08.05.2008
88. ordentliche BMW-Hauptversammlung: Rede Dr. Reithofer
- Es gilt das gesprochene Wort -
Bericht
Dr. Norbert Reithofer
Vorsitzender des Vorstands der BMW AG
88. ordentl. Hauptversammlung der BMW AG
München, Olympiahalle, 8. Mai 2008, 10 Uhr
Sehr geehrte Aktionäre und Aktionärsvertreter,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
verehrte Ehrengäste,
verehrte Gäste,
herzlich willkommen zur 88. ordentlichen Hauptversammlung der BMW AG – auch
im Namen meiner Vorstandskollegen! Ich begrüße ebenso alle Zuschauer, die diese
Veranstaltung über das Internet verfolgen.
Das Herz der BMW Group schlägt seit über 90 Jahren in München. Wir sind ein
bayerisches Unternehmen. Ein deutscher Konzern, international aufgestellt, ein
global player im Premiumsegment des Automobils. Das ist unsere Philosophie.
Darum haben wir hier am Stammsitz in München dieses Ensemble aus
Vierzylinder-Hochhaus, BMW Werk, der neuen BMW Welt und ab 19. Juni mit einem
renovierten BMW Museum wachsen lassen. Die BMW Welt ist das Markenschaufenster
der Marke BMW – und was für eine Marke! BMW ist unter allen Marken dieser Welt
die wertvollste Marke in Deutschland – so die Analyse des
Marktforschungsinstituts Millward Brown. 28 Milliarden Dollar ist ihr
geschätzter Marktwert. Eine stolze Zahl.
Unsere BMW Welt – drei Grundsätze stehen dafür:
Wir investieren in unsere Marken.
Wir stellen den Kunden in den Mittelpunkt.
Wir gestalten aktiv unsere Zukunft!
Wir können das,
- weil wir auf unserer Geschichte und Kultur aufbauen
- weil wir mit BMW, MINI und Rolls-Royce drei weltweit bekannte und begehrte
Premiummarken besitzen
- weil wir die Innovations- und Technologieführerschaft in unserer Branche haben
- weil wir eines der internationalsten Unternehmen in der Automobilindustrie
sind
- weil wir über eine grundsolide finanzielle Basis verfügen
- weil wir unabhängig sind und unabhängig bleiben wollen.
Das gibt uns Selbstvertrauen, die Erfolgsgeschichte der BMW Group weiter
fortzuschreiben – Ihres Unternehmens, verehrte Aktionäre.
Apropos Geschichte: Das Automobil wurde vor rund 120 Jahren in Deutschland
erfunden. Nicht von uns. Aber das ist ohnehin Geschichte. Wir haben die
Entwicklung des Automobils geprägt – über Jahre und Jahrzehnte. Entscheidende
zukunftsweisende Innovationen kamen und kommen aus dem Hause BMW, stammen von
exzellenten Ingenieuren der BMW Group. So viel zur Geschichte.
Die Welt hat sich verändert. Und die BMW Group muss sich verändern. Darum haben
wir eine Strategie entworfen, die das Unternehmen fit macht für die Zukunft.
Individuelle Mobilität bleibt ein Megatrend der Zukunft.
- Wir passen die Freude am Fahren an die Anforderungen des 21. Jahrhunderts an.
- Wir erarbeiten tragfähige Lösungen für die zentralen Zukunftsfragen.
- Wir tun das selbst und verantwortungsvoll. Uns muss niemand treiben.
Dabei sind wir gut unterwegs wie unsere Leistungen im Geschäftsjahr 2007
belegen. 2007 war für die BMW Group ein gutes Geschäftsjahr.
Ich möchte Ihnen die wesentlichen Eckdaten für 2007 darstellen:
- Geschäftsfeld Automobile: Kein anderer Premiumhersteller konnte 2007 mehr
Kunden überzeugen als wir. BMW, MINI und Rolls-Royce – alle unsere drei Marken
erzielten 2007 neue Höchstwerte. Zum ersten Mal in der Geschichte des
Unternehmens haben wir auf Group-Ebene mehr als 1,5 Millionen Fahrzeuge
verkauft. Damit haben wir uns gegenüber dem Vorjahr um 9,2 Prozent gesteigert.
- Geschäftsfeld Motorräder: Über 102.000 BMW Motorräder gingen im vergangenen
Jahr an Kunden. Damit wurde der Absatz gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Prozent
gesteigert.
- Geschäftsfeld Finanzdienstleistungen: Hier hat die Anzahl der betreuten
Finanzierungs- und Leasingverträge mit Händlern und Endkunden zum Jahresende um
15,8 Prozent auf über 2,6 Millionen zugenommen. Das Geschäftfeld hat sich weiter
dynamisch entwickelt.
Zum finanziellen Resultat:
Wir haben unsere Ziele erreicht.
Wir haben gehalten, was wir versprochen haben.
- Der Umsatz des Konzerns hat erstmals die 50 Milliarden Euro Marke
überschritten. Er stieg um 14,3 Prozent auf 56 Milliarden Euro.
- Ergebnis vor Steuern: Das Konzernergebnis lag mit 3,87 Milliarden Euro um 6,1
Prozent unter dem Rekordwert des Vorjahres. Wie Sie wissen, beinhaltete das
Ergebnis 2006 einen positiven Sondereffekt aus der Umtauschanleihe auf die von
der BMW AG gehaltenen Anteile an der Rolls-Royce plc, London. Bereinigt um
diesen Effekt haben wir 2007 ein Ergebnis vor Steuern über dem Niveau des
Vorjahres erzielt.
