, Toyota liegen vor uns.
- In Folge des kräftigen Absatzwachstums hat die BMW Group im Geschäftsjahr 2005
erstmals die Spitzenposition als der weltweit absatzstärkste
Premiummarken-Hersteller in der Automobilindustrie übernommen. Unser Ziel ist
es, diese Spitzenposition in den kommenden Jahren zu festigen und auszubauen.
- Unser Motorrad-Geschäft legte um 5,6 Prozent auf über 97.000 Motorräder im
Jahr 2005 zu.
- Im Segment Finanzdienstleistungen überstieg die Gesamtzahl der betreuten
Finanzierungs- und Kreditverträge 2005 zum ersten Mal die Zwei-Millionen-Grenze
und lag zum Jahresende 13,2 Prozent über dem Vorjahreswert.
Umsatz
Auch in finanziellen Kennzahlen bewegen wir uns auf einem höheren Niveau als die
meisten Wettbewerber. Der Umsatz des Konzerns stieg 2005 um 5,2 Prozent auf
einen neuen Höchstwert von über 46,6 Milliarden Euro.
Ergebnis
Das Ergebnis vor Steuern lag mit über 3,28 Milliarden Euro um 8,3 Prozent unter
dem Rekordwert von 2004. Im Verlauf des vergangenen Jahres hatten wir immer
wieder betont, dass wir das hohe Ergebnisniveau des Jahres 2004 in etwa wieder
erreichen wollen.
Überschuss
Beim Jahresüberschuss haben wir mit mehr als 2,23 Milliarden Euro den Rekordwert
von 2004 erreicht.
Dies ist uns gelungen, obwohl unsere Ergebnisentwicklung – wie die der gesamten
Automobilindustrie – im Geschäftsjahr 2005 durch exogene Faktoren negativ
beeinflusst wurde. Neben einer hohen Wettbewerbsintensität mussten wir deutliche
Mehrbelastungen aus Währungen sowie durch überdurchschnittlich hohe Preise für
Rohstoffe, Edelmetalle, Stahl und Kunststoffe verkraften. Insgesamt summieren
sich die Belastungen – so wie von Analysten weitgehend richtig antizipiert – auf
nahezu 1 Milliarde Euro.

Dr. Helmut Panke,
Vorsitzender des Vorstands der BMW AG, Bilanzpressekonferenz BMW Group 2006
Wir haben aktiv gegengesteuert und die negativen Effekte zum Jahresende nahezu
vollständig kompensiert. Dies war einerseits durch das starke Absatzwachstum
möglich. Zum anderen hat sich einmal mehr die operative Stärke unserer
Organisation ausgezahlt. Maßnahmen zur Verbesserung der Effizienz setzen wir
jedoch nie ruckartig um, sondern sehen sie als einen laufenden Vorgang zur
Optimierung unserer Strukturen und Prozesse. Auf diese Weise stellen wir zu
jedem Zeitpunkt in allen Geschäftsfeldern die höchst mögliche Effizienz sicher.
Trotz der kumulierten exogenen Belastungen und trotz der Sondereffekte aus
Marktbewertungen wie der negativen Marktwert-Entwicklung der
Optionsverpflichtung aus der Umtauschanleihe auf die von der BMW Group
gehaltenen Anteile an der Rolls-Royce plc, London, haben wir unsere Ziele im
Geschäftsjahr 2005 erreicht.
Das von uns im vergangenen Jahr beschlossene Aktienrückkaufprogramm wurde Mitte
Februar 2006 abgeschlossen. Herr Krause wird auf dieses Thema genauer eingehen.
Insgesamt haben wir rund 20,2 Millionen Stammaktien bzw. 3 Prozent des
Grundkapitals zurückgekauft. Dafür haben wir 759 Millionen Euro aufgewendet.
Zusammen mit der erhöhten Dividende, die rund 420 Millionen Euro beträgt,
beteiligen wir unsere Aktionäre am Unternehmenserfolg des Geschäftsjahres 2005
mit fast 1,2 Milliarden Euro.
Mitarbeiter
Viele Unternehmen haben im vergangenen Jahr im Zuge von Restrukturierungen
Mitarbeiter entlassen. Die 30 größten deutschen Aktiengesellschaften haben in
den vergangenen fünf Jahren rund 300.000 Arbeitsplätze abgebaut. Die BMW Group
hat in diesem Zeitraum allein in Deutschland 11.000 neue Arbeitsplätze
geschaffen, weltweit waren es 12.000. Nach dem kräftigen Aufbau in den
vergangenen Jahren ist die Zahl der Mitarbeiter der BMW Group im Jahr 2005 fast
konstant geblieben. Zum Ende des Geschäftsjahres waren weltweit 105.798
Mitarbeiter in unserem Unternehmen beschäftigt. Mehr als drei Viertel der
Belegschaft sind nach wie vor in Deutschland tätig. Auch die Zahl der
Auszubildenden blieb in 2005 unverändert bei 4.464. Wir werden die
Flexibilisierung unserer Produktionsstrukturen weiter vorantreiben und wie in
der Vergangenheit die Produktivität kontinuierlich verbessern.
