22.10.2008
Aktive und passive Sicherheit bei der BMW Group.
„Höchster Anspruch an Sicherheit ist für einen Premiumhersteller
selbstverständlich. Was unsere Fahrzeuge auszeichnet, ist der gesamtheitliche
Ansatz unseres Sicherheitskonzepts.“ So erklärt Klaus Kompaß, Leiter der
Fahrzeugsicherheit, die Philosophie der BMW Group.
Sicherheitskonzepte basieren bei der BMW Group zunächst immer auf der
Realität. Deshalb befassen sich Experten der BMW Group Unfallforschung jedes
Jahr mit einer Vielzahl realer Unfälle, arbeiten dabei interdisziplinär mit
Biomechanikern, Unfallärzten und Traumatologen in Deutschland und den USA
zusammen und teilen ihre Erkenntnisse mit den Forschern und Entwicklern im
eigenen Haus. Die Ergebnisse fließen direkt in neue Konzepte für aktive und
passive Sicherheitsmaßnahmen ein. Und hier kommt der zweite Aspekt der BMW Group
Sicherheitsphilosophie zum Tragen. Sicherheit beginnt bei der Freude am Fahren,
also schon weit vor einem möglichen Unfall. Denn der beste Unfall ist der, der
gar nicht erst passiert. Und das Konzept endet erst weit nach dem Unfall.

Die BMW Group hat der Sicherheit im Straßenverkehr schon immer eine
bedeutende Rolle eingeräumt. Bis heute gibt es weltweit kein einziges
Sicherheitssystem in Serienautos, das die BMW Group nicht auch erforscht oder
entwickelt hätte, oft sogar in der Rolle eines Pioniers wie bei den Kopfairbags.
Außergewöhnlich ist dabei der integrale Ansatz, der aus präziser Fahrdynamik,
gezielter Fahrerunterstützung und optimalem Insassenschutz ein Gesamtpaket
schnürt mit einem sehr ehrgeizigen Ziel: ein Maximum an Sicherheit.
BMW Group Sicherheit beginnt beim Fahrwerk.
In keiner Statistik erscheinen diejenigen Unfälle, die gar nicht erst
passieren. Auch in normalen Fahrsituationen kommen immer wieder Ereignisse oder
Konstellationen zustande, die potentiell unfallgefährlich sind. Sei es durch
Fehleinschätzungen, Unübersichtlichkeit oder widrige Verhältnisse. In einem
Fahrzeug der BMW Group können Sie diesen Situationen gelassen entgegen blicken.
Ein BMW oder MINI verhält sich auch in Ausnahmesituationen so, wie es der Fahrer
aus dem Alltag kennt.
Sicheres und souveränes Fahrverhalten sind die Entwicklungsziele der
Fahrwerksingenieure. Auf dieser Grundlage entstehen Fahreigenschaften, die
Mühelosigkeit und vorbildliche aktive Sicherheit verbinden. Der Fahrer kann
Fahrdynamik optimal beherrschen und Fahrstabilität sicher erleben. Regelsysteme
unterstützen dabei gerade in besonders fahrdynamischen Situationen.

Im Grenzbereich greifen Fahrwerksregelsysteme aktiv ein und helfen, die
Stabilität des Fahrzeugs zu erhalten oder schneller wieder herzustellen – auch
bei widrigen Fahrbahnbeschaffenheiten. Die Dynamische Stabilitäts Control (DSC)
verhindert ein Ausbrechen des Fahrzeugs etwa bei abrupten Ausweichmanövern durch
gezieltes Abbremsen einzelner Räder. Der BMW Allradantrieb xDrive unterbindet
durch einen dosierten Bremseneingriff mit Drehmomentausgleich Untersteuern schon
im Ansatz. Das Auto liegt noch sicherer in der Kurve. Dynamic Performance
Control und Dynamic Drive sind weitere Systeme, welche die Lenkpräzision und
Spurstabilität erhöhen.
Der Beitrag dieser Systeme zur Sicherheit steigt dann überproportional, wenn
sie miteinander verknüpft werden. Ein Beispiel: Im neuen BMW 7er ist die
Aktivlenkung mit den Sensoren der DSC verbunden. Beim Bremsen auf
uneinheitlichem Untergrund wirkt diese intelligente Technologie dem Ausbrechen
des Fahrzeugs mit einem gezielten Lenkeingriff entgegen.
Faktor Mensch – gezielte Unterstützung und erhöhte Souveränität.
Abgeleitet aus der amtlichen Statistik sind annähernd 99 Prozent der Unfälle
in menschlichem Fehlverhalten begründet. Um Unfälle schon im Ansatz zu
verhindern, gilt es, den Fahrer bei seiner Fahraufgabe zu unterstützen. Hierfür
kommen Fahrerassistenzsysteme zum Einsatz. Diese leisten bereits heute einen
wichtigen Beitrag zur aktiven Sicherheit, d. h. zur Unfallvermeidung. Während
die Möglichkeiten der passiven Sicherheit auf hohem Niveau angelangt sind, liegt
hier noch großes Entwicklungspotenzial.