- Jahresüberschuss: Das Nettoergebnis übertraf erstmals die Grenze von 3
Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 9 Prozent im Vergleich zum
Vorjahr. Allerdings haben wir dabei einmalig auch von einem niedrigen Steuersatz
durch die Unternehmenssteuerreform profitiert.
- Auch die Rendite auf das eingesetzte Kapital im Segment Automobile haben wir
gesteigert.
Noch einmal: Wir haben unsere Ziele erreicht.
Wir haben gehalten, was wir versprochen haben. Dahinter steht der persönliche
Einsatz, die Motivation und Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiter und
Führungskräfte. Für die erbrachte Leistung im Geschäftsjahr 2007 möchte ich
jedem einzelnen unserer 107.539 Mitarbeiter danken. Unsere Leistung im
Geschäftsjahr 2007 haben wir in einem Umfeld erzielt, das alles andere als
einfach war.
Kraftstoff ist teuer geworden. Wir kennen das in Europa. Für die Amerikaner ist
es ein neues Gefühl. Die Tankstelle hat zunehmend Einfluss auf
Kaufentscheidungen. Metalle und Edelmetalle und nicht zuletzt die Energie sind
teurer geworden. Das beeinflusst die Herstellkosten.
Ein Beispiel: In unseren Fahrzeugen verbauen wir pro Jahr über 360.000 Tonnen
Stahl. Wir fertigen Jahr für Jahr mehr Fahrzeuge. Das heißt, mehr Stahl – zu
immer höheren Preisen.
Insgesamt summierten sich die Belastungen aus höheren Rohstoffpreisen 2007 auf
zusätzliche 288 Millionen Euro. Das sind noch einmal rund 110 Millionen Euro
mehr als 2006. Für den größten Gegenwind sorgte die Währungsseite, vor allem
beim US-Dollar und japanischen Yen.
Im Jahresverlauf 2007 verlor der US Dollar gegenüber dem Euro um fast 10 Prozent
an Wert. Mit über 500 Millionen Euro liegt die zusätzliche Belastung auf der
Währungsseite zwar deutlich unter dem Vorjahreswert. Dennoch haben wir es
unverändert mit einer massiven Größenordnung zu tun.
Auch dazu ein Beispiel:
Anfang 2002 haben wir in den USA für einen verkauften BMW 5er zum Preis von
50.000 Dollar umgerechnet einen Erlös von 55.000 Euro erzielt. Damals notierte
der Dollar noch höher als der Euro. Wenn wir heute in den USA einen 5er für
50.000 Dollar verkaufen, dann kommen bei uns nur noch 32.000 Euro an.
Das bedeutet: Wir bekommen für ein besseres Produkt und eine bessere Leistung
heute 23.000 Euro weniger. In sechs Jahren sind das rund 40 Prozent weniger
Erlös – allein wegen schlechterer Wechselkurse. Dass die Rohstoffpreise
tendenziell steigen und der Dollar fallen würde – damit konnte man durchaus
rechnen. Das Ausmaß dieser Entwicklungen war jedoch so nicht vorhersehbar –
nicht einmal von den Finanzinstituten.
Natürlich trifft das Thema Wechselkurse auch andere Hersteller. Nur: Unsere
Autos werden von den Kunden in den USA stärker nachgefragt als die unserer
deutschen Wettbewerber. So haben wir 2007 in den USA rund 86.000 Fahrzeuge mehr
als Mercedes und über 240.000 mehr als Audi abgesetzt.
Unsere starke Präsenz in den USA hat sich für uns immer ausgezahlt. Und sie
bleibt auf lange Sicht ein strategischer Vorteil. Wer in unserer Branche
weltweit anerkannt und erfolgreich sein will, der muss auf dem größten
Automobilmarkt der Welt präsent sein. Unter dem Strich hatten wir 2007
zusätzliche Belastungen aus Rohstoffen und Währungen in Höhe von 800 Millionen
Euro zu stemmen. Das entspricht fast 20 Prozent des EBIT von 2006. Wir haben
diese Belastungen kompensiert und unser Ergebnis gesteigert. Ich sage Ihnen,
meine Damen und Herren:
Dazu ist nur ein operativ starkes Unternehmen in der Lage.
Sie sind die Eigentümer dieses operativ starken Unternehmens. Sie sollen zu
Recht an unserem Erfolg im Geschäftsjahr 2007 teilhaben. Für Sie als Aktionäre
stehen zwei Themen im Vordergrund: Die Dividende und der Aktienkurs. An beiden
Themen arbeiten wir intensiv.
Mit unserer Strategie Number ONE steigern wir die Wertorientierung des
Unternehmens. Die Strategie dient damit Ihrem Interesse als Aktionäre.
Für das Geschäftsjahr 2007 wollen wir die Dividende deutlich erhöhen.
So schlagen Ihnen Vorstand und Aufsichtsrat heute eine Dividende von 1,06 Euro
je Stammaktie vor. Das ist ein Plus von 51,4 Prozent. Für die Vorzugsaktie
schlagen wir Ihnen eine Dividende von je 1,08 Euro vor. Das ist eine Steigerung
von 50 Prozent.
Damit werden wir für das Geschäftsjahr 2007 eine Dividende von insgesamt 694
Millionen Euro an Sie ausschütten. Bezogen auf den Jahresüberschuss des Konzerns
entspricht dies einer Ausschüttungsquote von 22 Prozent im Vergleich zu 16
Prozent im Vorjahr. Natürlich profitieren auch viele unserer Mitarbeiter über
das Vorzugsaktienprogramm von der erhöhten Dividende.
