15.12.2005
BMW Group Filmtipp. Kurzfilme aus Osteuropa.
München. Viel von dem, was im bulgarischen Sofia, im estnischen Talinn
oder im serbisch-montenegrinischen Belgrad an nationalen Produktionen auf dem
Spielplan steht, findet selten den Sprung in die westlichen Kinos. Um die
innovativen Impulse auch ins deutsche Kino einfließen zu lassen, initiierte
Nikolaj Nikitin, künstlerischer Leiter des Projekts und Osteuropadelegierter der
Berliner Filmfestspiele, die länderübergreifende Koproduktion "Lost and Found -
Six Glances at a Generation". In dieser abendfüllenden Kurzfilm-Kompilation
zeigen sechs junge Filmemacher aus dem östlichen Europa - alle aufstrebende
Talente ihrer Heimatländer - ihre Beiträge zum Thema "Generation".
Lost
and Found - Six Glances at a Generation: Film aus Rumänien "Das Mädchen und der
Truthahn"
"Lost and Found" schaffte es auf den hervorragenden Platz des Eröffnungsfilms
des 35. Internationalen Forums des Jungen Films bei den Berliner Filmfestspielen
2005 und wurde danach auf über 40 Festivals etwa in Schweden oder
Großbritannien, Russland, der Türkei, in Taiwan oder Süd-Korea mit großem Erfolg
bei Kritik wie Publikum gezeigt. Ab 12. Januar 2006 kommt der Film in die
deutschen Kinos, und zwar in Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt, Leipzig,
Stuttgart und München. Dazu gibt es eine Premieren-Tournee mit den Regisseuren
Nadejda Koseva aus Bulgarien, Jasmila Zbanic aus Bosnien-Herzegowina und Stefan
Arsenijeciv aus Serbien-Montenegro. Sie sind am 9. Januar 2006 in Hamburg, am
10. Januar in Köln, am 11. Januar in Stuttgart, am 12. Januar in Frankfurt , am
13. Januar in Berlin und am 18. Januar in München für ein persönliches Treffen
anwesend.
Die BMW Group unterstützte das Filmprojekt gemeinsam mit Bavaria Film
International, der Kulturstiftung des Bundes relations und Icon Film. Die
Premiere von "Lost and Found" auf der Berlinale war der erfolgreiche
Festivalstart Projektes . Die BMW Group förderte die Screenings des Films bei
den nationalen Filmfestivals der beteiligten Länder Serbien/ Montenegro,
Bulgarien, Estland, Ungarn, Rumänien und Bosnien-Herzegowina.
Die einzelnen Kurzfilme
Nadejda Koseva aus Bulgarien behandelt in "Das Ritual" auf unterhaltsame
Weise das Thema "Ost-West-Migration". Während die Eltern in Bulgarien auf dem
Land eine traditionelle Hochzeitsfeier ausrichten, nimmt das Brautpaar auf eine
ganz eigene Weise daran teil.
Foto:
Berlinale 2005, “Lost and Found”: künstlerischer Leiter
Nikolaj Nikitin, Nadejda Koseva (Bulgarien), Kornél Mundruczó (Ungarn),
Produzent Herbert Schwering, Stefan Arsenijevic (Serbien-Montenegro)
Der Rumäne Cristian Mungiu arbeitete etwa für Bertrand Tavernier oder Dennis
Hopper, gewann 1998 mit seinem Kurzfilm "Mina Lui Paulista" den Oscar für den
besten Studentenfilm und schuf mit seinem Leinwanddebüt "Occident" einen
rumänischen Blockbuster. In "Das Mädchen und der Truthahn" erzählt er den
rührenden Gewissenskonflikt der jungen Tatjana. Sie soll vom Land in die
Hauptstadt Bukarest fahren, um dem Arzt als Bezahlung für die Operation ihrer
schwer kranken Mutter ihren geliebten Truthahn zu überreichen.
Jasmila Zbanic aus Bosnien-Herzegowina zeigt in "Geburtstag" einen
Dokumentarfilm. Djuna und Ines sind beide am 9. November 1993 in Mostar geboren,
dem Tag, als die berühmte Brücke, die den christlichen Ostteil der Stadt mit dem
muslimischen Westteil verbindet, geschliffen wurde. Sie haben sich noch nie
getroffen, der Fluss Neretva trennt ihre beiden Stadtteile voneinander. Bei der
Einweihungsfeier für die rekonstruierte Brücke im Jahr 2004 sollen sich die
beiden Mädchen kennen lernen.
Der Ungar Kornél Mundruzcó erhielt 2001 für seinen Kurzfilm "Afta - Day after
Day" insgesamt 14 internationale Preise. 2002 wurde sein erster Kinolangfilm "Pleasant
Days" in Locarno mit dem Silbernen Leoparden ausgezeichnet. In "Ein kurzer
Moment der Stille" zeigt er einen Selbstmord-Therapeuten, der nach dem Tod der
Mutter seine Schwester wieder trifft. Die beiden müssen sich ihrer inzestuösen
Vergangenheit stellen.
Stefan Arsenijevic aus Serbien/Montenegro hat im Jahr 2003 für "(A)Torsion"
eine Oscar-Nominierung als bester Kurzfilm erhalten und wurde bei der Berlinale
2003 mit dem Goldenen Kurzfilm-Bären ausgezeichnet. In "Wunderbare Vera"
präsentiert er die gleichnamige Straßenbahnschaffnerin, die genug von ihrer
privaten Misere hat, kurzerhand die Bahn entführt und so unerwartet ihr Glück
findet.
Foto:
"Lost and Found - Six Glances at a Generation"
Osteuropäisches Kurzfilm Projekt unterstützt von der BMW Group
Dramaturgisch verbunden werden diese fünf Kurzfilme durch die eigenständige
Animation des estischen Regisseurs Mait Laas, der 2001 mit seiner Kurzanimation
"The Way To Nirvana" den Grand Prix des Oberhausener Kurzfilm Festivals sowie
den Prix d'Animation auf dem 20. Festival International du Film d'Environnement
2002 in Frankreich gewann. In Gene + Ratio will ein Architekt seiner Frau bei
der Geburt des Kindes beistehen und gerät dabei auf eine wunderbare Reise.
Wer sich an den Bildern und Erzählstrukturen Hollywoods satt gesehen hat,
kommt bei "Lost and Found" sicher auf seine Kosten: Hier gibt es berührende
Geschichten in der Tradition des magischen Realismus, politische Fragestellungen
oder tragikomischen Humor.
Weitere Informationen zurm Film finden sich im Internet unter
www.lostandfound-derfilm.de
Quelle: BMW Presse-Mitteilung vom 14.12.05
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