Fahrerassistenzsysteme entlasten von unangenehmen Aufgaben, steigern die
Souveränität des Fahrers, indem sie informieren oder auch warnen, und helfen bei
Entscheidungen.
Die aktive Geschwindigkeitsregelung mit Stop & Go Funktion, kurz ACC Stop &
Go, hält beispielsweise nicht nur den gewünschten Abstand zum Vorderfahrzeug,
sondern regelt im dichten Verkehr die Geschwindigkeit bis zum Stillstand.
Zusätzlich bietet sie eine Auffahrwarnung, optische und akustische Signale
fordern den Fahrer zu einem Bremseingriff auf, wenn z. B. das vorausfahrende
Auto sehr stark verzögert. Gleichzeitig wird das Fahrzeug in Bremsbereitschaft
versetzt. Die Folge: ein kürzerer Bremsweg und im besten Fall ein Unfall
weniger.
ACC Stop & Go ist nur eines von zahlreichen Assistenzsystemen, die die BMW
Group ihren Kunden anbietet. Weitere Beispiele:
- Die Spurwechselwarnung warnt optisch und haptisch vor Fahrzeugen im toten
Winkel.
- Die Spurverlassenswarnung erkennt unbeabsichtigte Kursabweichungen und gibt am
Lenkrad eine unmissverständliche Rückmeldung.
Andere Assistenzsysteme leisten ihren Beitrag zur so genannten
Wahrnehmungssicherheit, das bedeutet mehr Information und Vorausschau für den
Fahrer. Dazu zählen unter anderem:
- Die weltweit erstmalig im BMW 7er eingeführte Speed-Limit-Anzeige, die
jederzeit und aktuell über die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der aktuell
befahrenen Strecke informiert.
- Das neue BMW Night Vision mit Personenerkennung bietet präventiven
Fußgängerschutz, indem es auf bis zu 300 Meter Entfernung Menschen erkennt und
den Fahrer vor gefährlichen Situationen warnt. Schließlich ereignen sich weit
über 50 % der tödlichen Unfälle mit Fußgängern bei Nacht oder in der Dämmerung
(Quelle: DESTATIS).
- Das Head-up-Display gibt fahrrelevante Informationen im direkten Sichtfeld des
Fahrers. Es minimiert damit Blickabwendungen von der Straße und erhöht so die
Sicherheit.
- Adaptives Kurvenlicht, die variable Lichtverteilung, Abbiegelicht,
automatische Fahrlichtsteuerung und Fernlichtassistent bilden ein einzigartiges
Lichtpaket, das auch bei Nacht, Nebel und Unwetter für eine optimale
Ausleuchtung der Fahrspur sorgt – ohne Andere zu blenden.
- Die Rückfahrkamera erleichtert ebenso wie die Park Distance Control Einparken
und Rangieren.
- Im neuen BMW 7er wird das Sicherheitspaket noch um die Funktion Side View
ergänzt. Diese ermöglicht ein Erkennen des Querverkehrs an unübersichtlichen
Einmündungen.
Auch mit allen unterstützenden Systemen bleibt das leistungsfähigste Element
im Fahrzeug der Mensch. Und da Übung bekanntlich den Meister macht, sorgt die
BMW Group auch hierfür: mit BMW Fahrer-Trainings und dem MINI Driver Training.
Im Fall des Falles werden Millisekunden entscheidend.
Gerade die wenigen Sekunden kurz vor einem unvermeidlichen Zusammen - stoß
können – wenn sie richtig genutzt werden – Leben retten. Beim BMW Group Konzept
der integralen Sicherheit greifen die Bereiche der aktiven und der passiven
Sicherheit ineinander und kommen kurz vor einem Aufprall voll zum Tragen.
Assistenzsysteme, die den Fahrer informieren und warnen, veranlassen zum
richtigen Handeln, z. B. fordert die Auffahrwarnung zum Bremsen auf.
Gleichzeitig wird die dynamische Brems-Control aktiv. Fahrwerksregelsysteme
stabilisieren das Fahrzeug und können gefährliche Überschläge verhindern.