Für uns ist diese Dividendenerhöhung ein erster Schritt.
Sie, meine Damen und Herren, sollen auch in Zukunft unmittelbar und angemessen
von der erfolgreichen Geschäftsentwicklung der BMW Group profitieren.
Das zweite für Sie wichtige Thema:
Die Performance unserer Aktie im vergangenen Jahr war keine Erfolgsstory. Das
wissen wir. Und das werden Sie in Ihren Beiträgen sicher gleich ansprechen.
Am letzten Handelstag 2007 notierte die BMW Stammaktie 2,7 Prozent niedriger als
zum Ende des Vorjahres. In den ersten vier Monaten 2008 ging sie gegenüber Ende
2007 noch einmal um rund 15 Prozent zurück. Auch der Vorstand ist mit der
Entwicklung des Aktienkurses nicht zufrieden. Wir wissen: Wir haben es selbst
ein gutes Stück in der Hand, dass Investoren wieder größeres Kurspotenzial in
der BMW Aktie sehen. Wir müssen, wir wollen und wir werden wieder profitabler
werden! Wer unsere Strategie kennt und weiß, was wir alles vorhaben, und wer
zudem in Betracht zieht, dass wir in der Vergangenheit unsere Ziele stets
erreicht haben – der kommt an der BMW Aktie nicht vorbei.
Die BMW Group und die Strategie Number ONE stehen für langfristige
Wertentwicklung. Auch die BMW Aktie ist ein langfristiger Wachstumswert.
Unser Ziel ist es, den Wert des Unternehmens zu steigern und unsere
Unabhängigkeit zu sichern. Allerdings: Das Umfeld verändert sich rasant. Die
gesamte Automobilindustrie steht am Beginn einer neuen Epoche.
Auf der Hauptversammlung im letzten Jahr hatte ich Ihnen fünf zentrale
Herausforderungen genannt:
- der intensive globale Wettbewerb und die zunehmende Konzentration in unserer
Branche
- die Verschiebung der Wachstumsregionen
- die Verknappung der fossilen Energieträger und die Notwendigkeit zur
Entwicklung alternativer Antriebsarten
- die demografische Entwicklung
- die Mobilität in wachsenden Mega-Metropolen.
Diese und viele weitere Herausforderungen haben wir im Rahmen unserer Strategie
in einer Umfeldanalyse unter die Lupe genommen. Insgesamt mehr als 200 Trends.
Wir wollen unsere Zukunft gestalten. Und wer das will, der muss sich mit der
Welt von Morgen befassen.
Mit der „Mobilität in Metropolen“ zum Beispiel. Hier treffen Grenzen
individueller Mobilität und Klimaschutz aufeinander. Was für eine
Herausforderung. Die Großstädte dieser Welt wachsen zu regelrechten Megacities
heran. Verkehrstechnisch laufen sie Gefahr, zu kollabieren:
- Seit 2006 leben weltweit mehr Menschen in der Stadt als auf dem Land. Der
Zustrom der Menschen in die Großstädte hält an. Schon heute gibt es in China
fast 100 Städte mit mehr als 1 Million Einwohnern.
- 1950 gab es weltweit nur zwei Großstädte mit über 10 Millionen Einwohnern auf
der Welt. Heute existieren über 20 solcher Megacities, übrigens nur vier davon
in Industrieländern.
- 2015 werden in und um Tokio nach Schätzung von Experten mehr als 36 Millionen
Menschen leben.
Sie sehen: Die Größe und Bevölkerungsdichte dieser Stadtgebiete drohen die
individuelle Mobilität ad absurdum zu führen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit
im Großraum Tokio beträgt heute nur 15 km. Da können Sie bequem aufs Fahrrad
umsteigen.
Ich sage das nicht ohne Grund: Für die BMW Group ist Japan der zweitgrößte Markt
in Asien, hinter den chinesischen Märkten China, Hongkong und Taiwan.
Wir haben ein Interesse daran, dass man auch im Großraum Tokio nicht Fahrrad,
sondern weiterhin unsere Fahrzeuge fährt.
Außerdem: Megacity ist nicht gleich Megacity.
Während in Los Angeles 2015 knapp 18 Millionen Menschen auf 14.000
Quadrat-Kilometern leben werden, sind es in Seoul fast 25 Millionen Menschen auf
nur 4.400 Quadrat-Kilometern. In Seoul ist mangelnder Platz ein Thema – in L.A.
eher nicht. In Peking wiederum ist die Luftqualität das Problem. Es wird daher
wohl keine Einheitslösung für Großstädte geben.
Fest steht: Der Verkehrssektor wird im Zuge der internationalen Bemühungen um
einen besseren Klimaschutz immer weiter reguliert.
Der CO2-Ausstoß von Automobilen wird zum wichtigen Kriterium:
- Immer mehr Staaten orientieren sich bei Zulassung und Steuern der Fahrzeuge an
CO2-Emissionswerten. In der EU passiert das bereits in 14 der 27
Mitgliedsstaaten. Dabei gibt es, plakativ gesagt, derzeit keine zwei Länder in
Europa, die Emissionen gleich besteuern. Wir haben in jedem Markt effiziente
Autos im Programm. Der BMW X5 und der neue X6 mit dem Drei-Liter-Dieselmotor
erfüllen zum Beispiel ohne Probleme die City-Maut in London.
- Zum anderen sind in den nächsten Jahren in unseren größten Absatzmärkten wie
der EU, den USA, China und Japan hohe gesetzliche Anforderungen an den
CO2-Ausstoß von Fahrzeugflotten zu erwarten.
