07.02.2005
BMW ruft 21.500 Diesel-Fahrzeuge in die Werkstätten
Zulieferer Bosch hat Problem mit Einspritzpumpen inzwischen gelöst
München. Aufgrund von gravierenden Schwierigkeiten mit der
Dieseleinspritzpumpe beim Stuttgarter Zulieferer Bosch müssen allein in
Deutschland 6.000 BMW Dieselmodelle, darunter auch Modelle der 7er-Reihe, zurück
in die Werkstatt.
Betroffen sind Fahrzeuge der 3er, 5er, 7er, X3 und X5-Reihe mit
Sechszylinder-Diesel-Motoren. Zunächst war von 13.000 Autos weltweit gesprochen
worden, die BMW zurückrufen müsste. Eine genauere Untersuchung ergab schließlich
die höhere Zahl an betroffenen Fahrzeugen.
Aufgrund der Probleme beim Zulieferer Bosch wird die Produktion im BMW-Werk
Dingolfing über Fasching länger gestoppt als geplant. Statt der üblichen zwei
Tage, werden die Bänder nun fünf Tage still stehen.
Panke: Bosch in Regress nehmen
Welchen finanziellen Schaden diese Angelegenheit nach sich zieht, kann noch
nicht beziffert werden, teilte ein BMW-Unternehmenssprecher mit. Experten
rechnen mit einem zweistelligen Millionen-Betrag.
Zunächst müssten nun die Fahrzeuge umgerüstet werden, "dann setzen wir uns
wieder hin und werden über die Kosten reden". Vorstandschef Panke denkt bereits
daran, Bosch wegen der Panne in Regress zu nehmen.
Bei Mercedes angeblich sogar Umsatzrückgang durch Bosch-Fehler
Neben BMW sind auch weitere Hersteller von der Diesel-Panne bei Bosch
betroffen. So musste auch Mercedes seine Produktion drosseln. Das Absatzminus
von 12,1% im Januar 2005 wird prompt auf dieses Problem zurückgeführt (BMW
schaffte übrigens trotz der Schwierigkeiten ein
Umsatzplus von 10% im Januar 2005). Bei VW ist derweil nur der Phaeton durch
die Bosch-Panne betroffen.
Bosch: "Wir betrachten das Problem als gelöst."
In der Zwischenzeit hat Bosch die Probleme mit der Einspritzpumpe in den
Griff bekommen und die Fertigung nach eigenen Angaben wieder voll aufgenommen.
Um den Produktionsrückstand aufzuholen, werden nun rund um die Uhr alle
Fertigungskapazitäten eingesetzt, teilte ein Bosch-Sprecher am vergangenen
Freitag (04.02.05) mit.
Als Grund für die Schwierigkeiten wurde die Teflon-Beschichtung an
zugelieferten Lagerbuchsen genannt, die sich bei Belastungsproben offenbarten.
Der Fertigungsstandard sei aber nun wieder hergestellt um im Dauerlauftest
nachgewiesen worden.
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