Produkt- und Marktoffensive
Das, meine Damen und Herren, zum Geschäftsjahr 2005. Nun zum zweiten Punkt,
einer Bilanz unserer Produkt- und Marktoffensive, mit deren Umsetzung wir im
Jahr 2001 begonnen haben. Die Produkt- und Marktoffensive bildet die Basis
unserer langfristigen Strategie, die auf kontinuierliches Wachstum und die
Wertsteigerung des Unternehmens zielt.
Durch die Auffächerung der Produktpalette ist die BMW Group in den
vergangenen fünf Jahren in eine neue Größenordnung hinein gewachsen.

Es gibt keinen anderen Premium-hersteller in der Automobilindustrie mit einem so breiten und so jungen
Produktportfolio. Vor unserer Produkt-offensive, also Anfang des Jahres 2001,
waren wir ein Hersteller mit nur einer Premiummarke und sechs Modellreihen. Zu
Beginn des Jahres 2006 besitzen wir nun drei Premiummarken und zehn
Modellreihen. Es ist Bestandteil unserer Unternehmensstrategie, immer wieder mit neuen
Angeboten in bestehende oder neue Segmente zu expandieren wie mit der BMW 1er
und 6er Reihe, dem BMW X3 oder MINI. Alle Modell-Entscheidungen der vergangenen
Jahre haben sich als richtig erwiesen, denn alle Modelle haben ihren Beitrag zum
Wachstum des Unternehmens geleistet. Absatzwachstum BMW Group 2000 bis 2005
Entsprechend hat sich unser Absatz seit dem Beginn der Produktoffensive im Jahr
2001, also im Zeitraum Ende 2000 bis Ende 2005, um nahezu zwei Drittel erhöht.
Gewachsen sind wir in dieser Zeit sowohl mit den neuen Modellen, als auch mit
unseren etablierten Kernmodellreihen. Im Jahr 2005 haben wir unsere BMW
Kernmodellreihen umfassend erneuert mit der neuen 3er Limousine, dem neuen 3er
Touring, der Modellüberarbeitung des BMW 7er und der Allradversion der 5er
Reihe.

In diesem Jahr bringen wir in der nächsten Woche hier in Europa die
Modellüber-arbeitung des Z4 Roadsters sowie den neuen Z4 M Roadster auf den
Markt. Im Frühsommer wird die Z4 Familie um ein neues Modell – das Z4 Coupé
sowie die M-Version – erweitert. Und damit nicht genug, weitere spannende
Modelle folgen noch in diesem Jahr.
So wie alle anderen Produkt-Entscheidungen der vergangenen Jahre werden sich die
neuen Modelle im Verlauf der nächsten Jahre voll auszahlen. Und wir investieren
weiterhin kräftig in die Zukunft der BMW Group. Insgesamt belaufen sich unsere
Investitionen in neue Produkte und produktinduzierte Produktionserweiterungen in
den Jahren 2005 bis 2009 auf rund 19 Milliarden Euro. Dazu zählen auch die zwei
völlig neuen Modellreihen, die wir ab 2008 angekündigt haben. Der Crossover wird
ein Sports Activity Vehicle mit Allradantrieb und höherer Sitzposition sein,
gleichzeitig jedoch den Charakter eines Sportwagens und die Silhouette eines
Coupés besitzen. Das Raumfunktionale Konzept bietet Fahrer und Mitfahrern mehr
individuellen Innenraum, den sie in verschiedenen Situationen variabel nutzen
können. Auch dieses Fahrzeug verkörpert die typischen BMW Markenwerte – Dynamik
und Freude am Fahren. Mit den beiden neuen Modellreihen sind wir künftig ein
Hersteller mit drei Marken und 12 Modellreihen.
Märkte
Neben dem Ausbau unseres Produktportfolios sichern wir unser kontinuierliches
Wachstum durch die Erweiterung unserer Präsenz auf traditionellen Märkten sowie
die konsequente Erschließung neuer Märkte. Hier haben wir im Jahr 2005
strategische Weichenstellungen vorgenommen, die sich in den nächsten Jahren
auszahlen werden:
- Mit der neuen Vertriebsgesellschaft in Portugal sind wir nun in allen
westeuropäischen EU-Ländern mit eigenen Vertriebsgesellschaften präsent. Seit
dem Start der neuen Gesellschaft haben wir unseren Absatz in Portugal im Jahr
2005 im Vergleich zum Vorjahr um über 50 Prozent gesteigert.