Diese Herausforderungen sind schon heute im Fokus unserer Geschäfte und unseres
Handelns. Sie werden es noch viel stärker in der Zukunft sein. Vor diesem
Hintergrund steht für mich fest: Ein „Weiter-so-wie-bisher“ kann es nicht geben.
Wenn sich die Welt um uns herum verändert, müssen auch wir uns verändern.
Vorausschauendes Handeln war schon immer eine Grundmaxime bei der BMW Group.
2007 haben wir unsere Strategie erarbeitet und damit einen Meilenstein in
unserer Unternehmensgeschichte gesetzt.
Wir haben:
- erstens: die zentralen Herausforderungen adressiert
- zweitens: strategische Entscheidungen getroffen
- drittens: die Arbeit an konkreten Lösungen begonnen.
Dabei gehen wir unseren eigenen BMW typischen Weg.
Unsere Strategie besteht aus vier gleichberechtigten Säulen:
- Wachstum
- Zukunft gestalten
- Profitabilität
- Zugang zu Kunden und Technologien.
Zum Thema Profitabilität, verehrte Aktionäre, haben wir uns vorgenommen im Jahr
2012:
- eine Umsatzrendite von 8 bis 10 Prozent zu erzielen
- und damit einen Return on Capital Employed von mehr als 26 Prozent.
Bis 2012 – das sind in unserer Branche weniger als ein Modellzyklus. Außerdem:
Es ist in meinen Augen keine große unternehmerische Leistung, kurzfristig den
Gewinn zu maximieren und den Aktienkurs nur auf Basis von reinen Spekulationen
kurzfristig in die Höhe zu treiben. Wir wollen unsere Profitabilitätsziele bis
2012 durch operative Verbesserungen erreichen.
Wir sparen sechs Milliarden Euro gegenüber unseren bisherigen Planungen ein.
Zwei Drittel muss der Einkauf erbringen. Die Materialkosten stellen mit Abstand
den größten Kostenblock im Unternehmen dar.
Im neuen Vorstandsressort Einkauf- und Lieferantennetzwerk unter Leitung von Dr.
Diess bündeln wir die Verantwortung für Einkauf, Qualitätsmanagement, Logistik
und Komponentenfertigung sowie Kostenanalyse. Eine solche Einkaufskompetenz ist
in der Automobilindustrie einzigartig.
Klar ist auch: Wir werden weiterhin ein faires, partnerschaftliches Verhältnis
mit unseren Lieferanten pflegen.
Darüber hinaus senken wir unsere Kosten durch intelligente Lösungen:
- Wir reduzieren den Entwicklungsaufwand.
- Wir setzen verstärkt auf Baukästen bei Produkten und Antrieben.
- Wir treiben Innovationen voran, die für den Kunden spürbar und wichtig sind.
In allen anderen Fällen greifen wir auf standardisierte Lösungen zurück.
- Wo es Sinn macht, werden wir auch künftig Kooperationen in Betracht ziehen –
so wie wir es heute mit PSA bei Motoren für MINI tun.
All das hat Skaleneffekte und bringt geringere Kosten.
Effizienz, meine Damen und Herren, ist eine Voraussetzung dafür, dass wir
leistungsstark sind und uns gleichzeitig Spielräume für die Zukunftsaufgaben
verschaffen. Vorausschauendes Handeln ist kein Schönheitswettbewerb. Neben der
Kür gibt es die Pflicht – und die ist nicht immer populär. Im Rahmen der
strategischen Neuausrichtung haben wir auch die Personalkosten untersucht.
Jobabbau war bei der BMW Group seit Mitte der 90er Jahre kein Thema. Im
Gegenteil:
Wollen wir in der Zukunft bestehen, brauchen wir jedoch umfangreiche
Effizienzsteigerungen. Wir müssen schlanker werden – auch beim Personal.
Jeder Mitarbeiter wird seinen Beitrag leisten. Durch alle Hierarchiestufen haben
wir den erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteil für das Jahr 2007 auf dem
Niveau von 2006 eingefroren.
Bis Ende 2008 wollen wir weltweit 3.100 Stamm-Mitarbeiter abbauen, davon 2.500
in Deutschland. Bislang haben einige hundert Mitarbeiter Abfindungsverträge
unterschrieben – auf freiwilliger Basis.
Wenn wir jetzt die Belegschaft um etwa drei Prozent reduzieren, dann
beschäftigen wir nach wie vor rund 75 Prozent unserer Mitarbeiter hier in
Deutschland, während wir 80 Prozent unseres Umsatzes im Ausland erzielen.
Wir setzen weiterhin auf den Standort Deutschland.
Und: Die BMW Group ist einer der attraktivsten Arbeitgeber und wird es bleiben:
- Die Bezahlung unserer Mitarbeiter liegt im Wettbewerbsvergleich im oberen
Drittel.
- Wir beteiligen unsere Mitarbeiter weiterhin am Unternehmenserfolg. Mit
durchschnittlich 5.600 Euro pro Mitarbeiter für das Jahr 2007 sind wir im
Wettbewerbsvergleich an der absoluten Spitze. Das weiß unsere Konkurrenz. Das
wissen unsere Mitarbeiter. Das weiß auch der Betriebsrat.
Wir wollen nicht nur profitabler werden. Wir wollen mit unserer Strategie auch:
- weiter wachsen
- unsere Zukunft gestalten
- unseren Zugang zu Kunden und Technologien sichern.
Dazu bringen wir individuelle Mobilität und Klimaschutz in Einklang. Wie kein
anderer Automobilhersteller hat sich die BMW Group mit dem Thema Klimaschutz
auseinandergesetzt. Im Durchschnitt haben wir in den letzten Jahren mehrere
hundert Millionen Euro pro Jahr in umweltfreundliche Technologien investiert.