Dynamische
Stabilitätskontrolle (DSC)
Die Sensoren liefern wertvolle Informationen um die passiven
Sicherheitssysteme vorzukonditionieren. So strafft beispielsweise der
elektromotorische Aufroller den Gurt und sorgt schon zu diesem Zeitpunkt für
optimalen Rückhalt. In der perfekten Abstimmung dieser Abläufe liegt die hohe
Kunst der Sicherheitsexperten der BMW Group. Denn hierdurch werden die
entscheidenden Millisekunden gewonnen. Ziel aller dieser Maßnahmen: die
Unfallschwere – wenn der Unfall schon nicht zu verhindern war – soweit wie
möglich zu verringern.
Die Folgen eines Unfalls zu reduzieren – das ist die Definition der passiven
Sicherheit. Sichere Fahrgastzelle, Karosseriestrukturen mit definierten
Crashzonen und optimierte Rückhaltesysteme sind die Grundpfeiler jedes
Sicherheitskonzepts. Für die BMW Group ist ein optimales passives
Sicherheitskonzept selbstverständlich. Dreipunktgurte auf allen Sitzplätzen,
sechs Airbags serienmäßig und eine solide Karosseriestruktur mit speziellen
Deformationselementen gehören deshalb heute zu jedem Fahrzeugkonzept.

BMW X5 Antriebs- und
Abgasstrang mit Motor, xDrive Verteilergetriebe, AdaptiveDrive und Aktivlenkung
Um auch für die zukünftigen Anforderungen bestens gerüstet zu sein, hat die
BMW Group in den letzten Jahren konsequent ihre Versuchseinrichtungen ausgebaut
und erneuert. In den sogenannten Crashanlagen werden alle Fahrzeuge nicht nur
nach den gesetzlichen Anforderungen getestet, sondern sie müssen auch dem
deutlichen höheren BMW Group Anspruch genügen: tägliche Sicherheit im realen
Verkehrsgeschehen auf den Straßen der Welt.
Selbst nach dem Unfall endet das Sicherheitskonzept noch nicht: die
Aktivierung der Warnblinkanlage und der Innenbeleuchtung warnt andere
Verkehrsteilnehmer und verbessert die Rettungsmöglichkeiten. Das Auslösen der
Sicherheitsbatterieklemme senkt die Brandgefahr. Und je nach Fahrzeugausstattung
wird parallel über den automatischen Notruf die Rettungsleitstelle alarmiert und
mit wichtigen Informationen zur Unfallschwere versorgt.
Eine derartige Sicherheitsphilosophie umzusetzen, fordert hohes Engagement
aller Beteiligten bei der BMW Group. Deshalb sind es jedes Mal ganz besondere
Momente, wenn die Ingenieure Post erhalten wie diese aus der Ukraine mit dem
Betreff „Dankeschön an das ganze BMW Team“. Der BMW Kunde schrieb nach einem
Frontalzusammenstoß bei hoher Geschwindigkeit noch aus dem Krankenhaus:
„Aufgrund Ihres Autos habe ich überlebt, und dafür muss ich noch mal meinen Dank
aussprechen.“
Quelle: BMW Presse-Mitteilung vom 22.10.2008
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