- In China haben wir ergänzend zum bestehenden Joint Venture mit Brilliance
China Automotive Holdings Ltd. eine Vertriebsgesellschaft gegründet, so dass die
BMW Group nun die direkte und alleinige Verantwortung für das Importgeschäft
besitzt. Wir sind vom Potenzial der chinesischen Automobilmärkte – China,
Hongkong und Taiwan – überzeugt. Dafür spricht, dass dieser Markt 2005 wieder
auf einen robusten Wachstumspfad zurückgekehrt ist mit einem Plus von rund 25
Prozent im Jahresdurchschnitt. Noch stärker als der Gesamtmarkt ist die BMW
Group 2005 in China gewachsen – um 36 Prozent auf über 33.000 Automobile.
Die BMW Group verfügt nunmehr in 35 Ländern über eigene Vertriebsgesellschaften.
Zudem haben wir mit der Vorbereitung des Markteintritts in Indien im vergangenen
Jahr einen weiteren wichtigen Schritt im Rahmen unserer Asienstrategie
vollzogen. Unsere Vertriebsgesellschaft im Großraum Delhi wird zu Beginn des
Jahres 2007 ihre Geschäftstätigkeit aufnehmen, genau wie unser Montagewerk in
Chennai für Fahrzeuge der BMW 3er und 5er Reihe. Der Automobilmarkt in Indien
umfasst heute rund 1,1 Millionen Fahrzeuge und wird sich nach unseren Prognosen
bis 2010 verdoppeln. Vom Wachstum in diesem riesigen Zukunftsmarkt mit rund 1,2
Milliarden Konsumenten wollen wir profitieren.
Deshalb sind Markt- genau wie Produktentscheidungen immer langfristiger Natur.
Wir eröffnen damit Chancen für weiteres Wachstum der BMW Group in der Zukunft.
Auch wenn Märkte wie China oder Indien eine höhere Dynamik ausweisen, in
absoluten Zahlen wachsen wir weiterhin am stärksten in den Triademärkten USA,
Westeuropa und Japan.
So war der U.S.-Markt auch im Jahr 2005 der weltweit größte Einzelmarkt für die
BMW Group mit erstmals über 300.000 verkauften Automobilen. Damit ist die BMW
Group wie schon im Vorjahr der erfolgreichste europäische Premiumhersteller in
den USA.
Ergebnis vor Steuern
Für die Produkt- und Marktoffensive haben wir hohe Vorleistungen getätigt.
Diese Vorleistungen haben aber unseren Geschäftserfolg insgesamt nicht
beeinträchtigt, sondern zahlen sich zunehmend aus.
Das Konzernergebnis lag in den vergangenen
fünf Jahren über 3 Milliarden Euro und damit stets auf sehr hohem Niveau. Unter
den schwierigen Rahmenbedingungen des Jahres 2005 haben wir das drittbeste
Ergebnis vor Steuern in der Unternehmensgeschichte erzielt. Zudem erzielen wir
weiterhin eine hohe Bruttomarge im Konzern von rund 23 Prozent. Gleichzeitig
haben wir die Finanzkraft des Konzerns nachhaltig erhöht. Dies verdeutlicht zum
Beispiel der operative Cashflow, der dem Mittelzufluss aus der laufenden
Geschäftstätigkeit des Industriegeschäfts entspricht. Er ist von 4,3 Milliarden
Euro Ende 2001 auf fast 6,2 Milliarden Euro Ende 2005 kontinuierlich gestiegen.
Diese Mittel eröffnen uns die nötigen Spielräume zur Finanzierung unseres
weiteren Wachstums.
Die Produkt- und Marktoffensive sowie die hohe Finanzkraft des Konzerns bilden
auch künftig die Plattform für die Fortsetzung des Wachstumskurses der BMW
Group. Wie Sie wissen, haben wir bereits im Jahr 2002 als langfristiges Ziel
formuliert, unseren weltweiten Absatz bis 2008 auf 1,4 Millionen Automobile zu
steigern. Hier sind wir auf gutem Weg.
Der Vorteil einer konsistenten, verlässlichen und auf eine langfristig
erfolgreiche Unternehmensentwicklung ausgerichteten Strategie besteht darin,
dass man seinen Kurs auch bei kurzfristigen Irritationen und Sondereinflüssen
hält, hektische Reaktionen und falsche Entscheidungen vermeidet.