Wir haben früher und wir haben mehr in Forschung und Entwicklung investiert als
andere Premiumhersteller. Jetzt zahlen sich diese Investitionen aus.
Man hat uns, die Premiumhersteller viel kritisiert. Heute sind wir, die BMW
Group, Vorreiter effizienter Premiumautomobile. Das hätte uns keiner zugetraut.
Mit EfficientDynamics haben wir 2007 einen Quantensprung geschafft. Wir haben
unseren Flottendurchschnitt allein im Jahr 2007 um mehr als neun Prozent
gegenüber 2006 gesenkt. Das macht uns in unserer Industrie keiner nach.
Unser Vorteil: Wir sind innovativ. Wir reduzieren schon seit mehreren Jahren den
Verbrauch und die Emissionen unserer Fahrzeuge.
Gleichzeitig steigern wir die Leistungsfähigkeit. Wer einen BMW kauft, der
erwartet – bei aller Umweltdiskussion – ein dynamisches Fahrzeug. Und das
bekommt er von uns. Entscheidend ist: Dynamik und geringer Verbrauch schließen
sich nicht aus – jedenfalls nicht bei der BMW Group.
Die Kunden honorieren das: 2007 haben wir allein in Europa 450.000 Fahrzeuge mit
EfficientDynamics Maßnahmen verkauft.
Wir bieten Effizienz nicht als Sonderausstattung oder für einzelne
Symbolprodukte. EfficientDynamics ist unser Effizienzprogramm für die ganze
Flotte. Nur wer solche Stückzahlen bringt, kann den CO2-Durchschnitt seiner
Flotte nachhaltig senken.
In der Presse hatten wir im vergangenen Jahr eine Anzeige geschaltet mit dem
Satz: „Aus dem All betrachtet, ist die Erde weiß und blau. Das kann kein Zufall
sein.“ Dieser Slogan drückt für mich treffend aus, was wir mit EfficientDynamics
geschafft haben.
Heute haben wir die beste Technologie am Markt zur Senkung des CO2-Ausstoßes.
Wir haben Preise gewonnen:
- Den „Auto 1 Award“, über den 35 Millionen Leser von „autobild“ in ganz Europa
abstimmen.
- Den “Green Award” der Fachzeitschrift „CAR“ in Großbritannien.
- Den “Paul-Pietsch Preis” in Deutschland.
- In den USA wurde der BMW 118d zum „World Green Car of the Year“ gekürt.
Zudem hat der renommierte Environmental Defense Report bestätigt, dass BMW in
den USA bei der Reduzierung der CO2-Emissionen seiner Fahrzeugflotte von 1990
bis 2005 die mit Abstand größten Fortschritte aller in den USA vertretenen
Automobilhersteller erzielt hat. Und ich gebe gern zu: Als besonders angenehm
habe ich es empfunden, dass mir das „Grüne Lenkrad“ von Frau Künast von
Bündnis90/Die Grünen überreicht wurde.
Und noch eine Nachricht kann uns alle hier im Saal freuen:
Die BMW Group ist als einziges deutsches Unternehmen unter die innovativsten
Firmen der Welt auf Platz 14 gewählt worden. Das hat eine aktuelle Umfrage der
Boston Consulting Group unter 3.000 Führungskräften ergeben. In der Begründung
heißt es sinngemäß: Andere Automobilhersteller reden über effiziente
Antriebsformen. Die BMW Group hat die Technologien längst am Markt.
Aktuell befinden sich 22 BMW sowie 5 MINI Modelle im Programm, die weniger als
140 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren. In diesem Jahr wollen wir in Europa über
800.000 Fahrzeuge der Marken BMW und MINI mit EfficientDynamics Maßnahmen
verkaufen. Das wären fast doppelt so viele wie im Jahr 2007.
So entsteht eine klassische Win-Win-Situation:
- Für unsere Kunden bedeutet das: In diesem Jahr werden sie gegenüber 2006 150
Millionen Liter Kraftstoff einsparen.
- Für die Umwelt bedeutet das: Über 370.000 Tonnen weniger CO2. Man könnte es
auch so sehen: Würde man den von uns eingesparten Kraftstoff in Strom umwandeln,
könnte man mit dieser Strommenge 780.000 Menschen ein Jahr lang versorgen – also
zum Beispiel die Einwohner von Stuttgart, Ingolstadt und Wolfsburg zusammen.
Wir entfalten ökologische Breitenwirkung. Und wir stehen zur ACEA-Vereinbarung:
Wir werden den Flottenverbrauch unserer Neufahrzeuge in Europa von 1995 bis Ende
2008 um 25 Prozent gesenkt haben. Wir investieren weiterhin intelligent in
unsere Zukunft. Noch in diesem Jahr bringen wir zum ersten Mal unsere neue,
innovative Diesel-Technik in die USA.
BMW Advanced Diesel with BluePerformance erfüllt die besonders hohen
Anforderungen an die Senkung von Abgas-Emissionen in den USA. Wir werden unsere
Diesel-Fahrzeuge in allen 50 US-Bundesstaaten anbieten.
Unser Motor ist der sauberste Dieselmotor mit der sportlichsten und besten
Performance. Diesel hat Zukunft. Wenn nur ein Drittel der Autos und Light Trucks
in den USA mit Dieselmotoren ausgestattet wären, könnte man 1,4 Millionen Barrel
Rohöl pro Tag einsparen. Dies entspricht in etwa der Menge, die die USA pro Tag
aus Saudi Arabien importieren. Das hat die U.S. Organisation EPA errechnet.
