Moin,
nach nun zweiundeinhalb Wochen und ziemlich genau 1.500 km Fahrleistung ziehe ich eine erste, sehr frühe Zwischenbilanz meiner Volkswagen Phaeton-Erfahrungen.
Nach der Übernahme im Dresden, am zweiten Tag einer Ausfahrt nach Glashütte und der Rückreise nach Hamburg am Dritten Tag habe ich den Phaeton bisher fast ausschließlich im Stadtverkehr in Hamburg bewegt… bzw. bewegen müssen, denn das ist sicher nicht das bevorzugte Revier des Oberklasse-Volkswagens (aber davon später)

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Über die Übergabezeremonie in der Gläsernen Manufaktur in Dresden hatte ich ja bereits ausführlich berichtet. Anlässlich dieses unvergesslichen Erlebnisses wurde mir ein absolut mängelfreies Fahrzeug übergeben

, das mich von Anfang an mit seiner Verarbeitungsgüte beeindruckt hat. Der Phaeton ist sogar noch besser verarbeitet, als der vorher von mir gefahrene Skoda Superb

… bitte nicht lachen, ich meine das absolut ernst.
Vor dem Skoda fuhr ich einen Audi A6, Baujahr 2001, der gewiss nicht schlecht verarbeitet war, aber zu meiner Überraschung vom Skoda noch deutlich übertroffen wurde. Beeindruckend, aber nun hat der Skoda in meiner persönlichen „best-ever-list“ seinen Meister im Phaeton gefunden

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So, nun zum Fahreindruck: Der Phaeton bietet für mich genau das, was ich gesucht habe! Entspanntes, von der Außenwelt weitgehend abgekoppeltes Fahren in wunderschönem Innenraumambiente

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Die Luftfederung lässt sich vierfach verstellen, aber ich nutze ausschließlich die Komforteinstellung. Der Sinn einer knüppelharten Sporteinstellung als anderes Extrem erschließt sich zumindest mir nicht wirklich. In der Komforteinstellung stellt sich ein schwebender Komforteindruck ein, der sich sogar mit meinem persönlichen Referenzmodell, dem Citroen C6, vergleichen lässt. Wie bei diesem ist der Komforteindruck allerdings mit leichten Schwächen im Ansprechverhalten der Federung auf kurze Bodenunebenheiten unterlegt. Sicher ist das jetzt das in Deutschland so beliebte Jammern auf hohem Niveau, aber hier ist noch ein wenig Raum für Verbesserungen. Insgesamt aber ist der Große aus Dresden das komfortabelste Auto, das ich selbst je gefahren habe. Chapeau!
Der in der Fachpresse immer als unhandlich beschriebene Phaeton kommt mir im Vergleich zum Skoda Superb selbst überraschend handlich vor. Allerdings sind 5,05 m Länge für den Einsatz im Stadtverkehr eher… nun ja, suboptimal. Mein Parkhausparkplatz in der Innenstadt und vor allem die Zufahrt zum Stellplatz ist nun auch irgendwie kleiner geworden; merkwürdig

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Einen Motor hat mein Phaeton auch! Wie wahrscheinlich ca. 85 % aller Phaeton ist meiner mit dem 3,0-Liter Common-Rail-Diesel ausgestattet. Ein toller Motor, der akustisch im Phaeton besonders gut zur Geltung kommt. Nämlich so gut wie gar nicht! Verglichen mit dem 320 CDI-Motor von Mercedes (Rappelkiste!), dem 3-Liter-BMW-Diesel (schon besser!) und dem 2,7-Liter-HDI-PSA-Diesel (der Eleganteste!) ist die Laufruhe eine Klasse besser.
So einigermaßen sparsam ist er auch. Zumindest glaube ich das, weil ich es bisher noch nicht exakt ermittelt hat. Der Bordcomputer sagt jedenfalls, dass er bisher etwas über 11,5 Liter/100 km auf der gesamten von mir gefahrenen Strecke mit hohem Stadtverkehranteil als Durchschnittsverbrauch ermittelt hat.
Auch die Leistung ist für meine Ansprüche mehr als ausreichend. Ab 200 km/h habe ich ohnehin einen humanen, femininen Speedlimiter neben mir, die Beschleunigung ist sehr deutlich wahrnehmbar, wenngleich ein Rennwagen wohl (zum Glück!) niemals aus dem Phaeton wird. Ich würde die Leistung beschreiben wie weiland die Rolls Royce-Ingenieure die ihrer rollenden Legenden: Genug und vielleicht sogar ein wenig mehr

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Die 18-Wege-Komfortsitze sind alleine ein Kaufkriterium für dieses Auto. Sie lassen sich optimal meinem eher ungewöhnlich proportionierten Köper

anpassen, sie wärmen, kühlen und massieren ihn bei Bedarf und geben mir das Gefühl, meinem Wunschgewicht von einem auf den anderen Tag ca. 10 kg näher gekommen zu sein

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Ein anderes Highlight ist die 12/12-Hifi-Anlage! Der Absolute Hammer! Druckvoll, klar, definiert, plastisch, aber ausgewogen und warm im Klang. Wunderschön

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Da die Klimaveränderungen offensichtliche ihre subtropischen Schatten auch im Norden Deutschlands voraus werfen (Schattentemperaturen um 30 Grad C!) ist die Klimatisierungsautomatik stark gefordert. Sie schafft es nicht nur mit Bravour, sondern sogar absolut zugfrei und außergewöhnlich leise, sofern das gewünschte Innenraumklima erreicht ist.
Sicher: Nobody is perfect! Auch ein Phaeton nicht. Die Fensterheberschalter in der Fahrertür könnten besser erreichbar sein, brauchbare Ablagen sind dann doch eher vereinzelt aufzufinden, das Brillenfach im Dach ist hakelig zu öffnen und das Brillengestell heizt sich extrem auf und natürlich noch das Navigationssystem… na ja, hüllen wir das Deckmäntelchen des Schweigens darüber. Alles nicht dramatisch und von untergeordneter Bedeutung für meine ganz eigene Bewertung

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Zusammenfassend kann ich sagen, dass jeder Kilometer bisher ein Genuss für mich war. Der Phaeton ist ein eleganter Gleiter, den man in seiner Philosophie verstehen muss, um ihn ohne Reue genießen zu können. Seine Masse ist gewollt! Sie wirkt sich in einem Fahreindruck aus, der einfach beeindruckend komfortabel und außergewöhnlich stabil ist. Genussvolles Gleiten ist sein Dogma! Das ist seine Rolle

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Er will kein durchtrainierter Riese im Sportdress sein (wie der Audi A/S 8), er macht sich nicht kleiner, als er ist , und drängt sich erst Recht nicht mit billigen Effekthaschereien in den Vordergrund (wie die Mercedes-Benz S-Klasse) und er will optisch nicht durch schiere Größe und ausladende Gesten wie ein BMW 7er beeindrucken. Er will einfach nur Phaeton sein

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So, wie er ist, gefällt er mir, so und nicht anders

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Grüße aus Hamburg
Björn