Durch langfristiges und profitables Wachstum sichern wir letztlich unsere
Unabhängigkeit. Dies belegen auch die folgenden Fakten:
- Als Premiummarkenhersteller liegt die BMW Group mit einer Marktkapitalisierung
von aktuell fast 27 Milliarden Euro auf Rang 5 aller Automobilhersteller
weltweit.
- Mit einer Konzern-Umsatzrendite von 7 Prozent im Jahr 2005 trotz hoher
externer Belastungen zählen wir weiterhin zu den profitabelsten Herstellern im
Branchenvergleich.
- Im Automobilsegment erzielen wir einen Return on Capital Employed von rund 23
Prozent. Damit verdienen wir deutlich mehr als unsere Kapitalkosten und
generieren darüber hinaus einen hohen Beitrag zum Unternehmenswert. Zudem
erzielen wir eine Kapitalrendite, die im Branchenvergleich eindeutig im
Spitzenfeld liegt.
Ausblick
Meine Damen und Herren,
was können Sie künftig von uns erwarten? Damit bin ich bei meinem dritten Punkt
– einem Ausblick auf das aktuelle Geschäftsjahr und darüber hinaus.
Die BMW Group wird ihre erfolgreiche Geschäftsentwicklung in diesem Jahr
fortsetzen. Wie bereits angekündigt, streben wir auf Konzernebene einen neuen
Spitzenwert beim Automobilabsatz an.

Dr. Helmut Panke, Vorsitzender des Vorstands der
BMW AG, Bilanzpressekonferenz BMW Group 2006
In den ersten beiden Monaten dieses Jahres ist der Absatz auf Groupebene mit
über 14 Prozent stark angestiegen. Diese Steigerungsraten werden wir nicht über
den gesamten Jahresverlauf fortsetzen. Hier spielen Basiseffekte durch
Modellwechsel, vor allem bei der BMW 3er Limousine und beim 3er Touring, eine
Rolle. Beide neuen Modelle waren im Januar und Februar starke Absatztreiber. Die
Vergleichsbasis aus dem Vorjahr ist jedoch relativ niedrig, da beide neuen
Modelle vor einem Jahr noch nicht verfügbar waren.
Zudem werden wir in diesem Jahr insgesamt weniger MINI Automobile ausliefern
können als 2005. So paradox es klingen mag, der Grund dafür liegt im anhaltend
großen Erfolg der Marke MINI. Um künftig mehr MINI Fahrzeuge für unsere Kunden
bauen zu können, erweitern wir die Produktionskapazitäten im MINI Werk Oxford.
Da wir im Werk Oxford sieben Tage in der Woche fertigen, müssen wir für den
Umbau die Produktion unterbrechen und haben keine Möglichkeit die
Produktionsausfälle anderweitig zu kompensieren. Mit diesen Maßnahmen legen wir
jedoch die Grundlagen für die Erweiterung der MINI Familie und weiteres Wachstum
von MINI in der Zukunft.
Aber: Insgesamt ändert dies nichts an unserem Ziel, in diesem Jahr einen neuen
Spitzenwert beim Absatz zu erreichen. Wir wollen damit unsere Position als
führender Premiumhersteller der Welt festigen und ausbauen.
Dazu setzen wir die Produkt- und Marktoffensive mit Nachdruck fort, indem wir
unsere Produktpalette gezielt erweitern und systematisch neue Märkte und
Segmente erschließen.
Die Ergebnisentwicklung des Unternehmens wird auch im Geschäftsjahr 2006 von den
bestehenden externen Faktoren – den Währungseffekten und den hohen
Rohstoffpreisen – gedämpft. Diese Effekte werden jedoch weniger stark wirken als
im Vorjahr. Positive Ergebnisbeiträge werden wir 2006 aus Absatzwachstum und
Mixverbesserungen realisieren. Gleichzeitig führen wir unsere kontinuierlichen
Maßnahmen zur Steigerung von Effizienz und Produktivität fort.
Unter der Voraussetzung, dass aus der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung
keine zusätzlichen negativen Effekte entstehen, ist es unser Ziel, im
Geschäftsjahr 2006 auf Konzernebene ein Ergebnis vor Steuern von 4 Milliarden
Euro nach rund 3,28 Milliarden Euro im Jahr 2005 zu erzielen. Darin sind
natürlich die positiven Effekte aus der Rolls-Royce Umtauschanleihe von bisher
350 Millionen Euro enthalten. Damit soll 2006 nicht nur beim Absatz, sondern
auch operativ im Ergebnis das beste Jahr der Unternehmensgeschichte werden.
In den Folgejahren wird die BMW Group ihren profitablen Wachstumskurs fortführen
und weiter eine im Branchenvergleich überdurchschnittliche Rendite erzielen.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Quelle: BMW Presse-Information vom 15.03.2006
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