Das ist viel Potenzial für den Umweltschutz – und Potenzial für BMW. Wir haben
die umweltfreundlichen, effizienten Premiumfahrzeuge, die die Amerikaner
brauchen. In der öffentlichen Wahrnehmung gilt heute der Hybrid als Mittel zur
Lösung der CO2-Problematik im Verkehrssektor. Hier haben unsere Kollegen von
Toyota in punkto Werbung viel Aufsehen erregt. Die Antwort von BMW ist die
nächste Entwicklungsstufe von EfficientDynamics ab 2009:
Der erste BMW Hybrid.
Auch als Innovationsführer muss man nicht immer als erster eine Lösung parat
haben. Wenn man jedoch mit einer Lösung in den Markt geht, dann muss es die
beste sein. Das ist zumindest unser Anspruch als Premiumhersteller. Unser Hybrid
ist ein ausgereifter Vollhybrid mit der gewohnten BMW typischen Freude am Fahren
und noch einmal 20 Prozent weniger Kraftstoff-Verbrauch.
Wie Sie wissen, haben wir unsere Hybrid-Technologie gemeinsam mit Daimler und GM
entwickelt. Auf der IAA im September haben wir das Konzept-Fahrzeug –
BMW Concept X6 ActiveHybrid – präsentiert. Es ist auch hier in der Olympiahalle
ausgestellt.
Wir gehen noch weiter:
Auf dem Genfer Automobilsalon haben wir den „BMW Vision EfficientDynamics“
vorgestellt – einen BMW X5, in dem wir erstmals ein Hybrid-Getriebe und einen
Vierzylinder-Dieselmotor miteinander kombiniert haben.
- Das Ergebnis: 6,5 Liter Diesel auf 100 Kilometer und 172 Gramm/km CO2.
- Die Botschaft: Man kann umweltbewusst handeln und trotzdem weiterhin große
SAVs fahren.
Langfristig halten wir Wasserstoff für eine wirklich nachhaltige
Mobilitäts-Lösung.
Hier ist BMW der absolute Vorreiter. Unsere Hydrogen7-Flotte besteht aus 100
Fahrzeugen. Politiker, Wirtschaftsvertreter und Künstler haben weltweit mit dem
Hydrogen7 schon 2,7 Millionen Kilometer zurückgelegt. Das entspricht 200
Erdumrundungen. Ich denke, dies belegt die Praxistauglichkeit dieser
Technologie.
Der Hydrogen7 zeigt, wohin unsere Reise geht:
Über Zwischenschritte zur völlig emissionsfreien Mobilität – ohne bürokratische
Regulierung, ohne unfairen Wettbewerb, ohne kurzatmigen Druck. BMW typisch eben.
Im Rahmen unserer Strategie prüfen wir weitere alternative Antriebsformen.
Noch in diesem Jahr werden wir über ein Elektroauto entscheiden. Heute würden
moderne Lithium-Ionen Batterien es erlauben, einen Elektroantrieb und Fahrfreude
zu verbinden. Aufgrund der limitierten Reichweite eignen sich solche Fahrzeuge
insbesondere für Ballungsräume. Neue Antriebs-Konzepte wie dieses bündeln wir in
einer neuen Organisationseinheit unter dem Namen „Project i“. Sie ist die
Denkfabrik für völlig neue Konzepte für nachhaltige Mobilität. Auch das ist
Klimaschutz à la BMW. Bei den heutigen Verbrennungsmotoren setzt die Physik aber
auch unseren Ingenieuren Grenzen. Allein durch technologische Maßnahmen lassen
sich die bisher erzielten Fortschritte nicht fortschreiben. Außerdem geht es
auch um vertretbare Kosten. Klimaschutz darf kein Alibi sein – Alibi für eine
stärkere Regulierung oder die Durchsetzung nationaler industriepolitischer
Interessen. CO2-Einsparungen müssen sowohl bei kleinen als auch bei großen
Fahrzeugen erreicht werden.
Einsparpotenziale, die man im Massensegment brach liegen lässt, können von den
Premiumherstellern nicht aufgefangen werden. Der Massenmarkt – das sind 90
Prozent der verkauften Fahrzeuge. Der Premiummarkt – das sind 10 Prozent aller
weltweit verkauften Neufahrzeuge.
Wir haben unsere zugesagten Leistungen erbracht. Wir werden weiter nachlegen.
Deswegen dürfen wir von Brüssel erwarten:
- dass die Lasten zwischen Premium- und Volumenherstellern fair verteilt werden
- dass es machbare Ziele für alle Hersteller gibt
- und realistische Zeitpläne zur Umsetzung dieser Ziele.
Dabei setzen wir auf die Unterstützung der Bundesregierung.
Entscheidend ist auch: Wir senken nicht nur bei unseren Fahrzeugen Verbrauch und
Emissionen. Nachhaltigkeit in all ihren Facetten hat schon immer unser Handeln
bestimmt.
Wir gestalten die gesamte Wertschöpfungskette nachhaltig.
2007 wurde die BMW Group erneut
Branchenführer in den Dow Jones Sustainability
Indexes. Damit sind wir als einziges Unternehmen in der Automobilindustrie zum
neunten Mal in Folge in diesem Index für nachhaltiges Wirtschaften vertreten und
zum dritten Mal in Folge Branchenführer. Dies ist Auszeichnung und Verantwortung
zugleich. Ob ein Unternehmen nachhaltig wirtschaftet, rückt immer stärker in den
Blickpunkt von Investoren. Ganz klar: Wer die ökonomischen, ökologischen und
sozialen Ressourcen am besten einsetzt, der sichert sich einen Vorsprung vor der
Konkurrenz und spart langfristig bares Geld.
Meine Damen und Herren,
die BMW Group ist nicht nur ein nachhaltig wirtschaftendes Unternehmen.
Wir sind auch ein wirklich international aufgestelltes Unternehmen – mit 23
Produktionsstätten in 12 Ländern. Wir verkaufen unsere Fahrzeuge in über 120
Länder. Vor diesem Hintergrund sind Währungsschwankungen eine Herausforderung
für uns. Ich habe vorhin die Belastungen beschrieben, die uns 2007 aus der
Dollarschwäche entstanden sind. Auch dafür haben wir in unserer Strategie
Lösungen erarbeitet. Wir wollen unabhängiger vom Dollar werden:
- Wir produzieren noch stärker im Dollarraum. Darum erhöhen wir die Kapazitäten
in unserem US Werk in Spartanburg von heute 160.000 auf 240.000 Einheiten pro
Jahr. Wir werden in Spartanburg mehr Modelle fertigen als bisher – neben dem X5
auch die neue Generation des X3, den neuen X6 und unser erstes Hybridfahrzeug
BMW X6 ActiveHybrid. Spartanburg wird zum Kompetenzzentrum für X-Modelle.
- Mit dem Produktionsausbau verringern wir gleichzeitig das Währungsexposure.
Wir werden neue Lieferanten im NAFTA-Raum gewinnen. Den Anteil an Komponenten
aus dem NAFTA-Raum haben wir schon 2007 erhöht. Zudem werden wir den Local
content für die Produktion in Spartanburg weiter erhöhen und mittelfristig auch
für unsere europäischen Werke mehr im NAFTA-Raum einkaufen.
Unser Vorgehen macht deutlich:
- Strategie und Wachstumspläne gehen Hand in Hand.
- Wir verfahren auch künftig nach dem Grundsatz: Die Produktion folgt dem Markt.
Dieser Grundsatz hat sich auch bei unserem BMW Montagewerk in Indien bewährt.
Seit März 2007 produzieren wir in Chennai BMW 3er und 5er Modelle für den
indischen Markt. Prompt haben wir unseren Absatz in Indien mehr als
verfünffacht. Natürlich bewegen wir uns dort noch auf einem sehr niedrigen
Niveau. Aber: Indien ist wie China, Russland und Brasilien einer der großen
Wachstumsmärkte für Mobilität.
Führen Sie sich die enorme Dynamik vor Augen: Die indische Regierung will bis
2012 Infrastruktur-Investitionen von 450 Milliarden Dollar vornehmen, um das
Straßennetz zu modernisieren. Wir wollen am Wachstum dieser Märkte
partizipieren. Darum engagieren wir uns vor Ort. Unsere Strategie sieht vor,
dass wir uns künftig verstärkt auf Zukunftsmärkte fokussieren. Dadurch lassen
sich temporäre Schwankungen anderer Märkte teilweise ausgleichen.
Die Steuerung des weltweiten Vertriebs hat unser
neues Vorstandsmitglied für
Vertrieb und Marketing, Ian Robertson, übernommen. Er bereichert unser
Vorstandsteam um eine britische Komponente. Immerhin stammen zwei unserer drei
Marken aus Großbritannien. 2007 sind wir in allen großen Märkten gewachsen.
Wir wachsen, weil wir Produkte haben, die von den Menschen überall auf der Welt
nachgefragt werden. Sie bilden das Fundament unseres Geschäftserfolges.
Wir werden unsere Kunden auch künftig mit neuen Produkten und Konzepten
überraschen und begeistern. Im Rahmen unserer Strategie haben wir neue Fahrzeuge
bestätigt oder neu entschieden:
- Mit dem BMW X1 erweitern wir die erfolgreiche BMW X Familie um das vierte
Modell. Den Erfolg der X Familie stellt derzeit der neue X6 unter Beweis.
Offenbar haben viele Kunden auf so ein Fahrzeug gewartet. Für 2008 ist der X6
ausverkauft.
- Der BMW Progressive Activity Sedan wird die klassische Limousine neu
interpretieren.
- Der BMW Gran Tourismo wird auf der Studie Concept CS beruhen, die auf vielen
Messen gefeiert wurde.
- Bei Rolls-Royce kommt im Herbst 2008 ein Coupé auf den Markt. Es ist – wie der
X6 – für dieses Jahr bereits ausverkauft. Darüber hinaus wird es bei Rolls-Royce
ein weiteres, viertes neues Modell geben.
- Bei MINI werden wir ein Sports Activity Vehicle heraus bringen. Es wird von
Magna Steyr gebaut.
Wertsteigerung und Zukunftssicherung der BMW Group, das leisten wir über neue
exzellente Produkte. Darum werden wir auch beim Design neue Standards setzen.
Der BMW X6 zum Beispiel hat in den USA den renommierten EyesOn Design Award
gewonnen – bevor er überhaupt auf der Straße war.
Noch in diesem Jahr – das ist ein offenes Geheimnis – kommt der neue BMW 7er auf
den Markt. Er ist das Flaggschiff der Marke BMW. Ich kann Ihnen versprechen: Er
wird durch seine technischen Innovationen genauso überzeugen wie durch sein
Design.
Wonach richten Sie sich, meine Damen und Herren, wenn Sie ein neues Auto kaufen
wollen?
Das Design steht bei der Kaufentscheidung an zweiter Stelle – vor dem
Kraftstoffverbrauch. Das hat eine aktuelle Studie der Deutschen Automobil
Treuhand ergeben. An erster Stelle der Kaufgründe steht nach wie vor die
Zuverlässigkeit eines Automobils.
Wir haben uns bei Qualität und Zuverlässigkeit stark verbessert!
Noch vor wenigen Jahren hatten uns die Japaner in Sachen Zuverlässigkeit
abgehängt. Heute sind in der aktuellen Pannenstatistik des ADAC in Deutschland
unter den Top 4 der qualitativ besten Autos drei BMW und MINI Modelle.
Der X3
ist das zuverlässigste Fahrzeug auf deutschen Straßen.
Unsere Kunden erwarten Qualität. Und die bekommen sie. Wir haben unsere internen
Qualitätsziele weiter verschärft.
Alle Aktivitäten, die wir ergreifen, sind auf Wertsteigerung und
Zukunftssicherung ausgerichtet. Schon 2008 wollen wir im Sinne unserer
strategischen Ziele weiter voran kommen. Was wollen wir erreichen?
- Einen Höchstwert beim Automobilabsatz.
- Ein Konzernergebnis vor Steuern über Vorjahr – bereinigt um den Sondereffekt
aus der Rolls-Royce Umtauschanleihe im Jahr 2007.
- Eine Verbesserung der Ergebnisqualität.
Allerdings hat sich in den letzten Wochen die internationale Finanzkrise weiter
verschärft. Sie ist in der Realwirtschaft angekommen. Sie birgt Risiken für uns.
Wir haben deshalb unsere Risikovorsorge erhöht. Wir handeln auch hier
vorausschauend und verantwortungsvoll. Das Feedback der Analysten zeigt: Der
Kapitalmarkt versteht das, auch wenn unser Ergebnis im 1. Quartal dadurch
negativ beeinflusst wurde. Unsere Aktien sind danach gestiegen.
Unseren Ausblick für das Geschäftsjahr 2008 haben wir nicht verändert.
Dies gilt – wie gesagt – unter dem Vorbehalt, dass sich die Finanzkrise nicht
weiter verschärft. Sollte es jedoch im Verlauf des Jahres 2008 nicht zu einer
Entspannung auf den Märkten insbesondere für gebrauchte Fahrzeuge kommen,
besteht das Risiko, dass die negativen Auswirkungen das Jahresergebnis
beeinträchtigen. Wir werden die Entwicklung weiter aufmerksam beobachten, um
unsere Risikovorsorge gegebenenfalls anzupassen.
Wir haben gestern unsere
Absatzzahlen für den Monat April veröffentlicht. Alle
drei Marken haben im letzten Monat kräftig zugelegt. Selbst unsere Verkäufe auf
dem US-Markt sind nach der Schwächephase zu Beginn des Jahres wieder ins Plus
gedreht – und das gegen einen rückläufigen Gesamtmarkt. Das stimmt uns
zuversichtlich.
Meine Damen und Herren,
eine Strategie zu erarbeiten, ist das eine. Sie umzusetzen, das andere. Dies ist
ein tiefgreifender Prozess, der sich durch alle Unternehmensteile zieht – bis in
die kleinste Abteilung und den entferntesten Markt.
Bei uns sorgt das neue Vorstandsressort Konzern- und Markenentwicklung unter Dr.
Eichiner dafür, dass unsere Strategie umgesetzt wird. Jeder im Unternehmen muss
seine Aufgabe und seinen Beitrag zur Strategie kennen und leben. Dazu muss er
bereit sein, sich zu verändern.
Ich bin überzeugt: Wir haben und wir leben diese Fähigkeit und die Bereitschaft
zur Veränderung. Genau das hat unser Unternehmen stets stark gemacht. Aus
schwierigen Phasen des Umbruchs haben wir Stärke gewonnen und sind auf ein noch
höheres Niveau gewachsen. Der Verkauf von Rover im Jahr 2000 war so ein Umbruch.
Auch die Herausforderungen von heute werden uns nach vorne bringen.
Umbruchphasen – dessen sind wir uns bewusst und das spüren wir auch – sind mit
Unsicherheiten und auch mit Ängsten verbunden. Zudem wächst unter dem Brennglas
der Medien das öffentliche Interesse ebenso wie der politische Druck.
Damit können wir leben und umgehen. Wir wissen: Mit der Strategie haben wir
unseren eigenen Erfolgsweg in die Zukunft definiert.
Wir verfolgen mit dieser Strategie eine Vision:
Im Jahr 2020 wollen wir der führende Anbieter von Premium-Produkten und
Premium-Dienstleistungen rund um die individuelle Mobilität sein. Ich sehe es
als meine Aufgabe an, mit Augenmaß und Verantwortungsbewusstsein, aber auch mit
dem nötigen Mut dieses Unternehmen auf Basis der Strategie in die Zukunft zu
führen und zu steuern.
Ich stehe persönlich für die Ziele und die Umsetzung der Strategie Number ONE.
Und ich stehe damit auch für eine klare Wertorientierung und die Verbesserung
der Rendite.
Ihr Geld, meine Damen und Herren, steckt in einem Unternehmen, dessen Produkte
in der ganzen Welt nachgefragt werden. Es steckt in einem Unternehmen, das für
tausende Menschen attraktive Arbeitsplätze bietet.
An Sie, unsere Aktionäre sage ich: Wir haben die richtigen Weichen gestellt, um
aus einem guten Unternehmen ein gutes und sicheres Investment zu machen.
Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit!
Quelle: BMW Presse-Mitteilung vom 08.05.2008
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